Klee für Pflanzengilden: Fünf Arten im Vergleich

Inhalt12Abschnitte

Welcher Klee passt in eine Pflanzengilde? Entscheidend sind Standort und Aufgabe: niedriger Unterwuchs, Schnittgut, Blütenangebot oder vorübergehende Gründüngung. Dieser Vergleich hilft dir, zwischen Weißklee, Rotklee, Inkarnatklee, Hornklee und Esparsette zu wählen und ihre Grenzen einzuplanen.

Botanisch gehören nur die ersten drei zur Gattung Trifolium. Hornklee (Lotus) und Esparsette (Onobrychis) sind andere Gattungen derselben Familie, der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie werden hier wegen ihrer ähnlichen Nutzung mit verglichen. Was eine Pflanzengilde leisten kann, hängt auch von den übrigen Pflanzen und ihrer Pflege ab.

Schematische Illustration von Weißklee, Rotklee, Inkarnatklee, Hornklee und Esparsette, von links nach rechts
Fünf Leguminosen mit unterschiedlichen Wuchsformen. Die Illustration zeigt keine maßstäblichen Wurzeltiefen und dient nicht zur sicheren Pflanzenbestimmung.

Welche Aufgaben Klee in Pflanzengilden übernehmen kann

AufgabeMögliche ArtenGrenze
Niedriger Unterwuchsvor allem Weißkleebraucht ausreichend Licht und Wasser; verdrängt Gräser und Wurzelunkräuter nicht zuverlässig
Schnittgut für Mulch oder Kompostvor allem Rotklee; saisonal InkarnatkleeErtrag hängt von Bestand und Pflege ab; abgefahrenes Schnittgut entzieht der Fläche Nährstoffe
Blütenangebotalle fünf Artennur blühende Bestände bieten Nektar und Pollen; häufige Mahd verkürzt das Angebot
Saisonale GründüngungInkarnatklee; je nach Planung auch RotkleeBeendigung des Bestands und Nachfolgekultur mitplanen
Tiefere Durchwurzelunginsbesondere Esparsette; auch Rotklee mit PfahlwurzelTiefe hängt von Bodenprofil und Entwicklung ab; kein garantierter Nährstofftransfer zu Nachbarpflanzen

Keine dieser Aufgaben macht Klee auf jedem Standort erforderlich. Bei Wassermangel, dichtem Schatten oder empfindlichen Jungpflanzen können Mulch oder andere Bodendecker zweckmäßiger sein.

Stickstoffbindung ist keine direkte Düngegarantie

Rhizobien leben in den Wurzelknöllchen geeigneter Leguminosen. Sie binden Luftstickstoff; die Pflanze versorgt sie im Gegenzug mit Energie. Der gebundene Stickstoff wird zunächst für den Aufbau der Kleepflanze genutzt.

Andere Pflanzen können später profitieren, etwa durch die Zersetzung von Blättern, Schnittgut, Wurzeln und Knöllchen. Auch während des Wachstums kann Stickstoff an die Umgebung gelangen. Daraus lässt sich aber keine feste Versorgung eines benachbarten Obstbaums ableiten. Die University of Minnesota erläutert diese Wege und ihre Abhängigkeit vom Anbausystem.

Für die Praxis:

Ob die Gilde zusätzlich Nährstoffe braucht, beurteilst du anhand von Pflanzenentwicklung und gegebenenfalls einer Bodenanalyse. Mehr zu den beteiligten Organismen unter Bodenleben in der Gilde.

Schnellvergleich der fünf Arten

Die Angaben dienen der Auswahl im Garten. Blüte, Wuchshöhe, Ausdauer und Pflegebedarf variieren mit Sorte, Saattermin, Wetter und Schnitt. Die Blühphasen sind grobe Orientierungen für mitteleuropäische Gärten.

EigenschaftWeißkleeRotkleeInkarnatkleeHornkleeEsparsette
BotanischTrifolium repensTrifolium pratenseTrifolium incarnatumLotus corniculatusOnobrychis viciifolia
Lebensformmehrjährig, ausläufertreibendzweijährig bis kurzlebig mehrjährigeinjährig; Herbstsaat kann überwinternmehrjährigmehrjährig
Wuchsniedrig, kriechendhöher, meist aufrechtaufrechtniedrig bis aufsteigendaufrecht, höher wachsend
Wurzelnüberwiegend oberflächennah; Ausläufer bewurzeln sichPfahlwurzelPfahlwurzelPfahlwurzel mit Seitenwurzelnausgeprägte, tief reichende Pfahlwurzel bei geeignetem Boden
Blütenweiß bis rosarosa bis violettkarminrote, längliche Köpfegelbe Schmetterlingsblütenrosa Blütentrauben
Blühphasespätes Frühjahr bis Herbstspätes Frühjahr bis Sommer, Nachwuchs nach Schnitt möglichnach Herbstsaat vor allem im folgenden Frühjahr; Frühjahrssaat späterSommer bis Frühherbstvor allem spätes Frühjahr bis Sommer
Standortfrisch, ausreichend Licht, gut versorgtfrisch, bevorzugt lehmig und gut versorgtsonnig, durchlässig, ausreichend feucht beim Anwachsenauch trockenere und weniger gut versorgte Standortesonnig, kalkhaltig, gut drainiert
Nutzungniedriger Unterwuchs; gelegentliche Begehung und MahdSchnittbiomasse und Blühflächesaisonale Gründüngung und BlühflächeBlühfläche, lockerer UnterwuchsBlühfläche und je nach Sorte Schnittnutzung
Wichtige Grenzetrockenheitsempfindlich; Konkurrenz zu Bäumenbegrenzte Ausdauer; kein flacher Kleeteppichkann auswintern; keine dauerhafte Pflanzendeckelangsame Jugendentwicklung; Konkurrenz beim AnwachsenSchatten, Staunässe und starke Konkurrenz ungünstig

Für ein Blütenangebot ist die erreichbare Blühdauer wichtiger als eine pauschale Bewertung als „beste Bienenpflanze“. Rotklee wird besonders von Hummeln genutzt; welche Insekten tatsächlich profitieren, hängt auch von Blütenform, Sorte und örtlichem Artenangebot ab. Siehe Wildbienen und Bestäuber in Gilden.

Klee unter Obstbäumen: zuerst die Konkurrenz prüfen

Auch stickstofffixierende Pflanzen brauchen Wasser, Licht und weitere Nährstoffe. Bei jungen Obstbäumen, schwach wachsenden Unterlagen und trockenen Standorten kann Unterwuchs das Wachstum beeinträchtigen. Die Utah State University beschreibt die Konkurrenz durch Bewuchs und Möglichkeiten, sie zu verringern.

Halte die Baumscheibe während der Anwachsphase konkurrenzarm. Eine geeignete Mulchschicht kann helfen; der Stammfuß bleibt frei. Die Größe der Fläche richtet sich nach Baum, Unterlage und Standort. Eine Kleedecke außerhalb der Baumscheibe ist eine mögliche spätere Ergänzung, wenn Licht und Wasser reichen.

Unter einer älteren, lichten Krone kann Weißklee funktionieren. Unter dichter Beschattung oder bei sommerlich trockenem Boden bleibt er häufig lückig. Esparsette ist eher eine Wahl für sonnige Bereiche als für den Schatten unmittelbar unter der Krone. Prüfe diese Bedingungen mit der Standortanalyse vor der Gildenplanung.

Die fünf Arten im Detail

Weißklee: niedriger Unterwuchs für frische Standorte

Weißklee bildet kriechende, an den Knoten bewurzelnde Ausläufer. Bei passenden Bedingungen kann er Lücken schließen und den Boden beschatten. Er verträgt Mahd und gelegentliche Begehung, junge und trockengestresste Bestände sollten jedoch geschont werden.

Sein flaches Wurzelsystem macht ihn bei längeren Trockenphasen empfindlich. „Für jeden Boden“ wäre deshalb zu weitgehend: Die LfL nennt Grenzen unter anderem bei trockenen, sauren und staunassen Böden. Eine dichte Queckenfläche wird durch Weißklee nicht zuverlässig verdrängt.

Sortenwahl: Klein-, mittel- und großblättrige Formen unterscheiden sich in Nutzung und Biomasse. Microclover-Sorten wie ‘Pirouette’ und ‘Pipolina’ haben kleinere Blätter und meist weniger Blüten. Das macht sie nicht grundsätzlich ungeeignet als Unterwuchs; für eine Blühfläche kann gewöhnlicher Weißklee zweckmäßiger sein. Die University of Maryland beschreibt diese Unterschiede.

Aussaat und Pflege: Sehr flach säen, für Bodenkontakt sorgen und bis zum Anwachsen ausreichend feucht halten. Eine leichte Bedeckung nach Saatgutanleitung ist möglich; Weißklee muss nicht unbedeckt auf der Oberfläche liegen. Ausführliche Hinweise findest du unter Weißklee als mehrjähriger Stickstoffsammler.

Rotklee: Schnittbiomasse und Blüten für Hummeln

Rotklee eignet sich für höher wachsende Bestände, aus denen Schnittgut gewonnen wird. Er bevorzugt frische, gut versorgte Böden. Sehr trockener, leichter Sandboden ist ungünstig. Ein neutraler pH-Wert ist keine zwingende Voraussetzung; die LfL nennt pH 5,5 als untere Orientierung für den Anbau.

Ausdauer und Sorten: Rotklee ist meist zweijährig bis kurzlebig mehrjährig. Sorte, Krankheiten und Nutzung beeinflussen die Lebensdauer. Tetraploidie allein garantiert weder mehrjährige Ausdauer noch höheren Ertrag. Mattenklee bezeichnet insbesondere ausdauerndere Rotkleetypen für die Schnittnutzung; daraus folgt kein niederliegender Bodendeckerwuchs. Die Agroscope-Sortenliste unterscheidet Matten-, Acker- und Weiderotklee.

Schnitt: Für Schnittbiomasse ist beginnende Blüte ein üblicher Orientierungspunkt. Die Anzahl der Schnitte richtet sich nach Sorte und Nachwuchs. Plane ausreichende Erholung ein und schneide nicht nach einem starren Kalender unabhängig vom Pflanzenzustand. Lass wechselnde Teilflächen blühen, wenn Bestäuber mit profitieren sollen.

Inkarnatklee: saisonale Gründüngung mit begrenzter Winterhärte

Inkarnatklee kann vor der Anlage einer Gilde oder in vorübergehend freien Beeten wachsen. Bei Spätsommersaat kann er den Boden im Herbst bedecken und im folgenden Frühjahr blühen. Frühjahrssaat wird als Sommergründüngung genutzt. Er bildet keine dauerhaft verlässliche Pflanzendecke, auch wenn Selbstaussaat möglich ist.

Wintergrenze: Die Überwinterung hängt von Sorte, Saattermin, Entwicklung und Winterverlauf ab. Auswinterung ist möglich; eine feste Frostgrenze wäre keine Anbaugarantie. Die LfL beschreibt ihn als Winterzwischenfrucht mit begrenzter Widerstandsfähigkeit gegen harte Winter.

Beendigung: Soll der Bestand nicht aussamen, vor Samenreife beenden. Ein sehr früher Schnitt kann Nachwuchs zulassen; der Entwicklungsstand beeinflusst, ob Mähen den Bestand tatsächlich beendet. Oberflächenmulch und flaches Einarbeiten sind unterschiedliche Verfahren. Unter vorhandenen Bäumen und Stauden Baumwurzeln schonen und Bodenbearbeitung vermeiden. Die SARE-Anbauhinweise erläutern Schnitt und Nutzung der Pflanzenreste. Bei anschließender Direktsaat muss die Saatzone frei genug sein und die Zersetzung frischer Biomasse berücksichtigt werden.

Beispiel vor einer neuen Gilde: Bereite im Spätsommer eine offene Fläche vor, säe nach Packungsangabe und halte das Saatbett bei Trockenheit feucht. Im Frühjahr beurteilst du Überwinterung und Wuchs. Beende den Bestand passend zum Pflanztermin und nutze das Schnittgut bei Bedarf als Mulch. Seine Nährstoffe werden mit der Zersetzung freigesetzt; eine vollständige Versorgung der neuen Gilde ist damit nicht zugesichert.

Bei Quecke genügt einmaliges Fräsen nicht: Rhizomstücke können neu austreiben. Die University of Minnesota weist darauf hin, dass Bodenbearbeitung die Ausbreitung sogar verstärken kann. Wurzelunkräuter zuerst gezielt zurückdrängen; mehr dazu unter Häufige Fehler bei Gilden.

Hornklee: Blühfläche für auch trockenere Standorte

Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus) ist eine mehrjährige Leguminose mit gelben Blüten. Er kann dort infrage kommen, wo Weißklee wegen sommerlicher Trockenheit weniger zuverlässig ist. Er ist aber keine Garantie für einen dichten Teppich auf extrem trockenem Sand.

Die LfL beschreibt seine Eignung für mäßige Trockengebiete und warme, kalkreiche Böden. Seine Möglichkeiten reichen über reine Trockenrasen hinaus: Penn State beschreibt auch eine vergleichsweise gute Toleranz gegenüber niedrigem pH und feuchteren Böden in nordamerikanischen Anbausystemen. Standorttoleranz und Konkurrenzfähigkeit sind dabei unterschiedliche Fragen.

Anwachsen und Pflege: Die Jugendentwicklung ist langsam. Ein sauberes, festes Saatbett und geringe Konkurrenz helfen mehr als eine möglichst hohe Saatmenge. Sehr flach säen und den jungen Bestand schonen. Hartschaligkeit kann den Auflauf verzögern; Saatgutbehandlung nach Anbieterangabe wählen, statt jede Saat selbst anzurauen. Bei Schnitt genügend Blattmasse und Zeit zum Nachwachsen lassen.

Für eine naturnahe Blühfläche beachte die Herkunft des Saatguts. „Wildform“ allein belegt keine regionale Herkunft. Die Artenwahl für trockene Gartenbereiche behandelt auch Gilden für besondere Standorte.

Esparsette: sonnige Blühfläche auf kalkhaltigem Boden

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) ist eine mehrjährige, tief wurzelnde Leguminose. Sie bevorzugt sonnige, kalkhaltige, gut drainierte Standorte. Saure Böden und Staunässe sind ungünstig; eine starre pH-Grenze mit zwangsläufigem Ausfall beschreibt die Standortabhängigkeit nicht ausreichend.

Die Pfahlwurzel kann tiefere Bodenschichten erschließen, wenn das Bodenprofil dies zulässt. Daraus folgt keine besondere oder garantierte Versorgung von Nachbarpflanzen mit Mineralstoffen. Für die Gildenplanung stehen Standortpassung und Blütenangebot im Vordergrund.

Anwachsen: Starke Konkurrenz erschwert die Etablierung. Säe auf vorbereitete, offene Flächen und unterstütze den jungen Bestand bei Bedarf mit Wasser, ohne ihn zu vernässen. Ein festes Jahr, ab dem die „volle Wirkung“ eintritt, lässt sich nicht angeben. Die Montana State University erläutert Standort, Etablierung und Grenzen der Nutzung.

Schnitt nach Sorte und Ziel: Es gibt unterschiedlich genutzte Formen. Mehrschürige Sorten sind für mehrere Schnitte geeignet; Agroscope beschreibt etwa drei Schnitte jährlich und einen ersten Schnitt frühestens bei Vollblüte. Für Selbstaussaat lässt du dagegen geeignete Teilflächen bis zur Samenreife stehen. Nicht vollständig entblättern und ausreichend Erholung ermöglichen. „Nur einmal nach Samenreife mähen“ ist keine allgemeine Pflegeregel. Siehe Agroscope: Esparsette-Gras-Mischungen.

Aussaat: Saatgutform, Bodenkontakt und Feuchte

Ein feinkrümeliges, festes Saatbett verbessert den Bodenkontakt. Entferne störende Konkurrenz, ohne vorhandene Baumwurzeln zu verletzen. Tiefes Fräsen im Wurzelbereich ist dafür ungeeignet.

ArtMöglicher SaatzeitraumSaattiefe und BesonderheitReinsaat als Orientierung
WeißkleeFrühjahr oder rechtzeitig im Spätsommersehr flach; leichte Bedeckung nach Saatgutanleitung möglich0,8–1,2 g/m²
RotkleeFrühjahr; Spätsommersaat nur mit ausreichend Anwachszeitflach, nach Saatgutanleitung1,6–2,0 g/m²
InkarnatkleeSpätsommer für Überwinterung; Frühjahr für Sommernutzungnach Saatgutanleitung; früher Herbstfrost und Trockenheit berücksichtigen2,5–3,5 g/m²
Hornkleebevorzugt Frühjahr; spätere Saat standortabhängigsehr flach; schwache Jungpflanzen vor Konkurrenz schützen1,2–1,5 g/m²
EsparsetteFrühjahr bei geeignetem SaatbettAblagetiefe und Saatmenge nach Saatgutform und Anbieterangabekeine pauschale Grammangabe für verschiedene Saatgutformen

Die Mengen für die ersten vier Arten sind umgerechnete landwirtschaftliche Reinsaatwerte aus dem Raiffeisen-Ackermanager. Dabei entsprechen 10 kg/ha genau 1 g/m². Es handelt sich um Orientierungen, nicht um unveränderte Vorgaben für jede Gartenaussaat. Nachsaat, Mischungen, umhüllte Samen und Handsaat können andere Mengen erfordern. Bei Esparsette ist insbesondere zu beachten, ob ungeschälte Früchte oder geschälte Samen angeboten werden.

Halte das Saatbett während Keimung und frühem Anwachsen ausreichend feucht. Keimdauer hängt von Temperatur, Wasser, Saatgut und bei manchen Arten von Hartschaligkeit ab. Ein noch lückiger Bestand nach wenigen Tagen bedeutet nicht automatisch einen Misserfolg. Für Weißklee beschreibt die University of Maine sehr flache Saat und die Bedeutung des Bodenkontakts.

Rhizobien und Bodenversorgung prüfen

Nicht jeder Impfstoff passt zu jeder Leguminose. Wähle gegebenenfalls ein ausdrücklich für die Art geeignetes Produkt. Hornklee und Esparsette dürfen nicht automatisch mit dem für Trifolium-Klee vorgesehenen Impfstoff gleichgesetzt werden.

Ob passende Rhizobien vorhanden sind, lässt sich nicht allein aus dem Alter des Beets, einer früheren Düngung oder einer Brache ableiten. Hilfreich sind Kenntnisse früherer Leguminosenbestände und die Kontrolle entwickelter Pflanzen. Ein passender Impfstoff kann besonders auf Flächen mit unklarer Vorgeschichte sinnvoll sein; Herstellerangaben zu Anwendung, Lagerung und Haltbarkeit beachten.

Bei schwachem Wuchs prüfe neben Knöllchen auch Feuchte, Verdichtung, pH und Nährstoffversorgung. Geöffnete, innen rosa Knöllchen können auf aktive Fixierung hinweisen; eine Sichtprüfung liefert keine verlässliche Stickstoffmenge. Der Zusammenhang zwischen Art, Rhizobien und Knöllchenaktivität wird bei der University of Minnesota erläutert.

Welche Art passt zu deinem Ziel?

Ziel und StandortMögliche WahlVorher prüfen
Niedriger Unterwuchs, frischer BodenWeißkleeausreichend Licht und Wasser; außerhalb der konkurrenzarmen jungen Baumscheibe
Schnittgut und HummelblütenRotkleePlatz für höheren Wuchs, begrenzte Ausdauer, geeignete Schnittpflege
Saisonale Gründüngung vor einer AnlageInkarnatkleeSaat- und Pflanztermin, Auswinterungsrisiko, Beendigung des Bestands
Blühfläche auf trockenem oder weniger gut versorgtem BodenHornkleeEtablierung, Konkurrenz und Herkunft des Saatguts
Sonnige Blühfläche auf kalkhaltigem, drainiertem BodenEsparsetteBodenprofil, geeignete Saatgutform und Nutzungstyp
Dichte Beschattung, Wassermangel oder empfindliche Jungpflanzenzunächst andere Lösung prüfenMulch oder passende Bodendecker; Klee ist keine Pflicht

Mischungen und Pflege nach Nutzungsziel

Eine Mischung kann verschiedene Wuchsformen und Blühphasen verbinden. Sie ist aber nicht automatisch besser als eine Art. Die Arten müssen zum selben Standort und zur geplanten Pflege passen.

Saatmengen für Mischungen separat bestimmen: Gewicht, Samenzahl und späterer Flächenanteil sind nicht dasselbe. Fertigmischungen nach ihrer Anleitung verwenden. Bei eigenen Mischungen müssen Einzelmengen, Samengröße, Saatgutform und Konkurrenz berücksichtigt werden; ein einziges Prozentrezept mit gleicher Gesamtmenge für alle Standorte wäre irreführend.

Pflegeziel festlegen: Für Blüten Teilflächen zeitlich versetzt schneiden. Für Schnittbiomasse auf geeigneten Entwicklungsstand und Nachwuchs achten. Für Selbstaussaat ausgewählte Pflanzen reifen lassen; unerwünschte Ausbreitung durch rechtzeitigen Schnitt begrenzen. Bestäuberblüten und maximale Schnittnutzung lassen sich nicht gleichzeitig auf derselben Fläche erreichen. Der Gilden-Pflegekalender hilft, diese Aufgaben in die übrige Pflege einzubinden.

Bei wiederholter Gründüngung auch die Fruchtfolge beachten. Ein Wechsel zwischen Leguminosen beseitigt gemeinsame Krankheiten und Schädlinge nicht automatisch. Die LfL zu Kleearten nennt Anbaupausen für Feldfuttersysteme. Diese Empfehlungen sind im jeweiligen Anbaukontext zu lesen; sie bedeuten nicht, dass jede gesunde mehrjährige Kleefläche im Garten regelmäßig umgebrochen werden muss.

Pflanzen mit Klee im Namen unterscheiden

Der deutsche Name allein sagt nichts über eine stickstofffixierende Symbiose aus. Prüfe den botanischen Namen des Saatguts.

NameBotanischEinordnung für die Planung
Gelber / Weißer SteinkleeMelilotus officinalis / Melilotus albusLeguminosen; meist hochwüchsig, eher für größere Flächen und zeitweilige Begrünung
HopfenkleeMedicago lupulinaLeguminose; niedriger Wuchs, andere Ausdauer und Wuchsform als Weißklee
BockshornkleeTrigonella foenum-graecumeinjährige Leguminose; vor allem Kräuter- und Gewürzkultur
SauerkleeOxalis spp.Sauerkleegewächse; keine entsprechende Stickstofffixierung
Glückskleemeist Oxalis tetraphyllaebenfalls Oxalis; kein stickstofffixierender Klee

Die Schreibweise von Bockshornklee bestätigt Kew: Plants of the World Online. Stickstofffixierende Pflanzensymbiosen sind nicht auf Fabaceae beschränkt: Erlen bilden beispielsweise Knöllchen mit Frankia, wie der US Forest Service beschreibt. Für die hier verglichenen fünf Leguminosen sind geeignete Rhizobien und Standortbedingungen entscheidend.

Einordnung

Die Fachquellen behandeln überwiegend Feldfutter, Gründüngung oder Grünland. Ergebnisse aus diesen Beständen und aus anderen Klimaregionen sind keine Anbaugarantien für kleine Obstbaum-Gilden. Die Artenprofile, Aussaat- und Pflegehinweise oben verweisen jeweils auf die zugehörigen Quellen.

Für die Auswahl besonders hilfreich sind die LfL-Übersicht zu Kleearten, die Anbauhinweise von SARE und die Agroscope-Informationen zu Sorten und Mischungen. Stickstofffixierung, Schnittbiomasse und verfügbare Nährstoffe für eine Nachfolgekultur müssen bei Mengenangaben unterschieden werden.

Weiterführend auf pflanzjahr.de:

Infografik: fünf Arten und ihre Grenzen

Vergleich von Weißklee, Rotklee, Inkarnatklee, Hornklee und Esparsette mit Standort, Nutzung und Grenzen der Stickstoffversorgung; Hinweis auf konkurrenzarme Baumscheiben bei jungen Obstbäumen
Wähle nach Standort und Pflegeziel. Die Stickstoffbindung versorgt zunächst die Leguminose; der Nutzen für andere Pflanzen hängt von Nutzung und Zersetzung ab.