Basilikum anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Basilikum anbauen: März indoor, ab Mai Freiland; Abstand 20-30 cm; Ertrag 1-2 kg/m²; Lichtkeimer, frostempfindlich, klassischer Tomatenpartner.

Basilikum ist wärmehungrig, frostempfindlich und stirbt schon unter 5 °C ab – aber wer ihm einen warmen, windgeschützten Platz gibt und morgens an der Wurzel gießt, wird mit kontinuierlichem Erntegut von Juni bis Oktober belohnt. Als Tomatenpartner hält er mit seinen ätherischen Ölen Thripse, Blattläuse und Raupen auf Abstand.
Basilikum auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Basilikum (Ocimum basilicum) |
| Nutzungsgruppe | Küchenkraut / Heilpflanze |
| Lebensform | einjährig, sehr wärmeliebend |
| Voranzucht | März–Juni (bei 16–25 °C) |
| Direktsaat Freiland | ab Mitte Mai (nach Eisheiligen) |
| Auspflanzen | ab Mitte Mai–Juli |
| Saattiefe | Lichtkeimer – kaum bedecken (0–0,5 cm) |
| Keimdauer | 8–15 Tage |
| Pflanzabstand | 20–30 cm |
| Reihenabstand | 25–30 cm |
| Pflanzen pro m² | 10–15 |
| Standort | locker, nährstoffreich, vollsonnig, windgeschützt |
| Boden-pH | 6,0–7,0 |
| Temperatur Tag | 20–30 °C |
| Temperatur Nacht | mindestens 15 °C |
| Frostempfindlich | ab 5 °C Schäden |
| Zeit bis Ernte | 30–60 Tage |
| Ertrag pro m² | 1–2 kg |
| Ertrag pro Pflanze | 100–200 g |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 1 m² mit 12 Pflanzen liefert ca. 1,5 kg |
| Erntezeitraum | Juni–Oktober |
| Herkunft | Indien / tropisches Asien |
| Botanisch | Ocimum basilicum |
| Familie | Lippenblütler (Lamiaceae) |
Standort und Pflege für Basilikum
- Standort: vollsonnig, warm, windgeschützt – Basilikum ist eine der wärmeliebendsten Küchenpflanzen. Direktsaat oder Auspflanzen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai). Frostempfindlich bis 5 °C.
- Gießen: morgens, direkt an der Wurzel, Laub trocken halten. Bei Hitze täglich, sobald die oberste Erdschicht trocken ist. Staunässe führt zu Schwarzbeinfäule und Wurzelfäule.
- Düngung: Mittelzehrer; organischen Flüssigdünger alle 2–3 Wochen im Topf; Kompost zum Saisonstart im Beet. Überdüngung schadet dem Aroma.
- Triebspitzen ausbrechen: regelmäßig die Wachstumsspitzen abzwicken fördert buschigen Wuchs und verlängert die Ernteperiode erheblich.
- Blütenansätze entfernen: Sobald Blütenansätze erscheinen, sofort entfernen – Blütenbildung hemmt die Blattproduktion deutlich.
- Fruchtfolge: Standortwechsel jährlich (bodenbürtige Krankheiten vermeiden).
Wichtige Punkte beim Anbau von Basilikum
- Basilikum ist ein Lichtkeimer: Samen nur 0–0,5 cm tief einstreichen und andrücken; nicht bedecken.
- Supermarkt-Basilikum: Im Supermarkt verkaufte Töpfe sind meist zu dicht bepflanzt und für Dauerkultur nicht geeignet. Besser teilen und vereinzeln oder eigene Pflanzen ziehen.
- Kälte ist gefährlicher als Trockenheit: Basilikum verträgt weder Nächte unter 15 °C noch kalte Zugluft; Fensterbankpflanzen nicht neben einem offenen Fenster stellen.
- Stecklinge bewurzeln: Triebspitzen in Wasser stellen – nach 1–2 Wochen Wurzeln und neue Pflanzen.
Basilikum in der Mischkultur
- Gut: Tomaten (klassische Synergie – ätherische Öle wie Linalool und Eugenol schrecken Thripse, Blattläuse und Raupen ab), Paprika, Zucchini, Ringelblumen, Tagetes.
- Schlecht: andere Lippenblütler wie Pfefferminze, Salbei, Thymian – teilen dieselben Krankheiten und Schädlinge (Lamiaceae-Familie).
Basilikum Sorten und Nutzung
- Genovese-Typ: Genovese, Italiano Classico – großblättrig, intensiv, klassisch für Pesto.
- Busch-Typ: Griechisches Basilikum, Buschbasilikum – kompakt, fein, ideal für Topf und Balkon.
- Violett: Dark Opal, Rubin, Purple Ruffles – dekorativ, fruchtig-würzig.
- Besondere Aromen: Zitronenbasilikum, Zimtbasilikum, Thai-Basilikum (Siam Queen) – für asiatische Küche.
- Mehrjährig möglich: African Blue an warmem Platz als Zimmerpflanze.
- Küche: Pesto, Caprese, Pasta, Salate, Pizza, Saucen, Fischgerichte; frisch kurz vor dem Servieren zugeben – Aroma geht bei langem Kochen verloren.
- Konservierung: einfrieren (Aroma besser erhalten als beim Trocknen) oder in Kräuteröl einlegen.
Nährwerte (pro 100 g frisches Basilikum)
- Energie: ca. 41 kcal.
- Wasser: ca. 86 g.
- Kohlenhydrate: ca. 5,1 g.
- Eiweiß: ca. 3,1 g.
- Fett: ca. 0,8 g.
- Ballaststoffe: ca. 3,1 g.
- Vitamine: Vitamin K ca. 415 µg (sehr hoch), Vitamin C ca. 26 mg, Vitamin A ca. 0,66 mg, Vitamin E ca. 1,0 mg, B-Vitamine vorhanden.
- Mineralstoffe: Calcium ca. 213 mg, Kalium ca. 295 mg, Eisen ca. 5,5 mg (hoch), Magnesium ca. 11 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Linalool und Eugenol (ätherische Öle; antibakteriell, entzündungshemmend, schädlingsabwehrend).
Ernte und Lagerung von Basilikum
Triebspitzen kontinuierlich ernten; nie mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal. Frisch bei Raumtemperatur in Wasser stellen (nicht kühlen – Kälte unter 10 °C schadet dem Aroma). Für Vorrat einfrieren oder trocknen.
Ertrag von Basilikum im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reicht ca. 1 m² mit 12 Pflanzen, was von Juni bis Oktober etwa 1,5 kg frisches Basilikum liefert. Regelmäßiges Ausbrechen der Triebspitzen verlängert die Ernteperiode deutlich.
Krankheiten und Schädlinge bei Basilikum
Krankheiten: Falscher Mehltau (Peronospora belbahrii; gelbe Flecken oben, grau-violetter Belag unten), Fusarium-Welke, Grauschimmel, Schwarzbeinfäule durch Staunässe.
Schädlinge: Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben (bei Trockenheit), Thripse, Schnecken bei Jungpflanzen.
Vorbeugung: sonniger, luftiger, windgeschützter Standort; morgens gießen, Laub trocken halten; ausreichend Pflanzabstand; befallene Pflanzenteile sofort entfernen (nicht kompostieren).
Häufige Fehler beim Anbau von Basilikum
- Vor den Eisheiligen raus – ein Frost oder Nacht unter 5 °C zerstört die Pflanze sofort
- Von oben gegossen – feuchtes Laub fördert Mehltau und Schimmel; immer an der Wurzel gießen
- Blütenansätze stehen lassen – Blattproduktion bricht ein; sofort entfernen
- Zu kalt am Fenster – Zugluft und kalte Fensterbretter schädigen Basilikum auch ohne Frost
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- Gemüsegarten im März – Voranzucht Basilikum ab März auf der Fensterbank.
- Gemüsegarten im Mai – nach den Eisheiligen ins Beet oder auf den Balkon.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.