Sommerwicke anbauen – Gründüngung, Zwischenfrucht und Bienenweide

Sommerwicke auf einen Blick

Aussaat
Aussaat (Hauptfrucht) Februar–März
Aussaat (Zwischenfrucht) Juli–August
Standort
sonnig
Abstand
Saatmenge 12–20 g/m²
Reihenabstand 20–30 cm
Einarbeitung
Einarbeiten als Gründüngung vor der Blüte / vor Verholzung
Weitere Anbaudaten und Botanik

Sommerwicke anbauen: Direktsaat Februar–März (Hauptfrucht) oder Juli–August (Zwischenfrucht), kein Dünger nötig – bis 150 kg N/ha, 1–2 kg Biomasse/m².

Wuchshöhe
30–80 cm
Saattiefe
3–5 cm
Boden-pH
6,0–7,5
Vegetationsdauer
8–12 Wochen
Stickstoffbindung
bis 150 kg N/ha
Biomasse (Gründüngung)
1–2 kg/m²
Botanisch
Vicia sativa
Familie
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Herkunft
Mittelmeerraum und Westasien; seit Hallstattzeit kultiviert
Typ
einjährig, krautig, rankend
Inhalt17 Abschnitte
Sommerwicke – botanische Illustration

Die Sommerwicke ist eine der leistungsstärksten Gründüngungspflanzen für den Hausgarten: Sie bindet Luftstickstoff über Knöllchenbakterien, unterdrückt Unkraut durch raschen Wuchs, verbessert die Bodenstruktur und bietet Bienen, Hummeln und Faltern reichlich Nektar. Im Gemenge mit Hafer oder Roggen gibt sie ein stabiles, selbststehendes Gründüngungsgemisch. Wer sie vor der Blüte einarbeitet, hinterlässt das Beet stickstoffreich und gut belüftet für die nächste Kultur.

Symbol TemperaturenTemperaturen

Wert
Keimtemperatur (Minimum)2–5 °C
Frostempfindlichkeitfrostempfindlich (Jungpflanzen)

Sommerwicken keimen bereits bei 2–5 °C und lassen sich deshalb sehr früh im Jahr aussäen. Jungpflanzen vertragen leichten Frost besser als ausgewachsene blühende Pflanzen.

Anbauplan

Symbol Standort Und BodenStandort und Boden

Symbol AussaatAussaat

Symbol DuengungDüngung

Symbol PflegePflege

Nutzung als Gründüngung – so funktioniert es

Sommerwicke vor der Blüte abmähen oder mit dem Spaten flach einarbeiten. Das Pflanzenmaterial:

Überlässt man die Wicke der Blüte, profitieren Bienen und Schmetterlinge – danach vor der Samenreife einarbeiten, um Selbstaussaat zu begrenzen.

Symbol Krankheiten Und SchaedlingeKrankheiten und Schädlinge

ProblemMaßnahmen
MehltauGute Luftzirkulation; Gemenge statt Reinsaat; nicht zu dicht säen
SpinnmilbenBei Trockenheit; Feuchtigkeit erhöhen; Nützlinge
Erbsenlaus (Acyrthosiphon pisum)Nützlinge fördern; starken Befall abspritzen
Herbst-Heerwurm (Spodoptera)Regional; befallene Pflanzen entfernen

⚠️ Toxizität – Hinweis für Nutzung als Tierfutter

Sommerwicken-Samen enthalten Vicin, Convicin und geringe Mengen Blausäure (ca. 0,05 % in Lufttrockenkörnern). Roh in größeren Mengen gesundheitsschädlich. Für Menschen: Samen nur nach Aufkochen in Salzwasser (Entbitterung) verwenden. Tierfutter: Schweine mit Vorsicht; Milchkühe bis 3 kg/Tag nach Entbitterung unbedenklich.

Symbol MischkulturSommerwicke in der Mischkultur

Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer

Symbol SortenSorten

SorteNutzung
EBENAFutterbau, Reinsaat und Gemenge
SUSANFutterbau, hohe Biomasse
(Standard-Saatgut)Gründüngung im Hausgarten

Im Hausgarten genügt handelsübliches Sommerwicken-Saatgut ohne spezifische Sortenwahl.

Symbol Ertrag HausgartenErtrag für den Hausgarten

FlächeBiomasseBodeneffekt
2 m²ca. 2–4 kg FrischmasseStickstoffanreicherung, Bodenlockerung, Unkrautunterdrückung

Kein Ernte-Ertrag für den Verzehr; Nutzen liegt im Bodeneffekt und als Bienenweide.

Ökologische Bedeutung

Sommerwicken bilden extraflorale Nektarien an den Nebenblättern – diese locken Ameisen an, die als natürlicher Schutz gegen andere Schädlinge wirken. Die Blüten werden von Bienen, Hummeln und Faltern besucht und sind eine wertvolle Bienenweide – besonders als Zwischenfrucht in der blütenarmen Zeit nach dem Frühsommer.

Symbol Haeufige FehlerHäufige Fehler beim Sommerwicke-Anbau

Infografik

Infografik: sommerwicke-anbauen

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