Kapuzinerkresse anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Kapuzinerkresse anbauen: April (Voranzucht) oder Mai (Direktsaat nach Eisheiligen); Abstand 25-30 cm; kontinuierliche Blüten- und Blatternnte von Juni bis Frost.

✓ Gute Nachbarn: Kohl·Tomaten·Radieschen·Gurken·Zucchini
Kapuzinerkresse – auch Indische Kresse oder Salatblume genannt – ist eine der vielseitigsten Pflanzen im Gemüsegarten: essbar (Blüten, Blätter, unreife Samen), bienenfreundlich und gleichzeitig wertvolle Fangpflanze gegen Blattläuse. Bei armen bis mittleren Böden blüht sie am üppigsten; auf reichem Boden treibt sie Blätter auf Kosten der Blüten. Dunkelkeimer – Samen beim Säen mit Erde abdecken.
Kapuzinerkresse auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) |
| Nutzungsgruppe | Essbare Blüten / Kräuter / Zierpflanze |
| Lebensform | einjährig; Selbstaussaat möglich |
| Voranzucht | ab April indoor |
| Direktsaat Freiland | ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) |
| Pflanzabstand | 25–30 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Pflanzen pro m² | 8–12 |
| Saattiefe | 1–2 cm (Dunkelkeimer – abdecken!) |
| Standort | arm bis mittel, sonnig bis halbschattig, durchlässig |
| Boden-pH | 6,0–7,0 |
| Düngung | sehr gering – Überdüngung reduziert Blütenbildung drastisch! |
| Blütezeit | Juni bis erster Frost |
| Ertrag | kontinuierliche Blüten- und Blatternnte |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 2 m² mit 20 Pflanzen |
| Herkunft | Südamerika (Anden, Peru/Bolivien) |
| Botanisch | Tropaeolum majus |
| Familie | Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) |
Standort und Pflege für Kapuzinerkresse
- Standort: sonnig bis halbschattig; armer bis mittlerer, durchlässiger Boden. Kein reicher Gartenboden – das fördert Blätter auf Kosten der Blüten.
- Düngung: so wenig wie möglich – keinen Stickstoffdünger geben; Überdüngung führt zu üppigem Blattwerk aber kaum Blüten.
- Gießen: mäßig; trockenheitsverträglich. Staunässe vermeiden.
- Wuchsform: je nach Sorte kletternd (bis 300 cm an Spalier) oder buschig-bodendeckend (30–50 cm).
- Spitzen kappen: für buschigeres Wachstum und mehr Blüten gelegentlich die Triebspitzen kappen.
- Fangpflanzenfunktion: Blattlauskolonien (besonders Schwarze Bohnenlaus) sammeln sich an der Kapuzinerkresse – Triebe mit Läusen abschneiden und entsorgen (nicht kompostieren).
- Selbstaussaat: Samen überwintern oft im Boden und keimen im Folgejahr aus – praktisch, aber unkontrolliert.
Wichtige Punkte beim Anbau von Kapuzinerkresse
- Dunkelkeimer: Samen zwingend mit 1–2 cm Erde abdecken (nicht nur andrücken).
- Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland – frostempfindlich.
- Blüten und Blätter frisch direkt verwenden; nicht lagerfähig.
- Unreife grüne Samen in Salzlake oder Essig einlegen – schmecken wie Kapern.
- Nicht für Kleinkinder unter 1 Jahr empfohlen (Senföle/Glucotropaeolin).
- Als Fangpflanze neben Kohl, Tomaten und Gurken setzen – schützt Nutzpflanzen vor Blattläusen.
Kapuzinerkresse in der Mischkultur
- Gut: Kohl, Tomaten, Radieschen, Gurken, Zucchini – schützt diese vor Blattläusen (Fangpflanzenfunktion) und lockt Bestäuber an.
- Keine schlechten Nachbarn bekannt – sehr verträgliche Pflanze.
- Als Beetrand oder zwischen Gemüsebeete gepflanzt ist sie ideal.
Kapuzinerkresse Sorten und Nutzung
- Kletternd: Jewel Mix (bis 200 cm), Tip Top Alaska (bunt gemaserte Blätter).
- Niedrig/buschig: Whirlybird, Cherry Rose, Tom Thumb – für Töpfe und Balkon.
- Küche: Blüten und Blätter roh in Salaten (pfefferig-scharf), als Dekorationsblüten, in Butter, Suppen; unreife Samen eingelegt als Kapern-Ersatz.
- Garten: Fangpflanze (Blattlaus-Attraktor), Bienenweide, Bodendecker.
Nährwerte (pro 100 g frische Kapuzinerkresse)
- Energie: ca. 28 kcal.
- Wasser: ca. 91 g.
- Kohlenhydrate: ca. 4,7 g.
- Eiweiß: ca. 2,1 g.
- Fett: ca. 0,2 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 45 mg, Lutein und Zeaxanthin vorhanden.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Glucotropaeolin (Senfölglykosid) – antibakteriell und antiviral; Isothiocyanate (antimikrobiell).
Ertrag der Kapuzinerkresse im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen ca. 2 m² mit 20 Pflanzen – sie liefern von Juni bis zum ersten Frost kontinuierlich Blüten und Blätter sowie Schädlingsabwehr für das ganze Beet.
Häufige Fehler beim Anbau von Kapuzinerkresse
- Zu viel düngen – Stickstoff fördert Blätter statt Blüten; auf nährstoffarmen Boden setzen
- Als Lichtkeimer behandeln – Kapuzinerkresse ist Dunkelkeimer; Samen zwingend abdecken
- Vor den Eisheiligen auspflanzen – frostempfindlich; immer nach Mitte Mai
- Blattlausnester ignorieren – als Fangpflanze aktiv bewirtschaften: befallene Triebe entfernen
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- Gemüsegarten im April – Voranzucht der Kapuzinerkresse starten.
- Gemüsegarten im Mai – Nach den Eisheiligen direkt ins Beet.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.