Dill anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Dill anbauen: April-Juli Direktsaat; Abstand 25 cm; Ertrag 0,5-1 kg/m²; Pfahlwurzel – nie umpflanzen; klassischer Gurkenpartner.

Dill ist der klassische Gurkenpartner und das unkomplizierteste Kraut für Direktsaat: Im April ab geht’s, alle drei Wochen nachsäen, und von Mai bis Oktober gibt es kontinuierlich frische Triebspitzen. Wichtigste Regel: nie umpflanzen – Dill hat eine tiefe Pfahlwurzel und verträgt den Transplantationsschock nicht.
Dill auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Dill (Anethum graveolens) |
| Nutzungsgruppe | Küchenkraut / Gewürzpflanze |
| Lebensform | einjährig, selbstsäend |
| Aussaat | April–Juli (Direktsaat) |
| Saattiefe | 0–0,5 cm (leicht andrücken, nicht bedecken) |
| Keimdauer | 10–30 Tage |
| Pflanzabstand | 25 cm |
| Reihenabstand | 25–30 cm |
| Pflanzen pro m² | 12–16 |
| Standort | locker, humos, sonnig |
| Boden-pH | 6,0–7,6 |
| Nährstoffbedarf | Schwachzehrer |
| Temperatur Tag | 15–25 °C |
| Zeit bis Ernte (Kraut) | 40–60 Tage |
| Zeit bis Blüte | 85–100 Tage |
| Ertrag pro m² | 0,5–1 kg |
| Ertrag pro Pflanze | 30–80 g |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 1 m² mit 12 Pflanzen liefert ca. 0,7 kg |
| Erntezeitraum | Mai–Oktober |
| Herkunft | Südeuropa und Westasien |
| Botanisch | Anethum graveolens |
| Familie | Doldenblütler (Apiaceae) |
| Fruchtfolge | 4 Jahre (Doldenblütler) |
Standort und Pflege für Dill
- Standort: sonnig bis halbschattig bevorzugt; lockerer, humoser, nährstoffreicher Boden; pH 6,0–7,6. Windexponierten Standorten meiden – hohe Pflanzen (bis 120 cm) können umknicken.
- Saat: immer Direktsaat! Keine Voranzucht – Dill hat eine tiefe Pfahlwurzel, die das Umpflanzen nicht überlebt. Samen 0–0,5 cm tief einstreichen und andrücken (nicht bedecken).
- Gießen: gleichmäßig feucht; viel Wasser; Staunässe vermeiden. Morgens gießen, Aroma am intensivsten am Morgen.
- Düngung: kein Dünger nötig; gelegentlich Kompost schadet nicht; Schwachzehrer.
- Vereinzeln: früh auf 25 cm vereinzeln – die Pfahlwurzel braucht Platz.
- Selbstaussaat: einige Dolden ausreifen lassen, Samen überwintern im Boden und keimen im Folgejahr selbst an.
Wichtige Punkte beim Anbau von Dill
- Nie umpflanzen: Pfahlwurzel = kein Transplantieren möglich. Immer direkt an den endgültigen Standort säen.
- Staffelaussaat alle 3 Wochen von April bis Juli für kontinuierliche Ernte bis Oktober.
- Aroma vor der Blüte am intensivsten: Triebspitzen morgens ernten, wenn noch kein Tau verdunstet ist. Durch regelmäßiges Ernten wird die Blüte hinausgezögert.
- Fenchel und Dill nie nebeneinander: Kreuzbestäubung verändert das Aroma beider Pflanzen irreversibel – mind. 500 m Abstand im Erwerbsanbau, im Hobbygarten möglichst weit voneinander entfernt halten.
- Einfrieren statt trocknen: Das Aroma bleibt beim Einfrieren besser erhalten als beim Trocknen.
Dill in der Mischkultur
- Gut: Gurken (klassische Synergie – soll den Gurkenertrag fördern), Kohl, Salat, Karotten (Dill keimt früher und markiert langsam keimende Reihen), Zwiebeln, Lauch.
- Schlecht: Fenchel (Kreuzbestäubung; Aroma beider Pflanzen leidet), Petersilie (gleiche Familie; Schädlingsdruck), Basilikum (Wachstumshemmung), Gartenkresse, Kümmel.
- Ökologisch wertvoll: Doldenblüten locken Bienen, Schwebfliegen und nützliche Wespen an, deren Larven Blattläuse vertilgen.
Dill Sorten und Nutzung
- Kraut/blattreich: Dukat, Mammut, Annette, Goldkrone (Tetra-Dill) – langsames Schießen, für kontinuierliche Blatternte.
- Doppelnutzung (Kraut + Samen): Superdukat.
- Topf/Balkon: kleinbleibende Sorten für Kübelanbau.
- Küche: Gurkensalat, Gewürzgurken, Fischgerichte, Kartoffeln, Suppen, Grüne Soße, Kräuterbutter; Samen für Einlegen, Brot und Likör.
- Ernte Samen: August–Oktober wenn die Samen braun werden. Dolden über einem Tuch abschneiden; Samen trocknen; mehrere Jahre keimfähig.
Nährwerte (pro 100 g frischer Dill)
- Energie: ca. 43 kcal.
- Wasser: ca. 86 g.
- Kohlenhydrate: ca. 5,0 g.
- Eiweiß: ca. 3,5 g.
- Fett: ca. 1,1 g.
- Ballaststoffe: ca. 2,1 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 85 mg, Vitamin A ca. 771 µg (sehr hoch), Vitamin K ca. 55 µg, Folsäure ca. 150 µg, Vitamin B6 ca. 0,18 mg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 738 mg, Calcium ca. 208 mg, Magnesium ca. 55 mg, Eisen ca. 6,6 mg (sehr hoch).
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Carvon (Hauptaroma; ätherisches Öl), Limonen, Antioxidantien.
- Hinweis: Als Gewürz werden typischerweise kleine Mengen verzehrt.
Ernte und Lagerung von Dill
Triebspitzen morgens ernten, bevor die Mittagssonne das Aroma verflüchtigt. Frisch hält Dill in Wasser gestellt auf der Fensterbank 3–5 Tage; im Kühlschrank ca. 1 Woche. Einfrieren ist besser als Trocknen (Aroma bleibt besser erhalten). In Pflanzenöl einlegen möglich.
Ertrag von Dill im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reicht ca. 1 m² mit 12 Pflanzen und Staffelaussaat alle 3 Wochen, was von Mai bis Oktober etwa 0,7 kg frischen Dill liefert – genug für Gurkenzeit und Vorrat.
Häufige Fehler beim Anbau von Dill
- Vorgezogen und umpflanzt – Pfahlwurzel überlebt den Transplantationsschock nicht; immer Direktsaat
- Neben Fenchel gesät – Kreuzbestäubung verändert das Aroma beider Pflanzen dauerhaft
- Nur einmal gesät – ohne Staffelaussaat endet die Ernte schnell; alle 3 Wochen nachsäen
- Getrocknet statt eingefroren – Dill verliert beim Trocknen viel Aroma; lieber einfrieren
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- Gemüsegarten im April – erste Dillaussaat ab April möglich.
- Gemüsegarten im Juli – Samen-Ernte vorbereiten; Dolden stehen lassen.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.