Gemüse im April vorziehen
Im April ist Vorzucht noch sinnvoll – vor allem für wärmeliebende Kulturen, die ins Freiland erst ab Mitte Mai oder Juni kommen. Wer jetzt mit der Anzucht beginnt, hat zur richtigen Zeit kräftige Jungpflanzen bereit. Entscheidend sind dabei ausreichend Licht, die richtige Temperatur und geeignetes Substrat.
Welche Kulturen im April vorgezogen werden
Noch anzusetzen im April
- Gurken – keimt schnell bei Wärme, bereit für die Auspflanzung ab Mitte Mai
- Zucchini – wächst rasant, nicht zu früh ansetzen, sonst wird die Pflanze zu groß
- Kürbis – ähnlich wie Zucchini, Topf sollte groß genug sein
- Paprika – langsame Entwicklung, April-Anzucht ergibt Auspflanzung ab Ende Mai
- Auberginen – brauchen viel Wärme, früher Anzuchtstart zahlt sich aus
- Basilikum – keimt gut bei Wärme, empfindlich gegenüber Kälte
Bereits im März angesetzt – jetzt weiterführen
- Tomaten – sollten jetzt schon im Topf stehen und regelmäßig pikiert oder umgetopft werden
- Sellerie – langsamer Wuchs, braucht konsequente Lichtversorgung
- Porree – robust, wächst gleichmäßig, bereit zur Auspflanzung ab Mai
Wie die Anzucht gelingt
Licht
Licht ist im April der wichtigste Faktor für kräftige Jungpflanzen. Fensterbrett-Anzucht funktioniert, aber ein Südfenster mit direktem Sonnenlicht ist Pflicht. Wer wenig Licht zur Verfügung hat, sollte mit einer Pflanzenlampe nachhelfen – sonst werden die Keimlinge lang, dünn und instabil (Vergeilung).
Temperatur
Die meisten wärmeliebenden Gemüse keimen am besten bei 20–25 °C. Danach kann die Temperatur etwas abgesenkt werden, sollte aber nachts nicht unter 15 °C fallen. Ein Gewächshaus oder ein geheiztes Anzuchthaus helfen, gleichmäßige Bedingungen zu schaffen.
Substrat und Töpfe
Anzuchterde hat weniger Nährstoffe als normale Erde – das ist gewollt, denn zuviel Dünger schadet Keimlingen. Kleine Anzuchttöpfe (6–9 cm) reichen für den Start. Sobald die Pflanze den Topf durchwurzelt hat, wird in einen größeren Topf umgetopft.
Pikieren
Wer in Saatschalen aussät, muss die Keimlinge vereinzeln (pikieren), sobald das erste echte Blatt erscheint. Dabei werden die Pflänzchen in einzelne Töpfe gesetzt. Zu langes Warten verringert den Erfolg – die Wurzeln verflechten sich.
Typische Fehler
- Zu wenig Licht – führt zu etiolierten, schwachen Pflanzen
- Zu früh ansetzen – große Pflanzen, die noch wochenlang im Haus stehen müssen, leiden
- Staunässe durch zu häufiges Gießen – Keimlinge reagieren empfindlich auf nasse Wurzeln
- Zu spät pikieren – verwachsene Wurzeln erschweren das Vereinzeln
Praktische Empfehlung
Wer jetzt im April mit Gurken, Zucchini und Kürbis startet, hat zur Eisheiligen Mitte Mai gut entwickelte Jungpflanzen, die nach dem letzten Frost direkt ins Beet können. Wichtig: Kurz vor der Auspflanzung sollten die Pflanzen über mehrere Tage abgehärtet werden – dafür tagsüber ins Freie stellen und langsam an Wind und Temperaturschwankungen gewöhnen.