Rhabarber anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Rhabarber anbauen: mehrjährige Pflanze mit großem Platzbedarf – einmal gepflanzt liefert sie Jahr für Jahr Stiele für Kompott und Kuchen.
Rhabarber anbauen: mehrjährige Pflanze mit großem Platzbedarf – einmal gepflanzt liefert sie Jahr für Jahr Stiele für Kompott und Kuchen.
Der Rhabarber auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanzabstand | 1,0–1,5 m in alle Richtungen |
| Saatzeit / Pflanzzeit | März–April oder September–Oktober (Wurzelstöcke) |
| Zeit bis Ernte | ab 2. Standjahr |
| Erntezeitraum | April bis ca. 21. Juni (Johannistag) |
| Standort | vollsonnig bis leicht halbschattig |
| Boden-pH | 5,5–7,0 |
| Bodenart | tiefgründig, humos, wasserspeichernd, keine Staunässe |
| Dünger | Starkzehrer – Stallmist/Kompost |
| Lebensform | mehrjährig; 10–15 Jahre am selben Standort |
| Fruchtfolge | Dauerkultur |
| Schwierigkeit | einfach – kaum Pflege nach dem Anwachsen |
| Botanischer Name | Rheum rhabarbarum |
| Familie | Knöterichgewächse (Polygonaceae) |
| Herkunft | Ostasien |
Saatzeiten und Pflanzung von Rhabarber
März–April oder September–Oktober – Wurzelstöcke setzen. Aussaat ist im Hausgarten selten sinnvoll; die Vermehrung erfolgt meist über Teilung etablierter Wurzelstöcke.
Pflanzabstand
Abstand in alle Richtungen: 1,0–1,5 m. Zu enger Stand fördert Pilzkrankheiten und reduziert den Ertrag spürbar. Pro m² rechnet man praktisch mit einer Pflanze oder weniger – Rhabarber braucht viel Platz.
Temperaturen und Standort
- Wachstum (Tag): 15–25°C
- Winterhärte: gut winterhart in Mitteleuropa; benötigt eine Kälteperiode für kräftigen Austrieb
- Standort: vollsonnig bis leicht halbschattig; an sehr heißen, trockenen Standorten weniger vital – dort etwas Halbschatten vorteilhaft
- Boden: tiefgründig, humos, gut wasserspeichernd, zugleich gut drainiert; keine Staunässe
Dünger und Boden
Rhabarber ist ein Starkzehrer mit hohem Bedarf an organischer Substanz. Eine großzügige Gabe von gut verrottetem Stallmist oder Kompost vor dem Austrieb im Frühjahr und ggf. nach der Ernte ist ideal. Boden-pH: 5,5–7,0; gute Bodengüte ist wichtiger als ein exakter pH-Wert.
Rhabarber Sorten und Nutzung
- Rotstielig: Timperley Early, Victoria
- Grünstielig: Glaskins Perpetual
- Hinweis: Sorten unterscheiden sich in Stielfarbe, Erntezeit und Säuregehalt; rotfleischige Sorten wirken oft milder und eignen sich gut für Kuchen und Kompott
- Küche: Kompott, Crumble und Kuchen; Marmeladen und Chutneys in Kombination mit anderen Früchten; Saft, Sirup und Desserts
- Wichtig: nur die Stiele verwenden – Blätter sind ungenießbar und giftig (hohe Oxalsäure- und Toxingehalte)
Oxalsäure – Hinweise
Die Blattstiele enthalten Oxalsäure; die Blätter enthalten deutlich höhere Gehalte und weitere toxische Verbindungen – sie sind nicht zum Verzehr geeignet. Schälen und Kochen der Stiele reduziert die wahrnehmbare Oxalsäure; die Kombination mit calciumreichen Lebensmitteln (z. B. Milchprodukte) ist in der Küche üblich.
Nährwerte (pro 100 g roher Rhabarber)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 21 kcal |
| Wasser | 94,0 g |
| Kohlenhydrate | 4,5 g |
| Eiweiß | 0,9 g |
| Fett | 0,2 g |
| Ballaststoffe | 1,8 g |
| Vitamin C | 8 mg |
| Vitamin K | 29 µg |
| Kalium | 288 mg |
| Calcium | 86 mg |
Rhabarber in der Mischkultur
- Gut: Erdbeeren, Stauden und mehrjährige Kräuter im Randbereich
- Hinweis: durch den großen Platzbedarf am Rand des Beetes oder Gartens setzen; unter den großen Blättern wächst wenig anderes
- Schlechte Nachbarn: keine spezifischen Angaben; andere Tiefwurzler freihalten
Erwarteter Ertrag
- Pro Pflanze: 3–5 kg Stiele pro Jahr bei gut eingewachsenen Pflanzen; große, alte Horste können mehr liefern
- Für 4 Personen: 2 kräftige Pflanzen reichen (ca. 6–10 kg/Jahr) für Kompott, Kuchen und Einmachen
Pflege
- Gießen: gleichmäßig und reichlich, besonders in Trockenphasen; Staunässe vermeiden
- Mulchen: organischer Mulch (Kompost, Laub, Mist) hält den Boden feucht und nährstoffreich
- Blütenstiele: nach dem Erscheinen ausbrechen, um die Kraft in die Stielbildung zu lenken
- Teilen: alle 5–8 Jahre kann eine Teilung der Wurzelstöcke zur Verjüngung und Ertragssteigerung sinnvoll sein
Rhabarber Ernte
- Beginn: ab dem 2. Standjahr; im ersten Jahr möglichst nicht oder nur sehr wenig ernten
- Zeitraum: April bis ca. 21. Juni (Johannistag)
- Technik: Stiele nicht schneiden, sondern am Ansatz fassen und vorsichtig herausdrehen; Blätter direkt entsorgen
- Ernteende: nach dem 21. Juni keine oder nur sehr zurückhaltende Ernte – die Pflanze benötigt die restliche Saison zur Einlagerung von Reservestoffen im Wurzelstock
Häufige Fehler beim Anbau von Rhabarber
- Nach dem 21. Juni ernten – Pflanzen brauchen die restliche Saison zur Regeneration
- Blütenstiele nicht entfernen – kostet der Pflanze viel Kraft
- Zu eng pflanzen – Rhabarber braucht viel Platz und Luft
- Blätter verwenden – sie sind giftig und nicht zum Verzehr geeignet
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- Gemüsegarten im März – Im Frühjahr gesähter Rhabarber bringt im 2ten Jahr eine Ernte.
- Gemüsegarten im September – Rhabarber wird für die nächste Saison in Wurzelstöcken gepflanzt.
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