Dürrfleckenkrankheit: Alternaria erkennen und vorbeugen

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An den älteren Tomatenblättern entstehen braune Flecken, in denen du feine konzentrische Ringe erkennst. Das Gewebe darum vergilbt, einzelne Blätter vertrocknen. Dieses Zielscheibenmuster passt zur Dürrfleckenkrankheit durch Alternaria. Es ist ein hilfreicher Hinweis, aber kein alleiniger Beweis für den Erreger.

Der Name Dürrfleckenkrankheit wird vor allem bei Tomaten und Kartoffeln verwendet. Auch Kohl und Möhren bekommen Alternaria-Krankheiten; dort sind andere Arten beteiligt, und die Symptome unterscheiden sich. Diese Seite zeigt dir, worauf du je nach Kultur achten kannst und wie du weitere Infektionen begrenzt.

Was ist die Dürrfleckenkrankheit?

Alternaria ist eine Gattung echter Pilze. Die Kraut- und Braunfäule wird dagegen durch den Eipilz Phytophthora infestans verursacht. Ähnliche braune Flecken bedeuten deshalb nicht automatisch dieselbe Krankheit.

KulturErreger und Einordnung
TomateDürrfleckenkrankheit, unter anderem durch Alternaria solani und A. tomatophila; Blätter, Stängel und Früchte können betroffen sein
Kartoffelklassische Dürrfleckenkrankheit durch A. solani, auch mit Knollenbefall; daneben werden kleinere Sprühflecken mit anderen Alternaria-Arten in Verbindung gebracht
Kohl und andere KreuzblütlerAlternaria-Blattflecken beziehungsweise Kohlschwärze, insbesondere durch A. brassicae und A. brassicicola; je nach Kultur auch Schäden an Köpfen und Blumen
MöhreMöhrenschwärze durch A. dauci, überwiegend am Laub; die Schwarzfäule am Wurzelkopf und im Lager ist vor allem mit A. radicina verbunden

Die Arten haben unterschiedliche Wirtsspektren. Ein Alternaria-Befall an einer Kultur bedeutet nicht, dass derselbe Erreger alle hier genannten Gemüse befällt. Die Zuordnung erläutern die University of Minnesota für Tomaten, die LfL für Kartoffeln und die University of Minnesota für Kohl.

Schadbild erkennen: Unterschiede je Kultur

Schematische Illustration eines Tomatenblatts mit braunen Flecken und konzentrischen Ringen
Das Ringmuster ist ein typischer Hinweis an Tomate und Kartoffel. Die Illustration zeigt das Merkmal vereinfacht.

An Tomate und Kartoffel beginnen sichtbare Blattflecken häufig am älteren, unteren Laub. Größere Flecken können konzentrische Ringe zeigen, oft vergilbt das umliegende Gewebe. Kleine oder frühe Flecken müssen noch kein deutliches Ringmuster haben. Bei stärkerem Befall fließen sie zusammen und Blätter sterben ab.

KulturWeitere Symptome und Folgen
Tomatedunkle Stängelflecken und ledrige, eingesunkene Fruchtflecken, häufig nahe dem Stielansatz; starker Blattverlust kann Früchte ungeschützt der Sonne aussetzen
Kartoffeleingesunkene Knollenflecken mit trockener, fester, bräunlichschwarzer Fäule; die geschädigten Bereiche sind vergleichsweise scharf vom gesunden Gewebe abgegrenzt
Kohl, Brokkoli und Blumenkohlrunde braune bis schwarze Blattflecken, teils mit Ringen und gelbem Hof; Flecken können aufreißen. Befall an Brokkoli- oder Blumenkohlköpfen kann zu raschem Verderb führen.
Möhre: A. daucikleine, später zusammenfließende dunkle Flecken an Blattspreiten und Blattstielen; das Laub wirkt bei starkem Befall verbrannt und bricht bei der Ernte leichter ab

Fruchtstielansatz und Stängelbasis nicht verwechseln: Alternaria-Fruchtfäule an Tomaten ist etwas anderes als die als „collar rot“ bezeichnete Fäule an der bodennahen Stängelbasis von Jungpflanzen. Der englische Krankheitsname „early blight“ bezeichnet die Dürrfleckenkrankheit, nicht eine bestimmte Stelle an der Frucht.

Bei Möhren genauer unterscheiden: A. dauci schädigt überwiegend das Laub und kann auch oberflächliche schwarze Flecken am Möhrenkörper verursachen. Die typische trockene Schwarzfäule, die vom Wurzelkopf in die Wurzel reicht und im Lager Probleme bereiten kann, gehört vor allem zu A. radicina. Beide Arten können gemeinsam auftreten. Die BLE beschreibt die Möhrenschwärze; UC IPM grenzt die Schwarzfäule ab.

Ursache und Ausbreitung

Illustration einer Tomatenpflanze mit Blattflecken vor allem am älteren, unteren Laub
Älteres Laub ist häufig zuerst betroffen; der Befall muss nicht in einer festen Reihenfolge verlaufen.

Viele Alternaria-Krankheiten werden durch feuchte Bedingungen und mäßig warme bis warme Temperaturen begünstigt. Für Infektionen spielen Blattnässe oder sehr hohe Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle. Regen, Tau und dichtes Laub können solche Bedingungen schaffen. Temperaturansprüche unterscheiden sich zwischen Arten; die Witterung allein trennt Alternaria nicht sicher von anderen Blattkrankheiten.

Sporen gelangen durch Wind und Spritzwasser auf weiteres Pflanzengewebe. Auch Arbeiten im nassen Bestand können Erreger verschleppen. Neue Flecken können weitere Sporen liefern, sodass sich Infektionen während der Saison wiederholen. Bei günstigen Bedingungen kann auch Alternaria erheblichen Schaden verursachen; ein grundsätzlich langsamer Verlauf ist keine verlässliche Diagnosehilfe.

Die Überdauerungsquellen unterscheiden sich je nach Kultur: befallene Pflanzenreste, weitere Wirtspflanzen und teilweise Saatgut, bei Kartoffeln auch Knollen. Bei A. dauci ist der Erreger im Boden an infizierte Möhrenreste gebunden; daraus folgt keine pauschale dauerhafte Verseuchung jedes betroffenen Beets. Den Zusammenhang beschreibt UC IPM zur Möhrenschwärze.

Alternaria vorbeugen

Illustration zu gesundem Saatgut, Anbaupausen, luftig aufgebundenen Tomaten und wurzelnahem Gießen über einer Mulchschicht
Gesundes Ausgangsmaterial, passende Anbaupausen und kürzere Blattnässe ergänzen sich.

Bedarfsgerecht düngen statt Kalium nachlegen

Alterndes Gewebe und Pflanzenstress können den Befall begünstigen. Eine passende Wasser- und Nährstoffversorgung unterstützt die Pflanzen, schützt aber nicht sicher vor Infektion. Kalium ist kein Heilmittel gegen Alternaria. Zusätzliche Gaben ohne erkennbaren Bedarf sind keine gezielte Bekämpfung.

Auch Stickstoff ist nicht grundsätzlich schädlich: Mangel vermeiden, aber nicht einseitig überdüngen. Die University of Minnesota empfiehlt ausdrücklich ausreichende Stickstoff- und Phosphorversorgung und warnt vor Kaliumüberdüngung. Bei Unsicherheit helfen Nährstoffmangel erkennen, Düngefehler vermeiden und eine Bodenuntersuchung.

Anbaupausen nach Kultur planen

Eine Fruchtfolge mit Nichtwirtspflanzen kann den Befallsdruck senken. Ein Wechsel zwischen Tomate und Kartoffel ist dafür keine geeignete Unterbrechung. Bei Kohl sind auch verwandte Zwischenfrüchte zu berücksichtigen.

KulturOrientierung nach Alternaria-Befall
Tomate und verwandte KulturenDie University of Minnesota nennt mindestens zwei Jahre ohne Tomaten und verwandte anfällige Kulturen am Standort.
KohlgewächseDie University of Minnesota empfiehlt drei Jahre ohne Kreuzblütler; verwandte Gründüngung wie Ölrettich mit berücksichtigen.
MöhreDie BLE empfiehlt mindestens vier Jahre Anbaupause. Das geht über die zweijährige Empfehlung von UC IPM hinaus; Befallsgeschichte und weitere Fruchtfolgeprobleme mit einbeziehen.

Diese Empfehlungen stammen aus den oben verlinkten Kulturhinweisen. Anbaupausen garantieren keinen befallsfreien Bestand: Saat- und Pflanzgut sowie Sporen aus der Umgebung können erneut Erreger eintragen.

Was tun bei Befall?

Bereits abgestorbenes Gewebe wird nicht wieder gesund. Ziel ist, weitere Infektionen zu begrenzen und gesunde Blattmasse zu erhalten.

  1. Schadbild prüfen. Pflanze, Blatt- und mögliche Fruchtsymptome gemeinsam betrachten. Bei unklarem oder stark fortschreitendem Schaden fachliche Beratung beim Pflanzenschutzdienst suchen.
  2. Gezielt statt radikal entfernen. Einzelne befallene Tomatenblätter möglichst bei trockenen Pflanzen abnehmen. Gesunde Blattmasse und Fruchtbeschattung erhalten; stark befallene Pflanzen nicht durch wiederholtes Auslichten kahl schneiden. Die Tomatenmaßnahme nicht pauschal auf Kartoffeln oder Möhren übertragen.
  3. Blattnässe verkürzen. Belüftung verbessern, wurzelnah gießen und Spritzwasser begrenzen. Hände und Werkzeuge nach Kontakt mit kranken Pflanzenteilen reinigen; Reste nicht in gesunde Bestände tragen.
  4. Ernte nach Kultur beurteilen. Bei Kartoffeln ausgereifte Knollen möglichst bei trockenem Boden schonend ernten; Kontakt mit befallenem Kraut und Verletzungen vermeiden. Faule Knollen und verdorbene Kohlköpfe aussortieren. Schwarze Wurzelfäule an Möhren gesondert einordnen und geschädigte Ware nicht einlagern.
  5. Weiteren Nutzen abwägen. Bei wenigen Blattflecken kurz vor der letzten Tomatenernte kann Beobachten genügen. Entscheidend sind Ausbreitung, verbleibende Kulturzeit und betroffene Ernteorgane; die Schadschwelle hilft bei der Abwägung.

Die Kartoffelhinweise zu Knollenbefall und Ernte erläutert die LfL. Blattbefall bedeutet nicht automatisch, dass alle Früchte oder Wurzeln verdorben sind; die Ernteorgane selbst auf Schäden prüfen.

Pflanzenreste passend entsorgen

Befallenes Material nicht offen im Beet liegen lassen. Biotonne oder Grüngutannahme kommen infrage, wenn der örtliche Entsorger krankes Pflanzenmaterial annimmt; andernfalls den vorgesehenen Entsorgungsweg erfragen.

Ein gewöhnlicher Hauskompost garantiert keine Abtötung aller Erreger. Ein pauschales „niemals kompostieren“ ist für Blattflecken aber ebenfalls zu weitgehend: Der Pflanzenschutzdienst NRW nennt solche Erkrankungen unter Bedingungen als kompostierbar, wenn das Material sofort abgedeckt wird und sachgerecht verrottet. Diese Einordnung ist keine Freigabe für faule Wurzeln, Knollen oder unklar erkrankte ganze Pflanzen. Hinweise stehen unter Gartenhygiene und im Merkblatt des Pflanzenschutzdienstes NRW.

Pflanzenschutzmittel nur nach Prüfung der konkreten Anwendung

Im Hausgarten stehen Kulturmaßnahmen im Vordergrund. Falls du ein Mittel erwägst, prüfe das konkrete Produkt für Kultur, Anwendungsgebiet, Freiland oder Gewächshaus und Haus- und Kleingarten. Gebrauchsanleitung, zulässige Anwendungshäufigkeit, Auflagen und Wartezeit bis zur Ernte beachten. Die aktuelle Zulassung findest du in der BVL-Datenbank.

Eine pauschale Empfehlung für Kupfer oder Netzschwefel lässt sich für die verschiedenen hier behandelten Alternaria-Krankheiten nicht ableiten. Eine Eignung im ökologischen Anbau ersetzt die Prüfung der konkreten Anwendung nicht. Auch Brennnesseljauche oder zusätzliche Düngung sind keine belegte Behandlung des vorhandenen Befalls.

Verwechslungen und Grenzen der Diagnose

Schematischer Vergleich geringelter brauner Blattflecken und größerer unregelmäßiger brauner Blattstellen
Fleckformen helfen bei der Einordnung. Der vereinfachte Vergleich ersetzt keine Diagnose.
Mögliche Ursache an TomatenTypische Hinweise und Grenzen
Alternariagrößere braune Flecken können Ringe zeigen; häufig zuerst älteres Laub. Frühe Flecken und Mischbefall erschweren die Zuordnung.
Kraut- und Braunfäuleoft unregelmäßige, zunächst wassergetränkte Blattstellen, auch Stängel- und Fruchtschäden; bei feuchten Bedingungen weißlicher Belag an der Blattunterseite. Fehlender Belag schließt die Krankheit nicht aus.
Septoria-Blattfleckenmeist kleinere Flecken mit hellem Zentrum und dunklem Rand; schwarze Fruchtkörper können später sichtbar werden. Anfangs kann die Abgrenzung schwierig sein.
Bakterielle Blattfleckenkleine dunkle Flecken, teils mit Hof; Blatt- und Fruchtsymptome können sich mit anderen Erkrankungen überschneiden
Nährstoffmangel oder andere KulturproblemeAufhellungen und Randnekrosen können Hinweise sein. Verteilung, Wasserversorgung und Nährstoffsituation prüfen; abgestorbenes Gewebe wird durch Nachdüngen nicht wieder gesund.

Ringmuster, Wetter und Ausbreitungstempo sind keine sicheren Ausschlussregeln. Mehrere Ursachen können gleichzeitig auftreten. Der grauweiße Belag der Krautfäule kann bei Trockenheit verschwinden, wie die LfL beschreibt. Für die erste Einordnung kannst du den Pflanzen-Doktor nutzen.

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