Rhabarber anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Der Rhabarber auf einen Blick
- Aussaat
- Saatzeit / Pflanzzeit März–April oder September–Oktober (Wurzelstöcke)
- Standort
- Standort vollsonnig bis leicht halbschattigBodenart tiefgründig, humos, wasserspeichernd, keine Staunässe
- Abstand
- Pflanzabstand 1,0–1,5 m in alle Richtungen
- Ernte
- Zeit bis Ernte ab 2. StandjahrErntezeitraum April bis etwa Johanni (24. Juni); junge oder schwache Pflanzen kürzer beernten
Weitere Anbaudaten und Botanik
Rhabarber anbauen: mehrjährige Pflanze mit großem Platzbedarf – einmal gepflanzt liefert sie Jahr für Jahr Stiele für Kompott und Kuchen.
- Boden-pH
- 5,5–7,0
- Dünger
- Starkzehrer – Stallmist/Kompost
- Fruchtfolge
- Dauerkultur
- Schwierigkeit
- einfach – kaum Pflege nach dem Anwachsen
- Lebensform
- mehrjährig; 10–15 Jahre am selben Standort
- Botanischer Name
- Rheum rhabarbarum
- Familie
- Knöterichgewächse (Polygonaceae)
- Herkunft
- Ostasien
Inhalt14 Abschnitte
- Der Rhabarber auf einen Blick
- Saatzeiten und Pflanzung von Rhabarber
- Pflanzabstand
- Temperaturen und Standort
- Dünger und Boden
- Rhabarber Sorten und Nutzung
- Oxalsäure – Hinweise
- Nährwerte (pro 100 g roher Rhabarber)
- Rhabarber in der Mischkultur
- Erwarteter Ertrag
- Pflege
- Rhabarber Ernte
- Häufige Fehler beim Anbau von Rhabarber
- Infografik
Rhabarber anbauen: mehrjährige Pflanze mit großem Platzbedarf – einmal gepflanzt liefert sie Jahr für Jahr Stiele für Kompott und Kuchen.
Saatzeiten und Pflanzung von Rhabarber
März–April oder September–Oktober – Wurzelstöcke setzen. Aussaat ist im Hausgarten selten sinnvoll; die Vermehrung erfolgt meist über Teilung etablierter Wurzelstöcke.
Pflanzabstand
Abstand in alle Richtungen: 1,0–1,5 m. Zu enger Stand fördert Pilzkrankheiten und reduziert den Ertrag spürbar. Pro m² rechnet man praktisch mit einer Pflanze oder weniger – Rhabarber braucht viel Platz.
Passendes Werkzeug: Pflanzabstand-Rechner
Temperaturen und Standort
- Wachstum (Tag): 15–25°C
- Winterhärte: gut winterhart in Mitteleuropa; benötigt eine Kälteperiode für kräftigen Austrieb
- Standort: vollsonnig bis leicht halbschattig; an sehr heißen, trockenen Standorten weniger vital – dort etwas Halbschatten vorteilhaft
- Boden: tiefgründig, humos, gut wasserspeichernd, zugleich gut drainiert; keine Staunässe
Dünger und Boden
Rhabarber ist ein Starkzehrer mit hohem Bedarf an organischer Substanz. Eine großzügige Gabe von gut verrottetem Stallmist oder Kompost vor dem Austrieb im Frühjahr und ggf. nach der Ernte ist ideal. Boden-pH: 5,5–7,0; gute Bodengüte ist wichtiger als ein exakter pH-Wert.
Rhabarber Sorten und Nutzung
- Rotstielig: Timperley Early, Victoria
- Grünstielig: Glaskins Perpetual
- Hinweis: Sorten unterscheiden sich in Stielfarbe, Erntezeit und Säuregehalt; rotfleischige Sorten wirken oft milder und eignen sich gut für Kuchen und Kompott
- Küche: Kompott, Crumble und Kuchen; Marmeladen und Chutneys in Kombination mit anderen Früchten; Saft, Sirup und Desserts
- Wichtig: nur die Stiele verwenden – Blätter sind ungenießbar und giftig (hohe Oxalsäure- und Toxingehalte)
Oxalsäure – Hinweise
Die Blattstiele enthalten Oxalsäure; die Blätter sind nicht zum Verzehr geeignet. Der Gehalt in den Stielen kann im Saisonverlauf steigen, hängt aber auch von Sorte und Witterung ab. Am 24. Juni gibt es keinen plötzlichen Wechsel. Die Erntepause dient vor allem der Regeneration der Staude. Mehr zur Einordnung unter Johannistag im Garten.
Nur die Stiele für die Küche verwenden. Bei Nierenerkrankungen oder einer Neigung zu Calciumoxalatsteinen den Verzehr ärztlich abklären.
Nährwerte (pro 100 g roher Rhabarber)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 21 kcal |
| Wasser | 94,0 g |
| Kohlenhydrate | 4,5 g |
| Eiweiß | 0,9 g |
| Fett | 0,2 g |
| Ballaststoffe | 1,8 g |
| Vitamin C | 8 mg |
| Vitamin K | 29 µg |
| Kalium | 288 mg |
| Calcium | 86 mg |
Rhabarber in der Mischkultur
- Gut: Erdbeeren, Stauden und mehrjährige Kräuter im Randbereich
- Hinweis: durch den großen Platzbedarf am Rand des Beetes oder Gartens setzen; unter den großen Blättern wächst wenig anderes
- Schlechte Nachbarn: keine spezifischen Angaben; andere Tiefwurzler freihalten
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Erwarteter Ertrag
- Pro Pflanze: 3–5 kg Stiele pro Jahr bei gut eingewachsenen Pflanzen; große, alte Horste können mehr liefern
- Für 4 Personen: 2 kräftige Pflanzen reichen (ca. 6–10 kg/Jahr) für Kompott, Kuchen und Einmachen
Pflege
- Gießen: gleichmäßig und reichlich, besonders in Trockenphasen; Staunässe vermeiden
- Mulchen: organischer Mulch (Kompost, Laub, Mist) hält den Boden feucht und nährstoffreich
- Blütenstiele: nach dem Erscheinen ausbrechen, um die Kraft in die Stielbildung zu lenken
- Teilen: alle 5–8 Jahre kann eine Teilung der Wurzelstöcke zur Verjüngung und Ertragssteigerung sinnvoll sein
Rhabarber Ernte
- Beginn: ab dem 2. Standjahr; im ersten Jahr möglichst nicht oder nur sehr wenig ernten
- Zeitraum: April bis etwa Johanni am 24. Juni; Alter, Zustand und Sorte der Pflanze mit berücksichtigen
- Technik: Stiele nicht schneiden, sondern am Ansatz fassen und vorsichtig herausdrehen; Blätter direkt entsorgen
- Ernteende: bei gewöhnlichen Hausgartensorten die Ernte üblicherweise um Johanni beenden und genügend gesundes Laub belassen; junge oder schwache Pflanzen früher schonen. Die Erntepause ermöglicht die Einlagerung von Reservestoffen im Wurzelstock.
Häufige Fehler beim Anbau von Rhabarber
- Zu lange oder zu intensiv ernten – Pflanzen brauchen ausreichend Laub und eine Erntepause zur Regeneration
- Blütenstiele nicht entfernen – kostet der Pflanze viel Kraft
- Zu eng pflanzen – Rhabarber braucht viel Platz und Luft
- Blätter verwenden – sie sind giftig und nicht zum Verzehr geeignet
Weiterlesen
- Gemüsegarten im März – Im Frühjahr gesähter Rhabarber bringt im 2ten Jahr eine Ernte.
- Gemüsegarten im September – Rhabarber wird für die nächste Saison in Wurzelstöcken gepflanzt.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Infografik