Sklerotinia (Weißstängeligkeit) — die weiße Watte mit den schwarzen Körnern
Sklerotinia (Weißstängeligkeit) — die weiße Watte mit den schwarzen Körnern
Du gehst durchs Beet und ein Salatkopf, der gestern noch knackig stand, ist über Nacht in sich zusammengesackt — der Strunk am Boden ist weich, wässrig und faul, und darüber liegt ein erstaunlich dichter, weißer, watteartiger Flaum, als hätte jemand Zuckerwatte hineingedrückt. Brichst du den faulenden Stängel auf, fallen dir kleine, harte, schwarze Körner entgegen, ungefähr so groß wie Mäusekot. Genau diese Kombination — weiße Watte plus schwarze Körner — ist das untrügliche Erkennungszeichen der Sklerotinia, und sie verrät dir sofort, mit welchem Gegner du es zu tun hast.
Die Sklerotinia, auch Weißstängeligkeit und bei Salat schlicht Salatfäule genannt, ist eine der hartnäckigsten Fäulekrankheiten im Gemüse- und Staudengarten — nicht, weil sie besonders aggressiv überfällt, sondern weil sie aus dem Boden heraus immer wiederkommt. Die schwarzen Körner sind nämlich keine harmlosen Krümel, sondern die Dauerkörper des Pilzes, die viele Jahre im Boden überleben und Saison für Saison neue Infektionen starten. Die gute Nachricht: Wer dieses Spiel versteht, kann mit weiter Fruchtfolge, luftigen Beständen und konsequenter Hygiene den Kreislauf durchbrechen — denn der Pilz ist ein Feuchtigkeitsliebhaber und ein Schwächeparasit, der trockene, luftige, kräftige Bestände meidet.
Was ist die Sklerotinia? — Definition und Erreger
Die Sklerotinia ist eine weit verbreitete Fäulekrankheit, die durch den Schlauchpilz Sclerotinia sclerotiorum (an einigen Kulturen auch durch die nahe verwandte Sclerotinia minor) verursacht wird. Der Name ist Programm: Er leitet sich von den Sklerotien ab, den harten, schwarzen Dauerkörpern, die der Pilz bildet und die ihm sein jahrelanges Überleben im Boden ermöglichen. Im Garten begegnet dir die Krankheit unter mehreren Namen — als Weißstängeligkeit (nach dem weißen Myzel an Stängeln) und, wenn sie den Salat erwischt, als Salatfäule.
Das Tückische an der Sklerotinia ist ihr extrem breites Wirtsspektrum: Sclerotinia sclerotiorum befällt mehrere hundert Pflanzenarten quer durch fast alle Pflanzenfamilien. Im Hausgarten triffst du sie vor allem an Salat, Bohne, Kohl, Sellerie und Sonnenblume, dazu an vielen Stauden und Zierpflanzen. Diese Vielseitigkeit ist auch der Grund, warum eine Fruchtfolge gegen die Sklerotinia so schwierig ist — fast jedes Gemüsebeet bietet ihr einen passenden Wirt.
Biologisch ist die Sklerotinia ein Schwäche- und Wundparasit: Sie steigt bevorzugt über alterndes, verletztes oder bereits totes Gewebe ein — über abgestorbene Blütenblätter, vergilbende untere Blätter, Quetschungen oder den feuchten Bodenkontakt der Stängelbasis — und greift von dort auf das gesunde Nachbargewebe über. Kräftiges, gut abgetrocknetes Gewebe in einem luftigen Bestand lässt sie meist in Ruhe. Deshalb ist ein Sklerotinia-Befall fast immer auch ein Spiegel der Kulturbedingungen: zu eng, zu nass, zu wenig Luft.
| Eigenschaft | Sklerotinia in Kürze |
|---|---|
| Erreger (wissenschaftlich) | Sclerotinia sclerotiorum (auch Sclerotinia minor) |
| Erregertyp | Schlauchpilz (echter Pilz), Schwäche- und Wundparasit mit sehr breitem Wirtsspektrum |
| Betroffene Pflanzen | Salat, Bohne, Kohl, Sellerie, Sonnenblume, viele Stauden und Zierpflanzen |
| Hauptsymptom | weiches, wässrig faulendes Gewebe mit weißem Wattemyzel und harten schwarzen Sklerotien |
| Begünstigende Witterung | feucht-kühl, hohe Luftfeuchte, Staunässe, dichte Bestände |
| Übertragung / Entstehung | aus dem Boden über keimende Sklerotien — myzelisch oder über ausgeschleuderte Ascosporen |
| Überdauerung | Sklerotien überdauern viele Jahre im Boden |
| Verwechslung | Grauschimmel, bakterielle Nassfäule, Umfallkrankheit |
Schadbild erkennen
Die Sklerotinia meldet sich mit einem charakteristischen Dreiklang, den du fast immer zusammen findest: einer weichen, wässrigen Fäule, einem darauf sitzenden weißen, watteartig-flockigen Pilzmyzel und schließlich den harten, schwarzen Dauerkörpern (Sklerotien) im und am faulenden Gewebe. Während die ersten beiden Zeichen auch zu anderen Fäulen passen können, sind die schwarzen Sklerotien das sichere Erkennungszeichen — kein anderer der häufigen Erreger bildet so große, derbe, schwarze Körner.
Der Befall beginnt meist dort, wo das Gewebe am schwächsten und feuchtesten ist: an der Stängelbasis mit Bodenkontakt, an Blütenständen und an überständigen, schon vergilbenden Teilen. Das Gewebe wird zunächst weich und wie wassergetränkt, dann breitet sich darauf das dichte, weiße Wattemyzel aus — auffällig flockig und voluminös, nicht der staubende graue Pelz des Grauschimmels. Mit fortschreitender Fäule bildet der Pilz dann im Inneren des faulenden Gewebes und an seiner Oberfläche die Sklerotien: anfangs weiß, später hart, unregelmäßig geformt und tiefschwarz, typischerweise so groß wie ein Korn Mäusekot. Schneidest du einen befallenen Bohnen- oder Sonnenblumenstängel der Länge nach auf, findest du sie oft reihenweise im ausgehöhlten Mark.
Befallene Pflanzen reagieren oft dramatisch: Sie welken plötzlich, weil die Fäule die Leitbahnen an der Basis zerstört, knicken um und faulen weich zusammen. Am Salat ist der Klassiker die Salatfäule — der Strunk fault am Boden weg, der ganze Kopf sackt in sich zusammen und überzieht sich mit weißem Myzel. An Bohnen und Kohl zeigt sich die Stängel- und Strunkfäule, an Sonnenblumen der Befall am Stängel und am Blütenboden, an Stauden und Zierpflanzen die plötzliche Stängelfäule mit Umknicken.
| Symptom | Wo an der Pflanze | Verlauf |
|---|---|---|
| Weiche, wässrige Nassfäule | Stängelbasis, Strunk, Blütenstände, Triebe | Gewebe wird matschig-wässrig und zerfällt |
| Weißes, watteartiges Myzel | auf der faulenden Stelle | dichter, flockig-voluminöser Flaum, nicht staubend |
| Harte, schwarze Sklerotien | im Mark und an der Oberfläche des faulen Gewebes | erst weiß, dann schwarz; so groß wie Mäusekot — das sichere Zeichen |
| Plötzliches Welken | ganze Pflanze | Leitbahnen an der Basis zerstört, Versorgung bricht ab |
| Umknicken und Zusammenfaulen | Stängel, Strunk | Pflanze kippt um und fault weich zusammen |
| Salatfäule | Salatstrunk am Bodenansatz | Strunk fault weg, Kopf sackt zusammen, weißes Myzel |
Ursache & Biologie
Um die Sklerotinia zu verstehen, musst du ihren Lebenszyklus kennen — und der dreht sich ganz um die Sklerotien im Boden. Diese harten schwarzen Dauerkörper sind das Überlebenspaket des Pilzes: Sie überdauern viele Jahre im Erdreich, oft fünf bis zehn Jahre und länger, und warten geduldig auf die passenden Bedingungen. Genau das macht die Krankheit so hartnäckig — ein einziger Befall füllt den Boden für Jahre mit Infektionsquellen auf.
Keimen die Sklerotien bei feucht-kühler Witterung, tun sie das auf zwei unterschiedliche Arten — und beide Wege solltest du kennen, weil sie erklären, warum der Pilz so verschiedene Pflanzenteile erwischt:
- Myzelische Keimung — die Bodeninfektion. Das Sklerotium treibt direkt Pilzfäden (Myzel) aus, die das Gewebe an der Stängelbasis mit Bodenkontakt befallen. So entsteht die klassische Strunk- und Stängelgrundfäule, etwa beim Salat.
- Karpogene Keimung — die Sporeninfektion. Das Sklerotium bildet winzige, becherförmige Fruchtkörper (Apothecien), die aus dem Boden hervorwachsen und massenhaft Ascosporen in die Luft ausschleudern. Diese Sporen landen auf der Pflanze und besiedeln zuerst abgestorbene oder verblühte Teile — alte Blütenblätter, vergilbende Blätter — und dringen von diesem Brückenkopf aus ins gesunde Gewebe vor.
In beiden Fällen handelt es sich um einen Schwäche- und Wundparasiten: Der Pilz nutzt totes oder geschwächtes Gewebe als Eintrittspforte und Nährboden, bevor er auf Gesundes übergreift. Auf der befallenen Stelle wächst dann das auffällige weiße Wattemyzel, und in und an diesem Myzel bilden sich schließlich wieder neue Sklerotien — die in den Boden fallen und den Kreislauf für die nächsten Jahre schließen.
Gefördert wird die Sklerotinia durch alles, was die Bestände feucht und schlecht durchlüftet hält: dichte Pflanzungen, Staunässe, hohe Luftfeuchte, lange Blattnässe und ein feucht-kühles Klima. Wichtig zur Einordnung: Die Sklerotinia ist nicht von Pflanze zu Pflanze “ansteckend” wie ein Schnupfen — sie verbreitet sich vor allem aus dem Boden heraus und über die ausgeschleuderten Ascosporen, die abgestorbenes Gewebe besiedeln. Deshalb setzt die Vorbeugung genau dort an: am Bodenvorrat der Sklerotien und an der Feuchte im Bestand.
| Faktor | Warum er die Sklerotinia fördert |
|---|---|
| Sklerotien im Boden | überdauern viele Jahre und keimen jede feuchte Saison neu — der Dauervorrat |
| Feucht-kühle Witterung | optimale Bedingungen für Keimung von Sklerotien und Apothecien |
| Hohe Luftfeuchte & Blattnässe | Myzel und Sporen brauchen Feuchte zum Keimen und Eindringen |
| Dichte Bestände, schlechte Luft | Laub trocknet nicht ab, Feuchte staut sich an der Basis |
| Staunässe | dauerfeuchte Stängelbasis ist die ideale Eintrittsstelle |
| Verblühtes & totes Gewebe | Brückenkopf für die Ascosporen, von dem aus Gesundes befallen wird |
| Stickstoffbetonte Düngung | weiches, mastiges Gewebe ist anfälliger für den Schwächeparasiten |
Vorbeugen
Weil es gegen die Sklerotinia keine heilende Spritzung im Hausgarten gibt, liegt das ganze Gewicht auf der Vorbeugung — und die zielt auf zwei Hebel: den Sklerotien-Vorrat im Boden abbauen und die Bestände trocken und luftig halten. Der rote Faden lautet: weite Fruchtfolge, luftige Pflanzung, saubere Hygiene.
Der wichtigste langfristige Hebel ist eine weite Fruchtfolge mit Nicht-Wirten. Weil der Pilz Getreide und Gräser nicht befällt, hilft es, anfällige Kulturen wie Salat, Bohne und Kohl nicht Jahr für Jahr auf dasselbe Beet zu stellen, sondern dazwischen Getreide oder Gras anzubauen und mehrjährige Anbaupausen einzulegen. Das nutzt den Sklerotien nichts — ohne passenden Wirt keimen sie ins Leere, und ihr Bodenvorrat sinkt über die Jahre. Der zweite große Hebel ist die Luftzirkulation: Stell anfällige Kulturen nicht zu eng, halte großzügige Abstände, damit Licht und Luft an die Basis kommen und das Gewebe nach Regen und Tau rasch abtrocknet. Staunässe musst du konsequent vermeiden — lockere, gut drainierte Beete und maßvolles Gießen halten die Stängelbasis trocken. Gieße nicht über Kopf, sondern bodennah, am besten morgens, damit alles über den Tag abtrocknet.
Konsequente Hygiene entzieht dem Pilz seinen Nachschub: Entferne befallene Pflanzen samt der anhaftenden Sklerotien restlos aus dem Beet, bevor neue Dauerkörper in den Boden fallen, und räume Verblühtes und abgestorbenes Gewebe ab, das den Ascosporen als Brückenkopf dient. Dünge ausgewogen und nicht zu stickstoffbetont, denn weiches Mastgewebe ist anfälliger. Eine robuste Sortenwahl kann ergänzend helfen — auch wenn echte Resistenzen gegen die Sklerotinia selten sind, mehr dazu unter Resistenz und Toleranz. Ein biologischer Sonderweg ist der Pilz-Antagonist Coniothyrium minitans: Dieser Nützlingspilz parasitiert die Sklerotien im Boden und baut sie ab — als Präparat ausgebracht, senkt er über die Zeit den Dauerkörper-Vorrat (siehe auch Antagonismus).
| Maßnahme | So beugst du vor |
|---|---|
| Weite Fruchtfolge mit Nicht-Wirten | Getreide/Gräser dazwischen, mehrjährige Pausen — Sklerotien keimen ins Leere |
| Luftzirkulation | weite Pflanzabstände, lockere Bestände — Basis und Laub trocknen ab |
| Staunässe vermeiden | lockerer, drainierter Boden, maßvoll gießen, Stängelbasis trocken halten |
| Gießen | bodennah statt über Kopf, morgens — Blätter und Basis trocken halten |
| Hygiene | befallene Pflanzen samt Sklerotien restlos entfernen, Verblühtes abräumen |
| Düngung | ausgewogen, nicht stickstoffbetont — kein weiches Mastgewebe |
| Antagonist Coniothyrium minitans | parasitiert Sklerotien im Boden und baut den Dauervorrat ab |
Bekämpfen
Hier muss man ehrlich sein: Gegen die Sklerotinia gibt es im Hausgarten keine kurative Spritzung — eine einmal befallene Pflanze lässt sich nicht mehr heilen. Das klingt entmutigend, ist es aber nicht, denn die entscheidenden Maßnahmen sind mechanisch und kulturell und genau dort kannst du sofort etwas bewirken: Es geht darum, den Befallsherd auszuräumen, den Nachschub an Sklerotien zu kappen und den Bestand trockenzulegen, bevor sich die Krankheit über den Boden und über Sporen weiter aufbaut.
Der erste und wichtigste Schritt ist, befallene Pflanzen großzügig zu entfernen — und zwar samt der anhaftenden Erde und allen sichtbaren Sklerotien, denn jeder schwarze Dauerkörper, der im Boden zurückbleibt, ist eine Infektionsquelle für die nächsten Jahre. Arbeite vorsichtig, damit keine Sklerotien abfallen und im Beet liegen bleiben. Ganz entscheidend ist die Entsorgung über den Restmüll, niemals über den Kompost — die Sklerotien überdauern den Hauskompost mühelos und würden den Pilz über den ausgebrachten Kompost wieder im ganzen Garten verteilen (mehr dazu unter Kompostierung). Danach lichtest du den Bestand aus und legst ihn trocken: Pflanzabstände vergrößern, für Luftzirkulation sorgen, nur bodennah gießen, Staunässe beseitigen. Damit nimmst du dem Pilz die feuchten Keimbedingungen und bremst die weitere Ausbreitung.
| Stufe | Maßnahme | Was womit / Hinweis |
|---|---|---|
| 1. Mechanisch / kulturell | befallene Pflanzen großzügig entfernen | samt anhaftender Erde und allen sichtbaren Sklerotien |
| richtig entsorgen | Restmüll, nicht Kompost — Sklerotien überdauern den Kompost | |
| Bestand trockenlegen | auslichten, Abstand schaffen, bodennah gießen, Staunässe beseitigen | |
| 2. Biologisch / vorbeugend | Antagonist Coniothyrium minitans | baut Sklerotien im Boden ab — wirkt vorbeugend über die Zeit, nicht akut heilend |
| Pflanzen stärken | ausgewogen düngen, Standort optimieren, Stress vermeiden | |
| 3. Chemisch | — | im Hausgarten keine kurative Spritzung; Schwerpunkt auf Hygiene und Vorbeugung |
Mach dir den Unterschied zu einem klassischen Schädling klar: Bei der Sklerotinia gibt es keine „Schadschwelle” im Sinne einer Befallsdichte, ab der sich ein Eingriff lohnt — schon eine einzelne befallene Pflanze sollte raus, weil sie neue Sklerotien produziert und damit den Bodenvorrat auffüllt. Was eine Schadschwelle ist und warum sie bei dieser bodenbürtigen Dauerkörper-Krankheit nicht greift, ist anderswo erklärt. Die praktische Regel lautet: konsequent ausräumen, sauber entsorgen, trockenlegen — und über die Fruchtfolge dafür sorgen, dass der Boden über die Jahre ärmer an Sklerotien wird.
Häufige Fehler und Mythen
„Die befallenen Pflanzen kann ich einfach auf den Kompost werfen.” Das ist der folgenschwerste Fehler. Die schwarzen Sklerotien überdauern den normalen Hauskompost mühelos — und wenn du den Kompost später ausbringst, verteilst du den Pilz über den ganzen Garten. Befallenes Material samt Sklerotien gehört in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
„Ich entferne nur den faulen Strunk, der Rest und die Erde können bleiben.” Riskant. Im und am faulenden Gewebe sitzen die Sklerotien, und einzelne fallen leicht in den Boden. Entferne befallene Pflanzen großzügig samt anhaftender Erde und sammle sichtbare schwarze Körner mit ein — jeder zurückgebliebene Dauerkörper startet die Infektion in einem der nächsten Jahre neu.
„Das ist doch nur Grauschimmel.” Lohnt den zweiten Blick. Grauschimmel bildet einen grauen, beim Berühren staubenden Pelz mit nur kleinen Sklerotien, die Sklerotinia ein weißes Wattemyzel mit großen, derben schwarzen Sklerotien im Mark. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Sklerotinia über ihren langlebigen Bodenvorrat eine andere Vorbeugestrategie verlangt — vor allem die Fruchtfolge.
„Wenn ich kräftig dünge, werden die Pflanzen widerstandsfähiger.” Oft das Gegenteil. Viel Stickstoff treibt weiches, mastiges Gewebe, das der Schwächeparasit besonders leicht besiedelt. Eine maßvolle, ausgewogene Düngung macht Pflanzen robuster als eine Stickstoff-Kraftkur.
„Eine Fungizidspritzung löst das Problem.” Im Hausgarten gibt es keine kurative Lösung gegen die Sklerotinia. Solange der Boden voller Sklerotien ist und die Bestände feucht und dicht stehen, kommt der Pilz wieder. Ohne weite Fruchtfolge, Luft, Hygiene und trockenes Klima bleibt jede Hoffnung auf eine schnelle Spritzlösung enttäuscht.
Abgrenzung zu verwechselbaren Krankheiten
Das weiße Myzel und die weiche Fäule wecken schnell den Verdacht auf andere Fäulen. Die entscheidende Frage ist immer: Welche Farbe und Konsistenz hat der Belag, und finden sich große schwarze Sklerotien? Diese Übersicht hilft beim Auseinanderhalten.
| Krankheit / Schaden | Typisches Erkennungszeichen | Unterschied zur Sklerotinia |
|---|---|---|
| Grauschimmel | grau-brauner, beim Berühren staubender Pelz, nur kleine Sklerotien | Sklerotinia hat weißes Wattemyzel und große, derbe schwarze Sklerotien im Mark; staubt nicht |
| Bakterielle Nassfäule | schmierig-matschige Fäule, oft übel riechend, ohne weißes Myzel | Bakteriose ganz ohne Pilzwatte und ohne Sklerotien; meist deutlich stinkend |
| Umfallkrankheit | Keimlinge schnüren am Boden ein und kippen um, kein dichtes Wattemyzel | trifft v. a. junge Sämlinge; keine großen schwarzen Sklerotien |
| Sklerotinia (diese Seite) | weißes Wattemyzel + große schwarze Sklerotien, plötzliches Welken | die hier beschriebene Krankheit |
Die schnellste Probe im Garten: Schau auf Farbe, Staub und Sklerotien. Ist der Belag weiß und watteartig-flockig und fallen aus dem aufgebrochenen Stängel große schwarze Körner, ist es Sklerotinia. Stäubt ein grauer Sporenstaub auf und sind die Körner klein, denke an Grauschimmel. Ist die Fäule schmierig, schleimig und stinkt deutlich, ohne dass weißes Myzel zu sehen ist, steckt eher eine bakterielle Nassfäule dahinter.
Mitnehmen
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Weiße Watte plus schwarze Körner — das ist Sklerotinia. Das weiße, watteartige Myzel auf weicher, wässriger Fäule und vor allem die harten, mäusekotgroßen schwarzen Sklerotien im Mark sind das sichere Erkennungszeichen.
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Der Schlüssel liegt im Boden. Sclerotinia sclerotiorum überdauert als Sklerotien viele Jahre im Erdreich und startet jede feuchte Saison neu — ein einziger Befall füllt den Boden für Jahre mit Infektionsquellen.
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Zwei Infektionswege. Die Sklerotien keimen entweder myzelisch und befallen die feuchte Stängelbasis, oder sie bilden Becher-Fruchtkörper, die Ascosporen ausschleudern und zuerst Verblühtes und totes Gewebe besiedeln.
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Feuchte und Enge sind die Auslöser. Dichte Bestände, Staunässe, hohe Luftfeuchte und feucht-kühles Wetter machen den Befall — der Pilz ist ein Schwäche- und Wundparasit, der trockene, luftige, kräftige Bestände meidet.
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Vorbeugen ist alles. Weite Fruchtfolge mit Nicht-Wirten (Getreide/Gräser), luftige Pflanzung, Staunässe vermeiden, bodennah gießen, ausgewogen düngen und der Antagonist Coniothyrium minitans senken den Druck.
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Bei Befall: ausräumen, nicht kompostieren. Befallene Pflanzen großzügig samt Erde und allen Sklerotien entfernen und über den Restmüll entsorgen — niemals auf den Kompost. Eine kurative Spritzung gibt es im Hausgarten nicht.
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