Naschgarten im Wandel der Zeit – vom Nutzgarten zum Balkongarten
Inhalt13Abschnitte
- Fünf Entwicklungsphasen im Überblick
- Essbare Gärten im Wandel: die Übersicht als Grafik
- Haus- und Nutzgärten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
- Schrebergärten und die Kleingartenbewegung
- DDR-Gärten: Erholung und Versorgung
- Freizeitgarten und Selbstversorgungsideen
- Ökologisches Gärtnern und Permakultur
- Urban Gardening und der Naschgarten heute
- Alte Sorten: Geschichte und heutige Eignung
- Was du für deinen Naschgarten übernehmen kannst
- Saatgut, Pflanzgut und Sortenerhaltung
- Häufige Fragen
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Ein Naschgarten bringt essbare Pflanzen in Reichweite: Erdbeeren am Weg, Beeren am Zaun oder Kräuter neben der Küche. Der Begriff beschreibt eine heutige Gartenidee. Historische Haus- und Kleingärten hatten ein breiteres Spektrum: Neben frischer Ernte lieferten sie Gemüse zum Kochen und Früchte für den Wintervorrat.
Wie sich solche Gärten verändert haben, lässt sich nicht an einer einzigen Entwicklung festmachen. Stadt und Land, Region, Einkommen und verfügbare Fläche spielten eine Rolle; nach 1945 kamen unterschiedliche Lebensbedingungen in Ost- und Westdeutschland hinzu. Versorgung, Erholung und Freude am Anbau bestehen bis heute nebeneinander.
Naschgarten heißt nicht, dass alles roh essbar ist. Gartenbohnen müssen ausreichend gegart werden. Bei Kräutern und Wildpflanzen zählen die sichere Bestimmung und der verwendete Pflanzenteil. Die verlinkten Anbauprofile helfen bei der Auswahl.
Fünf Entwicklungsphasen im Überblick

Die Zeiträume dienen zur Orientierung und benennen überlappende Schwerpunkte. Sie sind keine festen Grenzen und datieren nicht den ersten Anbau einer Kultur oder die Erfindung einer Gartenmethode.
| Zeitraum | Schwerpunkt dieser Einordnung | Beispiele für Kulturen und Gartenformen |
|---|---|---|
| bis etwa 1950 | Vorrat und Versorgung | Beerensträucher, Bohnen, Wurzel- und Lagergemüse in Haus- und Kleingärten |
| 1950–1970 | Versorgung und Erholung | Gemüsebeete und Obstgehölze neben Sitzplatz, Rasen oder Zierpflanzen |
| 1970–1990 | Freizeit und erneutes Interesse an Selbstversorgung | Genussgärten mit Erdbeeren und Tomaten; Ideen für Teilversorgung und Leben auf dem Land |
| 1990–2010 | Ökologisches Gärtnern und Sortenerhaltung als sichtbare Themen | Kompost, vielfältige Beete, Saatguterhaltung und gemeinschaftlicher Anbau |
| seit etwa 2010 | Balkon, Kleinfläche und Vernetzung | Kräutertöpfe, Beerenkübel, Hochbeete und Gemeinschaftsgärten |
Die Kleingartengeschichte und ihre verschiedenen Ursprungslinien beschreibt der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands. Konkrete Meilensteine der neueren Gemeinschaftsgartenbewegung findest du unter Urban Gardening: Geschichte und Entwicklung.
Essbare Gärten im Wandel: die Übersicht als Grafik
Die Grafik fasst die fünf Phasen zusammen. Ein kleiner Balkongarten kann heute ebenso der Versorgung dienen wie ein großer Hausgarten der Erholung. Die Gartenform allein verrät weder den Ertrag noch die Motive der Menschen, die ihn pflegen.
Haus- und Nutzgärten bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
Wo ein Garten zur Versorgung beitrug, waren Ertrag, Verwendbarkeit und Haltbarkeit wichtige Auswahlkriterien. Beeren ließen sich frisch essen oder zu Saft, Gelee und Kompott verarbeiten. Bohnen, Wurzelgemüse und Zwiebeln ergänzten den Speiseplan. Welche Kulturen tatsächlich angebaut wurden, hing auch von Standort, regionalen Gewohnheiten und verfügbarem Pflanzgut ab.
Eine Struktur, die sich heute aufgreifen lässt:
- Beerensträucher an einem gut erreichbaren Rand, mit genügend Platz für Wuchs, Schnitt und Ernte.
- Jährlich wechselnde Gemüsebeete, etwa mit Salat, Erbsen oder Radieschen.
- Mehrjährige Kräuter wie Schnittlauch und Liebstöckel an einem passenden Standort; Petersilie ist dagegen zweijährig und muss regelmäßig neu ausgesät werden.
Eine allgemein typische historische Gartengröße lässt sich daraus nicht ableiten. Ein dörflicher Hausgarten, ein Siedlungsgarten und eine gepachtete Parzelle hatten unterschiedliche Voraussetzungen. Auch ein fester historischer „Naschgarten-Anteil“ wäre irreführend, weil diese heutige Kategorie die damalige Nutzung nicht vollständig abbildet.
Beerensträucher können viele Jahre liefern, brauchen aber Schnitt, bei Trockenheit Wasser und je nach Sorte Schutz vor Krankheiten. Ein Hochbeet bietet Platz für andere Kulturen; es ersetzt nicht automatisch den Wurzelraum und die Erntefunktion eines ausgewachsenen Strauchs. Zur heutigen Planung passt das Beeren-Gemüse-Beet.
Schrebergärten und die Kleingartenbewegung
Der Leipziger Arzt Daniel Gottlob Moritz Schreber gab der Schreberbewegung ihren Namen. Ernst Innozenz Hauschild initiierte 1864 den nach Schreber benannten Verein. Zunächst standen Bewegung, Spiel und die Entwicklung von Kindern im Vordergrund. Aus Kinderbeeten entwickelten sich später Familiengärten. Diese Leipziger Tradition ist eine von mehreren Ursprungslinien des Kleingartenwesens, zu denen auch Armen- und Arbeitergärten gehören. Quellen: BKD zur Schreberbewegung und Verbandsgeschichte.
Die heutigen Regeln sind von der historischen Entwicklung zu unterscheiden: Nach § 3 Bundeskleingartengesetz soll ein Kleingarten nicht größer als 400 m² sein. Die sogenannte Drittelregel steht nicht als ausdrückliche Flächenquote im Gesetz. Der Bundesgerichtshof konkretisierte 2004, dass Nutzanbau den Charakter einer Anlage im Regelfall bei mindestens einem Drittel der Fläche maßgeblich mitprägt. Für die einzelne Parzelle sind auch Pachtvertrag und Gartenordnung zu beachten.
Wie schnell eine Parzelle verfügbar ist, unterscheidet sich erheblich nach Region und Anlage. Die BKD-Erhebung mit Stand März 2024 zeigt diese Unterschiede. Eine pauschale Wartezeit für alle Großstädte lässt sich daraus nicht ableiten.
DDR-Gärten: Erholung und Versorgung
Auch in der DDR verbanden Gärten Erholung, Anbau und Vorratshaltung. „Datsche“ wird umgangssprachlich für Wochenendhaus und Erholungsgarten verwendet. Ein solches Grundstück ist jedoch nicht automatisch eine Kleingartenparzelle; die verschiedenen Gartenformen sollten auch bei historischen Zahlen auseinandergehalten werden.
Ein Beispiel für die damalige Pflanzenzüchtung ist die Tomate ‘Harzfeuer F1’ aus Quedlinburg. Ihr historischer Hintergrund macht sie nicht zu einer samenfesten Sorte: Bei einer F1-Hybride können die Eigenschaften in der nächsten Generation aufspalten. Wer Saatgut zur Sortenerhaltung gewinnen möchte, muss die konkrete Sorte und ihre Vermehrungsweise kennen. Quellen: Quedlinburger Saatzuchtgeschichte und Hinweise des Saatgutanbieters zu F1-Hybriden.
Freizeitgarten und Selbstversorgungsideen
Mit besserer Lebensmittelversorgung gewann der Erholungswert vieler Gärten an Bedeutung. Nutz- und Zierpflanzen konnten dabei nebeneinander bestehen. Gemüseanbau und Vorratshaltung verschwanden nicht, und Tomaten, Gurken oder Küchenkräuter waren keine Neuerfindungen der 1970er Jahre.
Gleichzeitig machten Autoren wie John Seymour Selbstversorgung einem breiteren Publikum zugänglich. Seine Bücher verbinden Gartenbau mit Vorratshaltung, Tierhaltung und handwerklichen Fähigkeiten. Der Verlag DK beschreibt diesen Ansatz. Solche Modelle sind Anregungen, keine Garantie, dass eine Familie auf einer bestimmten Fläche vollständig unabhängig leben kann. Boden, Klima, Arbeitszeit und Ernährungsweise beeinflussen das Ergebnis.
Für den Naschgarten ist vor allem die Teilversorgung interessant: Kräuter für die Küche, Beeren während ihrer Saison oder frischer Salat. Ein kleiner Garten muss nicht den gesamten Lebensmittelbedarf decken, um nützlich zu sein.
Ökologisches Gärtnern und Permakultur
Kompost, Fruchtwechsel und vielfältige Beete haben ältere Wurzeln als die hier dargestellte Phase ab 1990. Ihr Nutzen sollte nach Standort und Anbauziel beurteilt werden. Auch Mischkultur ist kein verlässlicher Schutz vor jedem Schädling; Licht, Wasser, Wurzelraum und Fruchtfolge bleiben wichtig.
Bill Mollison und David Holmgren veröffentlichten 1978 Permaculture One. Daraus entwickelte sich eine Bewegung zur Gestaltung nachhaltiger Lebens- und Landnutzungssysteme.
Für einen kleinen Naschgarten lassen sich aus der Permakultur praktische Fragen übernehmen:
- Was wird häufig geerntet und sollte nahe an Küche oder Gartenweg wachsen?
- Welche mehrjährigen Pflanzen passen dauerhaft an den Standort?
- Wie lassen sich Wasserbedarf, Mulch und Regenwassernutzung sinnvoll planen?
- Wo unterstützen Blühpflanzen Bestäuber, ohne die Erntepflanzen zu stark zu beschatten?
Der österreichische Krameterhof zeigt eine vielfältige Bewirtschaftung in einer Höhenlage von 1.100–1.500 m. Seine besonderen Bedingungen sind nicht auf jeden Garten übertragbar. Mikroklima kann Möglichkeiten verbessern, hebt Frostempfindlichkeit oder den Wärmebedarf einer Kultur aber nicht auf.
Urban Gardening und der Naschgarten heute
Essbare Pflanzen wachsen heute auch in Kübeln, Hochbeeten und Gemeinschaftsgärten. Stadtgärten und Anbau in Gefäßen gab es schon vorher; die jüngere Bewegung verbindet sie stärker mit Austausch, gemeinsamer Flächennutzung und Umweltbildung.
Eine Stellfläche von etwa 0,5 m² kann für eine kleine Auswahl von Kräutern oder Erdbeeren reichen. Der Platz bleibt trotzdem ein begrenzender Faktor. Für einen Gemüsegarten auf dem Balkon zählen vor allem:
- Licht und Wind: Die Kultur muss zur tatsächlichen Besonnung und Exposition passen.
- Gefäßvolumen: Wurzeln brauchen genügend Substrat; ein kleiner Topf begrenzt Wachstum und Wasservorrat.
- Bewässerung: Gefäße können rasch austrocknen und benötigen bei Hitze häufige Kontrolle.
- Tragfähigkeit: Das Gewicht gefüllter und nasser Gefäße muss zum Balkon passen; große Hochbeete vorab mit Vermietung oder fachkundiger Stelle klären.
Solidarische Landwirtschaft als Ergänzung
Bei einer SoLaWi finanziert eine Gemeinschaft landwirtschaftliche Produktion mit und teilt Erträge und Risiken. Größe, Zahlungsweise, Ausgabe der Ernteanteile und Mitwirkung unterscheiden sich je nach Betrieb.
Zu ihren Entwicklungslinien gehören japanische Teikei-Ansätze seit den 1960ern und CSA-Projekte in den USA seit den 1980ern. Das deutsche Netzwerk wurde 2011 gegründet. Eine historische Ableitung aus der DDR-Datsche lässt sich daraus nicht begründen. Quellen: JKI-Unterlagen zur Entwicklung der SoLaWi und Handbuch des Netzwerks.
Ein Ernteanteil kann den eigenen kleinen Garten ergänzen: etwa mit Kartoffeln und Kohl, während zu Hause Kräuter und Beeren wachsen. Angebote findest du beim Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.
Alte Sorten: Geschichte und heutige Eignung

Das Alter einer Sorte sagt allein wenig über Krankheitsanfälligkeit, Pflegeaufwand oder Geschmack aus. Entscheidend sind ihre konkreten Eigenschaften und dein Standort. Die folgenden Beispiele verbinden Sortengeschichte mit Hinweisen für den heutigen Anbau.
| Sorte | Einordnung | Für den heutigen Garten beachten |
|---|---|---|
| Stachelbeere ‘Rote Triumph’, auch ‘Whinham’s Industry’ | Britische Sorte aus dem 19. Jahrhundert, mit großen dunkelroten Früchten | Mehltauanfällig, nicht mehltauresistent; Schnitt und Krankheitskontrolle einplanen. |
| Johannisbeere ‘Jonkheer van Tets’ | Niederländische rote Johannisbeere, auf 1931 datiert | Früh reifend; der konkrete Erntetermin hängt von Standort und Witterung ab. |
| Stangenbohne ‘Neckarkönigin’ | Bekannte rundhülsige Stangenbohne, regulär im Saatguthandel angeboten | Benötigt eine stabile Rankhilfe; Hülsen und Samen vor dem Essen ausreichend garen. |
| Romanasalat ‘Forellenschluss’ | Österreichische Salatsorte mit grünen, rotbraun gesprenkelten Blättern | Aussaatzeit und Wasserversorgung beachten; keine pauschale Überlegenheit gegenüber modernen Sorten annehmen. |
Die Einordnung stützt sich auf ProSpecieRara zu ‘Rote Triumph’, Frank P Matthews zu ‘Jonkheer van Tets’, Quedlinburger Saatgut zu ‘Neckarkönigin’ und den Austrosaat-Katalog zu ‘Forellenschluss’. ‘Flashy Trout Back’ ist eine aus ‘Forellenschluss’ entwickelte Auslese und kein bloßes Synonym; das erläutert der Züchter Wild Garden Seed.
Weitere Kulturen für Genuss und Küche
Nicht jede alte Kultur war überall üblich, und nicht jede ist heute selten. Statt einer pauschalen Geschichte vom Verschwinden und Wiederentdecken hilft ein Blick auf ihre Verwendung.
| Kultur | Verwendung und wichtiger Hinweis |
|---|---|
| Schwarze Johannisbeere | Frisch, für Saft oder Gelee; vitamin-C-reich, aber kein Spitzenreiter unter allen Beeren. Der BZfE-Vergleich nennt für Sanddorn höhere Werte. |
| Portulak und Sauerampfer | Blattkulturen für die Küche; Standort, geeignete Pflanzenteile und Verwendung im jeweiligen Profil beachten. |
| Zuckererbsen | Junge zarte Hülsen können frisch genutzt werden; sie sind von Gartenbohnen zu unterscheiden. |
| Rote Bete, Pastinaken und Mairübchen | Ergänzen das Beet als Küchen- und Wurzelgemüse; Erntezeit und Lagerfähigkeit unterscheiden sich nach Kultur und Bedingungen. |
| Schwarzwurzel | Küchenwurzel; Winterernte aus dem Boden ist bei geeigneten Bedingungen möglich, bei gefrorenem Boden jedoch erschwert. |
| Bärlauch | Frühjahrskraut; nur sicher bestimmte Blätter verwenden. Giftige Doppelgänger sind unter anderem Maiglöckchen und Herbstzeitlose. BfR-Hinweis. |
| Meerrettich | Scharfe Würzwurzel; Ausbreitung bei der Standortwahl einplanen. |
| Topinambur | Knollen können im Boden für eine spätere Ernte verbleiben; ausgegraben kühl und vor Austrocknung geschützt lagern. Die Pflanze breitet sich über verbleibende Knollen aus. BZfE zur Verwendung und Lagerung. |
Bohnen und Borretsch brauchen besondere Hinweise: Das BfR warnt vor rohen oder unzureichend gegarten Gartenbohnen. Borretsch enthält Pyrrolizidinalkaloide; eine sichere Verzehrmenge lässt sich nicht angeben. Plane ihn vor allem als Blühpflanze ein. Das BfR erläutert die Risiken dieser Stoffe.
Was du für deinen Naschgarten übernehmen kannst
- Mit wenigen passenden Kulturen starten. Wähle Pflanzen nach Licht, Boden, Platz und dem, was du tatsächlich essen oder verarbeiten möchtest.
- Dauerkulturen zuerst planen. Beeren und mehrjährige Kräuter brauchen Platz für ihren ausgewachsenen Wuchs und einen Zugang für die Pflege.
- Jahreskulturen in freien Beetbereichen ergänzen. Beachte Fruchtfolge und Konkurrenz; nicht jede Lücke unter einem Strauch eignet sich für Gemüse.
- Ernte und Pflege zusammen denken. Frisch naschen, kochen oder haltbar machen sind unterschiedliche Ziele. Vorratshaltung braucht geeignete, sichere Verfahren.
- Sorten gezielt auswählen. Eine alte Sorte kann erhaltenswert sein und trotzdem mehr Pflege brauchen als eine neuere. Für die Saatgutgewinnung zählen Samenfestigkeit und passende Vermehrungsbedingungen.
Ein Anfang ist auch auf kleiner Fläche möglich. Eine Anleitung für Standortwahl und Pflanzenauswahl bietet Naschgarten anlegen; für die Vermehrung hilft Saatgut selbst gewinnen.
Saatgut, Pflanzgut und Sortenerhaltung

Erhaltungsorganisationen, Züchtungsinitiativen und Saatgutshops haben unterschiedliche Aufgaben. Nicht jede Organisation verkauft jede Sorte selbst. Prüfe deshalb das konkrete Angebot, die Vermehrungsform und die Lieferbedingungen.
| Anlaufstelle | Schwerpunkt |
|---|---|
| VEN – Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt | Erhaltung von Nutzpflanzenvielfalt, Wissen und Austausch zur Vermehrung |
| Dreschflegel | Bio-Saatgut und Sortenvielfalt |
| Bingenheimer Saatgut | Samenfestes Bio-Saatgut und ökologische Pflanzenzüchtung |
| ProSpecieRara | Erhaltung traditioneller Sorten und Vermittlung von Bezugsquellen |
| ARCHE NOAH | Kulturpflanzenvielfalt, Erhaltung und Austausch |
| Saat:gut e.V. | Entwicklung samenfester Sorten durch ökologische Pflanzenzüchtung |
Bei ProSpecieRara unterscheiden sich die Möglichkeiten für Saatgut und Pflanzgut. Sortenbetreuende verschicken nach den Hinweisen zum Sortenfinder Saatgut, aber keine Pflanzgutpakete ins Ausland. Für einen Beerenstrauch in Deutschland sollte deshalb eine geeignete Bezugsquelle gesucht werden. Auch lokale Samenbörsen können helfen; Verfügbarkeit und Sortenidentität sind jeweils zu prüfen.
Häufige Fragen
Sind historische Nutzgärten dasselbe wie heutige Naschgärten?
Sie haben Gemeinsamkeiten, etwa Beeren und Küchenkräuter nahe am Haus. Historische Nutzgärten umfassten aber auch Lagergemüse und Kulturen zum Kochen. Ein heutiger Naschgarten setzt häufig einen stärkeren Schwerpunkt auf kleine Mengen frischer Ernte.
Sind alte Sorten grundsätzlich robuster?
Nein. Krankheitsanfälligkeit, Ertrag und Pflegeaufwand hängen von Sorte und Standort ab. Die alte Stachelbeere ‘Rote Triumph’ ist beispielsweise mehltauanfällig. Sortenerhaltung und möglichst geringer Pflegeaufwand sind unterschiedliche Auswahlziele.
Kann ein Naschgarten auf dem Balkon funktionieren?
Ja, mit einer zum Standort passenden Auswahl und ausreichend großen Gefäßen. Kräuter oder Erdbeeren sind ein möglicher Einstieg. Licht, Wasserversorgung, Wind und Tragfähigkeit bestimmen, welche weiteren Kulturen sinnvoll sind.
Kann ich Saatgut jeder alten Sorte selbst weiterverwenden?
Das Alter allein genügt nicht. Bei Gemüse brauchst du für eine möglichst sortentreue Vermehrung unter anderem samenfeste Sorten und passende Bedingungen gegen unerwünschte Einkreuzung. Bei Obstsorten wird die Sortenidentität meist durch vegetative Vermehrung erhalten. ‘Harzfeuer F1’ zeigt, dass auch eine historisch bekannte Sorte eine Hybride sein kann.
Wo bekomme ich ‘Forellenschluss’ oder ‘Neckarkönigin’?
Suche in den aktuellen Sortimenten von Saatgutanbietern und bei Erhaltungsnetzwerken nach dem genauen Sortennamen. ‘Neckarkönigin’ wird regulär im Saatguthandel angeboten; sie ist keine nur über Tauschbörsen verfügbare Rarität. Achte bei ‘Forellenschluss’ auf die Unterscheidung zu daraus entwickelten Auslesen.
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