Monat für Monat wissen, was im Gemüsegarten sinnvoll ist

Anbauplan für den Gemüsegarten erstellen – so geht's

Ein Anbauplan ist kein Gartentagebuch und kein Wunschzettel — er ist ein Werkzeug. Wer ihn richtig nutzt, vermeidet Fruchtfolge-Fehler, hat immer eine Folgenutzung bereit wenn ein Beet frei wird, und weiß im März was als nächstes kommt, ohne neu nachdenken zu müssen.

Der Januar ist der beste Zeitpunkt dafür. Kein Zeitdruck, kein Wachstum das ablenkt, klarer Kopf.

Schritt 1: Beete und Flächen aufnehmen

Zuerst eine Übersicht aller verfügbaren Flächen. Für jedes Beet notieren:

Eine einfache Skizze auf Papier oder ein Tabellenblatt reicht vollkommen. Kein aufwendiges Zeichenprogramm nötig.

Schritt 2: Kulturen und ihren Platzbedarf festlegen

Welche Gemüse kommen ins Beet? Für jede Kultur notieren:

Ein einfaches Beispiel für ein 4 m² Beet:

KulturFlächeIns BeetErnteNachkultur
Spinat1 m²MärzMaiBohnen
Radieschen0,5 m²AprilMaiSalat
Tomaten (2 Pflanzen)1,5 m²MaiSep–Okt
Basilikum1 m²MaiJun–SepFeldsalat

Schritt 3: Fruchtfolge einhalten

Fruchtfolge bedeutet: dieselbe Pflanzengruppe nicht mehrere Jahre hintereinander auf denselben Flächen anbauen. Sonst reichern sich Schädlinge und Pilze im Boden an, die speziell diese Gruppe befallen.

Grobe Gruppen und Wartezeiten:

GruppeBeispielePause
NachtschattengewächseTomaten, Paprika, Auberginen, Kartoffeln3–4 Jahre
KreuzblütlerKohl, Radieschen, Rucola, Senf3 Jahre
DoldenblütlerMöhren, Petersilie, Fenchel, Sellerie2–3 Jahre
LauchgewächseZwiebeln, Lauch, Knoblauch, Schnittlauch3 Jahre
HülsenfrüchteBohnen, Erbsen2 Jahre
KürbisgewächseGurken, Zucchini, Kürbis, Melonen2–3 Jahre
Salate und BlattgemüseSalat, Spinat, Mangold1–2 Jahre

Stickstoff-Logik: Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen) reichern Stickstoff im Boden an. Danach kommen Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten gut. Schwachzehrer wie Möhren oder Salat folgen am Ende der Rotation.

Schritt 4: Vor- und Nachkulturen einplanen

Eine der häufigsten Planungslücken: Ein Beet wird mit einer Hauptkultur belegt, die erst im September fertig ist — davor und danach liegt es wochenlang brach.

Prinzip Vor-/Nachkultur:

Wer von Anfang an in zwei Lagen denkt (was steht jetzt, was kommt danach), verdoppelt die Flächennutzung ohne mehr Platz zu brauchen.

Schritt 5: Zeitplan anlegen

Der Anbauplan ist erst vollständig, wenn er die zeitliche Dimension enthält. Wann wird was gesät, vorgezogen, gepflanzt, geerntet?

Einfachste Methode: Eine Tabelle mit Kulturen in den Zeilen und Monaten in den Spalten. Einzeichnen: V = Vorziehen, S = Säen, P = Pflanzen, E = Ernte.

KulturJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOkt
TomatenVVVPEE
SalatS/PS/PS/PES/PS/PE
BohnenSSEE
FeldsalatSSE

Was einen guten Anbauplan ausmacht

Realistisch bleiben. Weniger Kulturen gut geführt schlägt viele Kulturen halbherzig. Ein Plan mit 6 Kulturen auf 10 m² ist besser als 20 Kulturen die nie sauber gepflegt werden.

Flexibel lassen. Witterung, Keimung und Lieferverzögerungen werfen immer etwas um. Der Plan ist ein Anhaltspunkt, kein Vertrag.

Jährlich anpassen. Nach der Saison notieren was funktioniert hat, was nicht. Den Plan fürs nächste Jahr mit echten Erfahrungen verbessern.

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