Lauch anbauen – von der Voranzucht bis zur Winterernte
Lauch anbauen mit Fokus auf tiefe Pflanzung, Anhäufeln und Sortenwahl zwischen Sommer- und Winterlauch – für eine Ernte von September bis März.

Lauch ist robust – aber der gute weiße Schaft entsteht nicht von selbst. Entscheidend sind tiefe Pflanzung, wiederholtes Anhäufeln und gleichmäßige Versorgung. Wer Sorten nach Sommer-, Herbst- und Winterernte trennt, nutzt das Beet von Juli bis März fast durchgehend. Kaum ein anderes Gemüse liefert so lange frische Ernte – bei vergleichsweise überschaubarer Pflege.
Lauch auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Botanisch | Allium ampeloprasum var. porrum |
| Familie | Amaryllidaceae (Lauchgewächse) |
| Herkunft | Kulturform des Ackerlauchs, seit ca. 2100 v. Chr. angebaut |
| Lebensform | zweijährig (1. Jahr Schaft, 2. Jahr Blüte) |
| Wachstumshöhe | 60–80 cm |
| Voranzucht ab | Februar–April (60 Tage Vorlaufzeit) |
| Direktsaat | März–Juni |
| Auspflanzen | April–Juli |
| Pflanzabstand | 15–20 cm |
| Reihenabstand | 30–40 cm |
| Pflanzen pro m² | 25–33 |
| Standort | sonnig bis halbschattig, tiefgründig, humusreich, kein Staunässe |
| Boden-pH | 6,0–7,5 |
| Erntezeitraum | Juli–März (sortenabhängig) |
| Ertrag | 3–6 kg/m² |
| Fruchtfolge | mind. 3 Jahre, keine Allium-Arten auf derselben Fläche |
Temperaturen
| Wert | |
|---|---|
| Keimtemperatur (Minimum) | 10 °C |
| Keimtemperatur (Optimal) | 16 °C |
| Frosttoleranz (Wintersorten) | bis ca. −10 °C |
| Lagertemperatur | 0–1 °C |
Lauch ist weit frosthärter als die meisten anderen Gemüsearten. Winterlauch übersteht leichten bis mittleren Bodenfrost ohne Schutzmaßnahmen. Wintersätze lassen sich mit einem 30-g-Vlies zusätzlich absichern.
Saatzeiten und Anbauplan
- Februar–April: Voranzucht auf der Fensterbank oder im Gewächshaus (ca. 60 Tage bis Auspflanzen)
- März–Juni: Direktsaat ins Freiland möglich
- April–Juli: Jungpflanzen bei Bleistiftdicke auspflanzen
- Juli–März: Ernte je nach Sortengruppe
Wer alle drei Sortengruppen (Sommer, Herbst, Winter) anbaut, kann das Beet lückenlos nutzen. Der häufigste Fehler ist zu spätes Anhäufeln – wer damit bis August wartet, bekommt keinen langen weißen Schaft mehr.
Standort und Boden für den Lauch-Anbau
- Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützter Platz bevorzugt
- Boden: tiefgründig, humusreich, locker und nährstoffreich; keine Staunässe
- Boden-pH: 6,0–7,5
- Bodenvorb: 10 l Kompost pro m² einarbeiten
- Pflanztiefe: 10–12 cm tiefe Löcher stechen oder 10–15 cm tiefe Furchen graben; nur der Wurzelballen hinein, kein Befüllen – der Schaft füllt die Furche durch Anhäufeln selbst auf
Lauch wurzelt bis 1,5 m tief und profitiert von gut gelockertem, tiefgründigem Boden. Flachwurzelnder, verdichteter Boden bremst Schaftentwicklung und Ertrag spürbar.
Düngung
- Typ: Starkzehrer
- Schwerpunkt: hoher Stickstoffbedarf
- Organisch: 10 l Kompost pro m² vor der Pflanzung einarbeiten, im Sommer Brennesseljauche
- Nachdüngung: alle 4 Wochen Stickstoffdüngung während der Hauptwachstumsphase
Pflanzung – so wird der Schaft lang und weiß
Sämlinge bei Bleistiftdicke aus der Voranzucht nehmen. Vor dem Pflanzen: Wurzeln auf ca. 1 cm kürzen, Blätter um die Hälfte stutzen. In 10–12 cm tiefe Löcher (Dibbelstock) oder Furchen setzen. Die Löcher nicht mit Erde befüllen – beim Gießen füllt sich die Vertiefung langsam. Das ist die Grundlage für den weißen Schaft.
Pflege – das Anhäufeln entscheidet
- Anhäufeln: alle 2–3 Wochen sobald der Lauch aktiv wächst, jeweils max. 10 cm Erdwall; darauf achten, dass keine Erde zwischen die Blätter gelangt (Sandeinschluss)
- Gießen: gleichmäßig feucht halten, nie austrocknen lassen, Staunässe vermeiden
- Hacken: regelmäßig zur Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung
- Schossen verhindern: rechtzeitig vor Blüte ernten – die grünen Blätter verlieren bei Blütenansatz ihr Aroma
- Winterschutz: Wintersätze bei starkem Frost mit 30-g-Vlies abdecken
Ernte
Bei ca. 2–3 cm Schaftdurchmesser ernten. Nicht ziehen – der weiße Schaft bricht leicht ab. Stattdessen mit Grabgabel oder Spaten neben der Pflanze einstechen und hebeln.
| Sortengruppe | Erntezeitraum |
|---|---|
| Sommerlauch | Juli–August |
| Herbstlauch | August–November |
| Winterlauch | Dezember–März/April |
Krankheiten bei Lauch
| Krankheit | Erreger | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Porreerost | Puccinia allii | Befallene Pflanzenreste entfernen (nicht kompostieren!), resistente Sorten, Fruchtfolge |
| Papierfleckenkrankheit | Phytophthora porri | Papierartige Blattflecken; Fruchtfolge, gute Bodendrainage |
| Purpurfleckenkrankheit | Alternaria porri | Blattflecken; Fruchtfolge, Kulturschutz |
Wichtig: Rost überwintert an Pflanzenresten – befallenes Material immer über den Hausmüll entsorgen, nicht kompostieren.
Schädlinge bei Lauch
| Schädling | Symptome | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Zwiebelthrips (Thrips tabaci) | Silbergraue Blätter durch Saugtätigkeit | Kulturschutznetze, Gelbfallen, Pheromonfallen |
| Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) | Löcher in Blatt und Schaft | Engmaschige Kulturschutznetze |
| Zwiebelminierfliege | Minierfraß | Kulturschutznetze |
| Zwiebelfliege | Fraß an der Basis | Kulturschutznetze |
| Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) | Rote Käfer, Fraßschäden | Manuell absammeln |
Lauch in der Mischkultur
- Geeignete Nachbarn: Möhren, Sellerie, Petersilie, Tomaten, Spinat, Salat, Rettich, Fenchel, Kohl, Kohlrabi, Gurken, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Erdbeeren, Kamille, Ringelblumen, Basilikum
- Ungeeignete Nachbarn: Bohnen, Erbsen, Rote Bete, Zwiebeln, Schnittlauch, Knoblauch (teilen Schaderreger oder hemmen das Wachstum gegenseitig)
- Gute Vorkultur: Frühkartoffeln
- Gute Nachkultur: Möhren
Lauch-Sorten
| Gruppe | Sorten | Ernte |
|---|---|---|
| Sommerlauch | Bulgarische Riesen, Schweizer Riesen, Carlton F1, Davinci F1, Bavaria, Lancelot, Hector | Juli–August |
| Herbstlauch | Herbstriesen 2 / Hannibal, Blaugrüner Herbst, Pandora, Siegfried, Atlanta | September–November |
| Winterlauch | Blaugrüner Winter, Pluston F1, Jaune Obtuse, Herbstriese 2, Kamal, Tadorna | Dezember–April |
| Babylauch | Dario | ganzjährig bei Nachsaat |
Sortenhinweis: Davinci F1 ist robust gegen Blattfleckenkrankheiten; Carlton F1 und Davinci F1 erzielen hohe Erträge; Jaune Obtuse gilt als besonders mild im Geschmack; Kamal gilt als rostresistent.
Erwarteter Ertrag
- Pro Pflanze: 150–400 g (je nach Sorte und Kulturführung)
- Pro m²: 3–6 kg
Ertrag für den Hausgarten
Für vier Personen (Richtwert):
| Fläche | Pflanzen | Ertrag | Nutzung |
|---|---|---|---|
| ca. 4 m² | ca. 120 Pflanzen | ca. 18–24 kg | Frischverzehr über viele Monate, Einfrieren |
Mix aus Sommer-, Herbst- und Winterlauch empfohlen für lückenlosen Erntezeitraum. Erträge variieren nach Sorte, Pflanztiefe, Anhäufeln und Witterung.
Nährwerte (pro 100 g, roher Lauch)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 26 kcal |
| Wasser | 89 g |
| Kohlenhydrate | 3,2 g |
| Eiweiß | 1,6 g |
| Fett | 0,3 g |
| Ballaststoffe | 2,4 g |
| Vitamin C | 12 mg |
| Vitamin E | 0,92 mg |
| Vitamin B6 | 0,23 mg |
| B1 (Thiamin) | 60 µg |
| Kalium | 370 mg |
| Magnesium | 20 mg |
Lauch enthält außerdem Allicin (antibakteriell, antioxidativ), Kaempferol (Polyphenol) und weitere Schwefelverbindungen – typisch für alle Allium-Gewächse. Traditionell gilt Lauch als verdauungsfördernd und kreislaufanregend.
Lagerung von Lauch
- Temperatur: 0–1 °C
- Kühlschrank: bis zu 5 Tage im Gemüsefach
- Langer Lager: 2–4 Monate im Einschlag oder aufrecht in Kisten bei 0–1 °C
- Einfrieren: möglich – vorher längs aufschneiden, zwischen den Blättern gründlich waschen
- Hinweis: nicht neben ethylenproduzierenden Früchten (Äpfel, Tomaten) lagern – der Geruch überträgt sich auf andere Lebensmittel
Häufige Fehler beim Lauch-Anbau
- Zu flach gepflanzt – kein langer weißer Schaft möglich ohne tiefe Ausgangsposition
- Nicht oder zu selten anhäufeln – der Schaft bleibt kurz und grün
- Erde zwischen die Blätter – beim Anhäufeln kein Sand ins Blattinnere, da sonst beim Waschen und Schneiden grober Aufwand entsteht
- Staunässe – Lauch fault an der Basis; Beet gut drainieren
- Fruchtfolge missachten – 3 Jahre Pause, keine Zwiebeln, kein Knoblauch, kein Schnittlauch auf derselben Fläche
- Zu spät ernten – bei Blütenansatz verlieren die Blätter ihr Aroma