Inkarnatklee anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Inkarnatklee anbauen: März-September Direktsaat 1-2 cm tief; 2,5-3 g/m²; Stickstoffbindung bis 150 kg N/ha; erstklassige Bienenweide, Gründüngung.
Inkarnatklee ist eine der wertvollsten Gründüngungspflanzen: Er bindet über Knöllchenbakterien bis zu 150 kg Stickstoff pro Hektar aus der Luft, lockert mit seinen bis zu 1 Meter tiefen Wurzeln den Boden, bietet mit seinen leuchtend roten Blüten eine erstklassige Bienenweide und unterdrückt nebenbei Unkraut. Nach der Einarbeitung vor der Vollblüte steht die gebundene Nährstoffmenge den Folgekulturen direkt zur Verfügung.
Inkarnatklee auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) |
| Nutzungsgruppe | Gründüngung / Leguminose / Bienenweide |
| Lebensform | einjährig bis überwinternd (je nach Aussaatzeitpunkt) |
| Aussaat | März–September |
| Saattiefe | 1–2 cm |
| Saatmenge | 2,5–3,0 g/m² |
| Keimdauer | 5–14 Tage |
| Standort | locker, kalkhaltig, gut drainiert, sonnig |
| Boden-pH | 6,0–7,5 |
| Nährstoffbedarf | selbstversorgend (Stickstoffbindung!) |
| Winterhart | bedingt (empfindlich gegen Kahlfröste) |
| Blütezeit | Mai–Juli |
| Stickstoffbindung | bis 150 kg N/ha |
| Biomasse-Ertrag | 1–2 kg Frischmasse/m² |
| Einarbeitung | vor Vollblüte im Frühjahr |
| Herkunft | Mittelmeerraum (Südeuropa, Nordafrika) |
| Botanisch | Trifolium incarnatum |
| Familie | Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
Standort und Pflege für Inkarnatklee
- Standort: volle Sonne bevorzugt; locker, kalkhaltig, gut drainierter Boden; pH 6,0–7,5. Ausreichender Kalkgehalt ist Voraussetzung für die Knöllchenbakterien (Rhizobium), die den Stickstoff binden.
- Aussaat: Von März bis September. Für Winterzwischenfrucht bis Anfang September säen – dann überwintert der Klee und blüht im nächsten Frühjahr. Frühjahrsaussaat für einjährige Sommergründüngung.
- Gießen: feucht nach der Aussaat bis zur Keimung; danach trockentoleranter.
- Düngung: kein Stickstoffdünger – Inkarnatklee bindet seinen eigenen Stickstoff über Rhizobium-Symbiose.
- Einarbeitung: vor der Vollblüte mit Spaten, Fräse oder Pflug flach einarbeiten; zerkleinern für schnellere Zersetzung. Nährstoffgehalt ist vor der Vollblüte am höchsten.
- Mähen: bei Schossneigung auf 30–40 cm zurückschneiden; fördert erneutes Wachstum.
Wichtige Punkte beim Anbau von Inkarnatklee
- Stickstoffbindung bis 150 kg N/ha: Das entspricht etwa 15 g Stickstoff pro m² – genug um Starkzehrer (Kohl, Tomaten, Kürbis) in der Folgekultur ohne Zusatzdünger zu versorgen.
- Einjährig oder überwinternd: Bei Sommeraussaat (März–Juli) verhält sich Inkarnatklee als Einjährige. Bei Herbstaussaat (bis September) überwintert er bei mildem Klima und blüht im Mai–Juli des nächsten Jahres – dann als Bienenweide besonders wertvoll.
- Kahlfröste gefährlich: Gegen starke Kahlfröste ist Inkarnatklee empfindlich. Herbstsaaten in rauen Lagen absichern oder als abfrierenden Schutz akzeptieren.
- Bienenweide: Nektarreiche Blüten; sortenreiner Kleehonig möglich; Mörtelbiene nutzt den Pollen.
- Nicht nach anderen Leguminosen: Nicht direkt nach Erbsen, Bohnen oder anderen Kleearten ansäen – teilen Schädlinge und Krankheiten.
Inkarnatklee im Garten
- Als Vorkultur: ideal vor Starkzehrern wie Kohl, Tomaten, Mais, Kürbis und Sellerie.
- Als Zwischenfrucht: zwischen zwei Hauptkulturen oder nach Ernte einer Frühkultur.
- Als Unkrautunterdrückung: dichter Stand beschattet den Boden und hält Unkraut in Schach.
- Bodenverbesserung: Tiefwurzlung lockert verdichtete Böden; fördert Regenwürmer und Mykorrhiza.
- Phacelia oder Buchweizen als Mischpartner möglich für noch breitere Bienenweide.
Nutzung und Essbarkeit
Inkarnatklee ist nicht giftig für Mensch und Tier. Junge Sprossen roh im Salat, geröstete Samen als Garnitur, Blüten als Dekoration – die Hauptnutzung liegt aber klar im Garten (Gründüngung, Bienenweide, Futterpflanze).
Ernte und Einarbeitung
Klassisches Ernte-Produkt gibt es nicht – Inkarnatklee wird als Gründüngung vor der Vollblüte eingearbeitet. Biomasse-Ertrag 1–2 kg Frischmasse pro m². Die eingearbeitete Masse gibt Stickstoff an die Folgekultur ab und fördert die mikrobielle Aktivität im Boden.
Ertrag von Inkarnatklee im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie sind ca. 5 m² sinnvoll – das reicht um eine Beetfläche für die nächste Saison stickstoffreich vorzubereiten. Der eigentliche Gewinn ist nicht der direkte Erntewert, sondern die Bodenverbesserung und gesparte Düngerkosten für die Folgekultur.
Häufige Fehler beim Anbau von Inkarnatklee
- Zu spät für Winterzwischenfrucht gesät – nach Anfang September ist keine sichere Überwinterung mehr möglich
- Nach anderen Leguminosen gesät – teilen Schädlinge und Krankheiten; Anbaupause einhalten
- Zu spät eingearbeitet – nach der Vollblüte sinkt der Stickstoffgehalt; vor Vollblüte einarbeiten
- Stickstoffdünger gegeben – kontraproduktiv; Rhizobium-Bakterien binden nur Stickstoff wenn kein Überschuss im Boden vorhanden ist
Weiterlesen
- Gemüsegarten im März – Inkarnatklee-Aussaat ab März für Sommergründüngung.
- Gemüsegarten im September – letzte Herbstaussaat für Winterzwischenfrucht.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.