Monat für Monat wissen, was im Gemüsegarten sinnvoll ist

Kräuter ernten und haltbar machen – trocknen, einfrieren, einlegen

Frisch geschnitten und sofort verwendet schmeckt fast jedes Kraut am besten. Aber im Hochsommer liefern Thymian, Basilikum und Co. deutlich mehr, als sich in der Küche verbrauchen lässt – und genau dann lohnt es sich, einen Vorrat anzulegen. Entscheidend ist nicht, ob du konservierst, sondern wie: Robuste mediterrane Kräuter behalten ihr Aroma am besten getrocknet, zarte Blattkräuter verlieren beim Trocknen dagegen fast alles und gehören eingefroren oder in Öl. Wer die Methode zum Kraut passend wählt, hat über den Winter aromatische Vorräte statt geschmackloser Krümel.

Welche Methode für welches Kraut?

Die wichtigste Weichenstellung ist die Unterscheidung zwischen festen, ätherisch-öligen mediterranen Kräutern und zarten, wasserreichen Blattkräutern. Die erste Gruppe übersteht das Trocknen praktisch ohne Aromaverlust, die zweite nicht.

KrautBeste MethodeTrocknen geeignet?Hinweis
ThymianTrocknenja, sehr gutbehält Aroma fast vollständig
RosmarinTrocknenja, sehr gutganze Nadeln, erst beim Gebrauch zerreiben
OreganoTrocknenja, sehr gutgewinnt getrocknet sogar an Würze
SalbeiTrocknenja, sehr gutlangsam und schonend trocknen
BohnenkrautTrocknenja, sehr gutklassisch fürs Bohnengericht
LorbeerTrocknenja, sehr gutBlätter flach pressen
PetersilieEinfrierenneinwird getrocknet geschmacklos
SchnittlauchEinfrierenneinnur gefroren oder frisch brauchbar
BasilikumPesto / Einfrierenneinals Pesto am aromastärksten
DillEinfrierenneinfeine Spitzen gehackt einfrieren
KerbelEinfrierenneinsehr flüchtiges Aroma
KorianderEinfrieren / ÖlneinBlattkoriander friert man ein

Faustregel: Was sich zwischen den Fingern trocken und fest anfühlt, darf an die Luft oder ins Dörrgerät. Was weich und saftig ist, kommt ins Eisfach oder ins Öl.

Der richtige Erntezeitpunkt

Der Aromagehalt eines Krauts schwankt im Tages- und Jahresverlauf erheblich. Wer zum falschen Zeitpunkt schneidet, verliert einen Teil der ätherischen Öle, bevor er überhaupt mit dem Konservieren beginnt.

Prinzip: Der Gehalt an ätherischen Ölen ist kurz vor bzw. zu Beginn der Blüte am höchsten. Danach steckt die Pflanze ihre Energie in die Samenbildung, und das Aroma der Blätter lässt nach – viele Kräuter werden dann auch bitter oder strohig.

So geht’s: Ernte an einem trockenen Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, aber bevor die Mittagssonne die ätherischen Öle verdunsten lässt. Schneide mit einer sauberen Schere ganze Triebe statt nur einzelner Blätter – das fördert bei den meisten Kräutern auch den buschigen Nachwuchs.

Worauf achten:

Trocknen

Trocknen ist die einfachste und platzsparendste Methode – aber nur für die robusten mediterranen Kräuter wirklich empfehlenswert. Zarte Blattkräuter verlieren beim Trocknen den Großteil ihres Aromas und sind die Mühe nicht wert.

Eignet sich für: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei, Bohnenkraut, Lorbeer – allesamt Kräuter mit festen Blättern und hohem Gehalt an stabilen ätherischen Ölen.

Lufttrocknung im Bündel

So geht’s: Mehrere Triebe locker zu kleinen Bündeln binden und kopfüber an einem warmen, luftigen, vor allem aber schattigen und staubfreien Ort aufhängen. Direkte Sonne bleicht die Kräuter aus und zerstört Aroma. Je nach Kraut und Luftfeuchte dauert das ein bis zwei Wochen.

Worauf achten: Die Bündel dünn halten, damit die Luft zirkulieren kann – dicke Büschel trocknen innen nicht durch und schimmeln. Die Kräuter sind fertig, wenn die Blätter rascheln und beim Biegen brechen.

Dörrgerät oder Backofen

So geht’s: Im Dörrgerät schonend bei 35–40 °C trocknen. Diese niedrige Temperatur ist entscheidend – Hitze treibt die flüchtigen Aromaöle aus. Im Backofen klappt es nur mit niedrigster Stufe und einen Spalt offener Tür, damit die Feuchtigkeit entweicht; die meisten Backöfen werden ohne diesen Trick zu heiß.

Worauf achten: Lieber etwas länger bei niedriger Temperatur als schnell bei hoher. Übertrocknete oder verbrannte Kräuter schmecken nach nichts.

Lagern

So geht’s: Die getrockneten Kräuter dunkel und luftdicht in Gläsern oder Dosen aufbewahren. Licht und Sauerstoff sind die größten Aromaräuber im Vorrat.

Worauf achten: Blätter möglichst ganz lassen und erst beim Gebrauch zwischen den Fingern zerreiben – zerkleinerte Kräuter verlieren ihr Aroma viel schneller. Vor dem Einfüllen sicherstellen, dass das Material wirklich knochentrocken ist; Restfeuchte führt zu Schimmel im Glas.

Einfrieren

Für alle zarten Kräuter, die beim Trocknen versagen, ist Einfrieren die beste Methode. Die Kälte konserviert das Aroma fast vollständig; nur die Struktur leidet, was beim Würzen aber keine Rolle spielt.

Eignet sich für: Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Koriander – und Basilikum, sofern gehackt oder als Pesto.

So geht’s: Die Kräuter waschen, gut trockentupfen, fein hacken und portionsweise in die Mulden eines Eiswürfelbehälters füllen. Mit Wasser auffüllen, einfrieren, die fertigen Würfel in einen Beutel umfüllen. Beim Kochen kommt ein Würfel direkt in Suppe, Soße oder Pfanne. Wer die Kräuter für Salate oder zum Bestreuen braucht, füllt die Mulden statt mit Wasser mit Olivenöl – das Öl bleibt streichweich und die Kräuter behalten Farbe und Frische.

Worauf achten: Basilikum ist ein Sonderfall: Die frische Pflanze verträgt keine Kälte unter etwa 10 °C und wird im Kühlschrank schwarz. Tiefgefroren als gehacktes Kraut oder fertiges Pesto hält es sich dagegen problemlos. Gefrorene Kräuter immer direkt aus dem Gefrierfach verwenden, nicht erst auftauen – aufgetaut werden sie matschig und dunkel.

In Öl, Butter und Salz

Wer Kräuter nicht nur konservieren, sondern gleich verwendungsfertig vorbereiten will, legt sie in Fett oder Salz ein. Diese Methoden eignen sich besonders für die zarten Sorten und liefern nebenbei aromatische Grundzutaten für die Küche.

Kräuterbutter

So geht’s: Weiche Butter mit fein gehackten Kräutern, etwas Salz und nach Geschmack Knoblauch verrühren, zur Rolle formen und einfrieren. In Scheiben geschnitten hält sie sich monatelang.

Pesto

So geht’s: Basilikum (oder Petersilie, Bärlauch) mit Öl, Nüssen, Hartkäse und Salz pürieren. Pesto ist die aromastärkste Art, Basilikum über den Winter zu retten. Mit einer Schicht Öl bedeckt im Kühlschrank einige Wochen haltbar, in Portionen eingefroren deutlich länger.

Kräutersalz

So geht’s: Frische, gehackte Kräuter mit grobem Salz mischen – etwa zu gleichen Teilen oder mehr Salz als Kraut. Das Salz entzieht den Kräutern Feuchtigkeit und konserviert sie. Die Mischung locker trocknen lassen und in Gläser füllen.

Worauf achten: Das Salz muss die Kräuter ausreichend durchdringen; bei zu wenig Salz und feuchtem Kraut kann die Masse schimmeln.

Kräuteröl – mit Sicherheitshinweis

So geht’s: Kräuter in Öl ergeben aromatische Würzöle. Damit das gefahrlos gelingt, gilt eine wichtige Regel: Rohe, frische Kräuter und besonders frischer Knoblauch in Öl bieten unter Luftabschluss ideale Bedingungen für den Erreger des Botulismus – ein lebensgefährliches Risiko. Verwende für haltbare Würzöle daher getrocknete Kräuter, bewahre frisch angesetztes Kräuteröl ausschließlich kühl im Kühlschrank auf und verbrauche es zügig innerhalb weniger Tage.

Worauf achten: Nie frisches Kräuteröl mit rohem Knoblauch bei Raumtemperatur lagern. Im Zweifel auf getrocknete Zutaten setzen oder das Öl frisch und in kleinen Mengen ansetzen.

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