Rote Bete anbauen – Pflanzabstand, Saatzeit und Tipps
Rote Bete anbauen: Direktsaat von März bis Juli, enger Reihenabstand von 25–30 cm und reiche Ernte bis in den November.
Rote Bete anbauen: Direktsaat von März bis Juli, enger Reihenabstand von 25–30 cm und reiche Ernte bis in den November.
Rote Bete auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanzabstand | 7–10 cm |
| Reihenabstand | 25–30 cm |
| Saatzeit / Pflanzzeit | Mitte März bis Juli (Direktsaat) |
| Saattiefe | 2–3 cm |
| Zeit bis Ernte | 60–120 Tage |
| Schwierigkeit | einfach |
| Botanischer Name | Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva |
| Familie | Amaranthgewächse (Amaranthaceae) |
| Nutzungsgruppe | Wurzelgemüse / Knollengemüse |
| Lebensform | zweijährig, im Gemüsegarten einjährig kultiviert |
| Herkunft | Mittelmeerraum und Westasien |
Saatzeiten und Aussaat von Rote Bete
Mitte März bis Juli – Direktsaat ins Freiland. Die Bodentemperatur sollte zur Keimung mindestens 8 °C betragen. Samen nur 2–3 cm tief ablegen.
Pflanzabstand
Abstand in der Reihe: 7–10 cm, Reihenabstand: 25–30 cm. Das entspricht etwa 25–35 Pflanzen pro m². Zu enger Stand fördert Pilzkrankheiten und reduziert den Ertrag spürbar.
Boden und Düngung
Boden: Lockerer, humoser, möglichst steinfreier Boden mit einem pH-Wert von 6,0–7,0. Staunässe unbedingt vermeiden.
Düngung: Mittlerer Nährstoffbedarf. Ausreichend Kalium und Spurenelemente – besonders Bor – sind wichtig für die Knollenqualität. Keinen frischen Stallmist direkt vor der Aussaat einarbeiten, da dies zu Verkrustungen und Missbildungen führen kann. Besser: gut verrotteter Kompost im Vorjahr oder Frühjahr.
Rote Bete in der Mischkultur
Gute Nachbarn: Salat, Lauch, Radieschen, Zwiebeln
Schlechte Nachbarn: Kartoffeln, andere Gänsefußgewächse in enger Nachbarschaft
Günstige Vorfrüchte: Hülsenfrüchte (verbessern Bodenstruktur und Nährstoffversorgung)
Fruchtfolge
Rote Bete gehört zu den Gänsefußgewächsen (wie Mangold und Spinat). Erst nach etwa 3 Jahren wieder auf derselben Fläche anbauen.
Erwarteter Ertrag
- Pro m²: 3–5 kg
- Pro Pflanze: 100–400 g pro Rübe
- Familienbedarf (4 Personen): ca. 3–4 m² liefern rund 12–18 kg – ausreichend für frischen Verzehr und Wintervorrat
Rote Bete Sorten
Rote, runde Knollen: Rote Kugel 2, Pablo, Boltardy
Gelbe Sorten: Boldor, Burpee’s Golden
Weiße Sorten: Blankoma
Ringelige Sorten: Chioggia, Lollipop
Zylindrische Sorten: Forono, Cylindra
Besondere Eigenschaften:
- Schossfest: Boltardy
- Früh reifend: Pablo
- Gut lagerfähig: Rote Kugel 2
Pflege
Gießen: Gleichmäßig feucht halten – besonders während der Knollenbildung. Sowohl Trockenstress als auch Staunässe vermeiden.
Vereinzeln: Da aus einem Samenknäuel mehrere Pflanzen keimen, frühzeitig auf den gewünschten Abstand vereinzeln.
Mulchen: Organischer Mulch reduziert Unkrautwuchs und hält die Bodenfeuchte.
Blätter: Junge Blätter können in Maßen als Blattgemüse genutzt werden, ohne die Knollenbildung stark zu beeinträchtigen.
Ernte und Lagerung
Ernte: Je nach Verwendung von golfballgroß (früh und zart) bis zur ausgewachsenen Sortengröße ernten. Erntezeitraum je nach Aussaat etwa Juni bis November, Hauptlagerernte meist ab September. Knollen vorsichtig ausgraben, Blätter einige Zentimeter über der Knolle abdrehen oder abschneiden. Vor starken Frösten einlagern.
Lagerung: Bei 0–2 °C in feuchtem Sand oder lockerer Erde in Kisten. Knollen unbeschädigt und ungewaschen einlagern. Haltbarkeit: 3–5 Monate.
Krankheiten und Schädlinge bei der Roten Bete
Krankheiten:
- Blattkrankheiten und Mehltau (u. a. Peronospora-Arten): Luftige Bestände und konsequente Fruchtfolge mindern den Befall.
- Wurzel- und Hartfäulen: Begünstigt durch Staunässe und verdichtete Böden – auf gute Drainage achten.
Schädlinge:
- Erdflöhe: Frühe Saaten mit Kulturschutznetzen schützen, Boden feucht halten.
- Rübenblattwanzen und Blattläuse: Nützlinge fördern, bei starkem Befall gezielte Maßnahmen ergreifen.
- Schnecken: Vor allem Jungpflanzen gefährdet – Barrieren, Absammeln und Nützlinge einsetzen.
Nährwerte (pro 100 g, gekochte Rote Bete)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 44 kcal |
| Wasser | 88,0 g |
| Kohlenhydrate | 9,6 g |
| davon Zucker | 7,6 g |
| Eiweiß | 1,7 g |
| Fett | 0,2 g |
| Ballaststoffe | 2,8 g |
| Vitamin C | 4,9 mg |
| Folat | 109 µg |
| Vitamin B6 | 0,07 mg |
| Kalium | 325 mg |
| Magnesium | 23 mg |
| Eisen | 0,8 mg |
| Mangan | 0,33 mg |
Die rote Farbe stammt von Betalainen (v. a. Betanin). Diese Farbstoffe können Urin und Stuhl vorübergehend rötlich färben (sog. Beeturie) – das ist harmlos.
Häufige Fehler
- Zu tief säen – Samen nur 2–3 cm tief ablegen
- Nicht vereinzeln – Rote Bete bildet Knäuelfrüchte, muss auf 7 cm vereinzelt werden
- Zu spät ernten – Rüben werden holzig und mehlig
Temperaturen
- Wachstum (Tag): 15–20 °C
- Wachstum (Nacht): 10–15 °C
- Frostverträglichkeit: Eingewachsene Pflanzen vertragen leichte Fröste bis ca. –3 bis –4 °C
- Hinweis: Temperaturen über 25 °C können Wachstum und Farbausbildung beeinträchtigen
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