Erbsen anbauen – frühe Aussaat, Rankhilfe und laufende Ernte
Erbsen anbauen vom frühen Saattermin bis zur Ernte. Mit Abstand, Rankhilfe und Sortenwahl.

✓ Gute Nachbarn: Mais·Karotten·Radieschen
✗ Schlechte Nachbarn: Zwiebeln·Kartoffeln
Erbsen gehören zu den frühesten Gemüsekulturen im Jahr. Sie kommen mit kühlen Temperaturen zurecht und verbessern den Boden als Leguminose. Wichtig ist vor allem, den richtigen Typ zu wählen: Buschformen brauchen wenig Stütze, hohe Sorten fast immer ein Gerüst.
Erbsen auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Botanischer Name | Pisum sativum |
| Familie | Hülsenfrüchtler (Fabaceae) |
| Ursprung | Vorderasien / östliches Mittelmeergebiet |
| Typ | einjährig, kletternd/buschig, stickstoffbindend |
| Wachstumsdauer | 60–90 Tage bis Ernte |
| Aussaat | Februar–April (Frühjahr), bis Juni (Sommer), August in milden Lagen (Herbst) |
| Saattiefe | 3–5 cm |
| Pflanzabstand | 5–10 cm |
| Reihenabstand | 30–50 cm |
| Pflanzen pro m² | 40–80 |
| Standort | locker, gut drainiert, mittlere bis geringe N-Versorgung ausreichend |
| Boden-pH | 6,0–7,5 |
| Erntezeitraum | Mai–Juli |
| Ertrag pro m² | 0,5–1,5 kg (Mark-/Palerbsen), bis 2–3 kg (Zuckererbsen) |
| Ertrag pro Pflanze | 10–30 g |
| Fruchtfolge | gute Vorfrucht durch Stickstoffanreicherung; keine direkte Wiederholung mit Leguminosen |
Standort und Pflege für den Anbau von Erbsen
- Temperatur: Tag 15–20 °C, Nacht 5–10 °C, Keimung 4–20 °C (auch in kühlem Boden möglich); kühl-liebend, hitzeempfindlich
- Dünger: Stickstoff niedrig (Knöllchenbakterien binden N selbst), P/K ausgewogen — kein hoher N-Dünger, Frischmist vermeiden!
- Rankhilfen: Spaliere, Netze oder Reisig bei mittleren und hohen Sorten
- Gießen: gleichmäßig, nicht staunass; in Blüte und Hülsenbildung ausreichend Wasser wichtig
- Bodenpflege: flach hacken, um Wurzeln nicht zu beschädigen; Mulch hält Feuchtigkeit
- Erntehinweis: Hülsen regelmäßig pflücken, um weiteren Ansatz zu fördern
Ernte und Lagerung von Erbsen
- Mark-/Palerbsen: Hülsen prall, Körner gut ausgebildet und noch süß
- Zuckererbsen: Hülsen noch zart, Körner erst ansatzweise erkennbar
- Methode: Hülsen einzeln mit der Hand pflücken — keine ganzen Ranken herausreißen, um weitere Blüten nicht zu schädigen
- Erntefenster: 4–6 Wochen laufende Ernte bei geeigneten Bedingungen
- Lagerung: 0–4 °C, hält frisch 1–2 Wochen; Geschmacks- und Zuckerverlust setzt schnell ein
- ⚠️ möglichst zeitnah nach der Ernte verwenden oder rasch kühlen/einfrieren
Erbsen in der Mischkultur
- Gut: Mais, Karotten, Radieschen
- Schlecht: Zwiebeln, Kartoffeln
- Hinweis: Als Leguminose gute Nachbar- und Vorfrucht für viele Starkzehrer
Erbsen Sorten
| Gruppe | Sorten |
|---|---|
| Palerbsen | Allerfrüheste Mai, Frühe Harzerin, Germana |
| Markerbsen | Wunder von Kelvedon, Gloriosa, Novella |
| Zuckererbsen | Ambrosia, Sublima, Norli |
| Busch/kompakt | Tom Thumb, Little Marvel |
| Kletternd | Exzellenz, Jumbo |
| Winter | Sima |
| Früh reifend | Feltham First |
| Ertragreich | Maxigolt |
| Mehltauresistent | Vitara |
Nährwerte (pro 100 g, gekochter Erbsen)
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Energie | 80 kcal |
| Wasser | 73 g |
| Kohlenhydrate | 14,5 g |
| Eiweiß | 5,4 g |
| Fett | 0,4 g |
| Ballaststoffe | 5,1 g |
| Zucker | 5,7 g |
| Vitamin C | 10 mg |
| Vitamin K | 24 µg |
| Folat | 65 µg |
| Kalium | 244 mg |
| Magnesium | 34 mg |
| Eisen | 1,5 mg |
Werte gerundet nach typischen Tabellen für gekochte grüne Erbsen.
Ertrag für den Hausgarten
Für vier Personen: 6 m², ca. 300 Pflanzen, geschätzter Ertrag ca. 8 kg frische Erbsen in der Saison.
Wirtschaft (Deutschland)
Im Erwerbsanbau eher Nischenkultur im Vergleich zu anderen Gemüsen; größere wirtschaftliche Bedeutung im Tiefkühlbereich.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Echter Mehltau (Erysiphe-Arten): begünstigt durch Trockenstress und enge Bestände; luftige Pflanzung und ausreichend Wasser als Vorbeugung
- Fusarium-Wurzelfäule: fördert Bodenmüdigkeit; unbedingt Fruchtfolge beachten, keine Wiederholung mit Leguminosen
Schädlinge:
- Schwarze Blattlaus: schwache Pflanzen stärker gefährdet; robuste/resistente Sorten wählen und Nützlinge fördern
- Erbsenwickler: Raupen in Hülsen; Insektenschutznetze und frühe Aussaat können den Befallsdruck senken
- Schnecken: vor allem Jungpflanzen gefährdet; Barrieren, Absammeln, ggf. Fallen