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Stangenbohnen anbauen – Standort, Pflege und Ernte

Stangenbohnen anbauen: Direktsaat ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, stabiles Tipi oder Spalier bis 3 m, alle 3 Tage ernten – Ertrag 3–6 kg/m².

Stangenbohnen – Pflanze im Beet

Stangenbohnen liefern auf kleiner Fläche hohe Erträge – vorausgesetzt, die Rankhilfe steht rechtzeitig und die Ernte erfolgt konsequent alle 2–3 Tage. Wer Hülsen überständig werden lässt, bremst den Neuansatz und verliert Ertrag. Direktsaat nach den Eisheiligen ist Standard; eine Vorkultur lohnt sich kaum. Die Stangenkultur ermöglicht rückenschonende Ernte und nutzt die Beetfläche in die Höhe.

Stangenbohnen auf einen Blick

MerkmalWert
BotanischPhaseolus vulgaris (kletternde Formen)
FamilieHülsenfrüchtler (Fabaceae)
HerkunftMittelamerika
Lebensformeinjährig, rankend
Wuchshöhe2–4 m (mit Rankhilfe)
Aussaat (Direktsaat)Mitte Mai – Juli
Saattiefe3–5 cm (je nach Bodenfeuchte)
Bohnen pro Stange4–6 Bohnen
Abstand zwischen Stangen40–60 cm
Reihenabstand80–100 cm
Rankhilfestabiles Tipi, Spalier oder Gerüst, 2–3 m hoch
Standortsonnig, locker, humos
Boden-pH6,0–7,0
ErntezeitraumJuli–Oktober
Kulturdauer bis Ernteca. 8–10 Wochen
Ertrag3–6 kg/m²
Fruchtfolgenicht jedes Jahr auf derselben Stelle

Temperaturen

Wert
Tagtemperatur (optimal)20–28 °C
Bodentemperatur zur Aussaatmind. 10–12 °C, besser darüber
Frostempfindlichkeitstark; Aussaat erst nach den Eisheiligen (nach 15. Mai)

Stangenbohnen vertragen keinen Frost. Selbst leichter Bodenfrost zerstört frisch gekeimte Pflanzen. Nicht zu früh säen – kalter Boden lässt das Saatgut faulen statt keimen.

Anbauplan

Vorkultur ist nur in speziellen Situationen sinnvoll (sehr kurze Vegetationszeit, Schneckenprobleme); Direktsaat ist Standard.

Standort und Boden

Düngung

Rankhilfe – stabil und früh stellen

Eine stabile Rankhilfe muss vor der Aussaat stehen – Stangenbohnen winden sich von Anfang an. Geeignet sind:

In den ersten Wochen Triebe aktiv an die Rankhilfe führen, bis sie selbstständig winden.

Pflege

Ernte – alle 2–3 Tage ist entscheidend

Zarte Hülsen ernten bevor die Bohnen darin sichtbar aufquellen. Überständige Hülsen signalisieren der Pflanze, dass der Reproduktionszweck erfüllt ist – der Neuansatz bricht ein.

Achtung: Stangenbohnen (wie alle grünen Bohnen) dürfen nicht roh verzehrt werden – sie enthalten Phasin (ein Lektin), das erst durch Erhitzen zerstört wird.

Krankheiten bei Stangenbohnen

KrankheitErreger / UrsacheMaßnahmen
BohnenmosaikvirusVirus (via Blattläuse)Blattlauskontrolle; resistente Sorten; Fruchtfolge
BrennfleckenkrankheitColletotrichum lindemuthianumFruchtfolge; Blätter trocken halten; nicht bei Nässe arbeiten
GrauschimmelBotrytis cinereaGute Luftzirkulation; nicht zu dicht pflanzen; feuchte Stellen entfernen

Schädlinge bei Stangenbohnen

SchädlingSchadenMaßnahmen
BlattläuseSaugen, VirusübertragungNützlinge fördern, mechanisches Abspülen
Bohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus)Befall bei TrockenlagerbohnenTrockenlagerbohnen kühl und luftig aufbewahren
Spinnmilbenbei Trockenheit; BlattschädenLuftfeuchtigkeit leicht erhöhen; Nützlinge

Stangenbohnen in der Mischkultur

Stangenbohnen-Sorten

TypSortenBesonderheit
Grüne StangebohnenAlberello, Coco de PyreneKlassische grüne Hülsen, zart
Feuerbohnen / RotblüteFirestormDekorativ, auch als Zierpflanze
FlachhülsigeGarrafalBreite, fleischige Hülse

Ertrag für den Hausgarten

Für vier Personen (Richtwert):

FlächeStandorte (Stangen)ErtragNutzung
ca. 1 m²ca. 10–12 Stangenca. 3–5 kgFrischverzehr, Einfrieren, Einmachen

Ca. 5 Stangenbohnenpflanzen pro Person liefern bei guter Kultur reichlich frische Bohnen über die Saison. Regelmäßiges Pflücken ist Voraussetzung für hohen Gesamtertrag.

Nährwerte (pro 100 g, rohe grüne Bohnen)

NährstoffMenge
Energie31 kcal
Kohlenhydrate7,0 g
davon Zucker3,0 g
Eiweiß2,0 g
Fett0,2 g
Ballaststoffe3,0 g
Vitamin C12 mg
Calcium35 mg
Eisen1,0 mg

Wichtig: Bohnen müssen vor dem Verzehr gegart werden. Rohverzehr ist giftig (Phasin/Lektin).

Verwendung in der Küche

Stangenbohnen vielseitig: gedämpft oder gekocht als Beilage, in Bohnensalaten, Eintöpfen und Pfannengerichten. Überschuss lässt sich gut einfrieren oder einmachen. Die Stangenkultur ermöglicht rückenschonende Ernte – ein echter Vorteil gegenüber Buschbohnen.

Lagerung von Stangenbohnen

Häufige Fehler beim Stangenbohnen-Anbau

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