Bohnen anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Bilder am Beispiel der Buschbohne.
Bohnen auf einen Blick
- Aussaat
- Aussaat (Direktsaat) Mitte Mai–Juli (nach den Eisheiligen, Boden mind. 12 °C)
- Standort
- locker, warm, humos, vollsonnig
- Abstand
- Pflanzabstand 10–15 cm (Busch), 20 cm (Stange)Reihenabstand 40–50 cm
- Ernte
- ab Juli; Stangenbohnen bis in den Herbst
Weitere Anbaudaten und Botanik
Bohnen anbauen: ab Mitte Mai (nach Eisheiligen!); Busch 10-15 cm, Stange 20 cm Abstand; Ertrag 1,2-2,5 kg/m²; Familie 4 Pers.: 6 m² ≈ 12-18 kg.
- Pflanzen pro m²
- 20–30 (Busch), 10–15 (Stange)
- Saattiefe
- 3–5 cm
- Boden-pH
- 6,0–7,0
- Temperatur Tag
- 20–25 °C
- Keimtemperatur
- mindestens 12 °C Bodentemperatur
- Frostempfindlichkeit
- sehr frostempfindlich; kein Anbau vor den Eisheiligen
- Ertrag
- 1,2–2,0 kg/m² (Busch), 1,6–2,5 kg/m² (Stange); ca. 0,3–0,6 kg/Pflanze
- Familienbedarf (4 Pers.)
- ca. 6 m² mit rund 150 Pflanzen liefert etwa 12–18 kg Früchte
- Pflanze
- Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), Feuerbohne (Phaseolus coccineus)
- Nutzungsgruppe
- Hülsenfrucht
- Lebensform
- einjährig, wärmeliebend
- Herkunft
- Mittel- und Südamerika
- Botanisch
- Phaseolus vulgaris / coccineus
- Familie
- Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Inhalt11 Abschnitte
- Bohnen auf einen Blick
- Standort und Pflege für Bohnen
- Wichtige Punkte beim Anbau von Bohnen
- Bohnen in der Mischkultur
- Bohnen Sorten und Nutzung
- Nährwerte (pro 100 g gekochte Bohnen)
- Ertrag von Bohnen im Hausgarten
- Krankheiten und Schädlinge
- Häufige Fehler beim Anbau von Bohnen
- Detailseiten zu Bohnen
- Infografik

Bohnen sind ein produktives Sommergemüse aus Mittel- und Südamerika, das in Deutschland erst nach den Eisheiligen ins Freiland kommt. Wichtigste Entscheidung vorab: Buschbohne (kompakt, ohne Rankhilfe, früher) oder Stangenbohne (höherer Ertrag, braucht Stütze, länger erntefähig). Als Leguminosen können sie mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Ihr Beitrag für eine Folgekultur hängt von der Ernte und den verbleibenden Pflanzenresten ab. Wichtig: Bohnen sind roh giftig – immer mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen.
Standort und Pflege für Bohnen
- Temperatur: Bohnen sind wärmeliebend; optimal sind 20–25 °C tagsüber und mindestens 15 °C nachts. Keimung zuverlässig ab 12 °C Bodentemperatur. Kälte und Staunässe vertragen Bohnen schlecht.
- Boden/Standort: lockerer, warmer, humoser Boden in vollsonniger Lage. Gut drainiert; pH 6,0–7,0.
- Gießen: mäßig und gleichmäßig, besonders während Blüte und Hülsenbildung. Staunässe vermeiden.
- Düngung: Knöllchenbakterien können einen Teil des Stickstoffbedarfs decken, aber nicht unter allen Bedingungen den gesamten Bedarf. Auf gut versorgten Gartenböden ist häufig wenig zusätzliche Stickstoffgabe nötig. Hohe vorsorgliche Gaben vermeiden; bei schwachem Wachstum zuerst Wasser, Temperatur, Boden und Knöllchen prüfen. Kompost und andere Nährstoffgaben nach Bodenversorgung und Bedarf bemessen. Mehr unter Stickstofffixierung.
- Rankhilfe: Stangenbohnen brauchen frühzeitig eine stabile Rankhilfe – Stangen, Gitterspalier oder Tipi-Konstruktion am besten schon beim Säen aufbauen. Prunkbohnen/Feuerbohnen werden bis 3–4 m hoch.
- Fruchtfolge: 3–4 Jahre Anbaupause für alle Hülsenfrüchte. Verbleibende gesunde Pflanzenreste können Folgekulturen wie Kohl und Kürbis zugutekommen; sie garantieren deren Stickstoffversorgung jedoch nicht.
Wichtige Punkte beim Anbau von Bohnen
- Erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) säen – Frost und Kälte zerstören die Pflanzen.
- Tägliches Ernten der reifen Hülsen ist der wichtigste Pflegeschritt: Je öfter geerntet wird, desto länger produziert die Pflanze.
- Achtung: Bohnen sind roh giftig (Phasine/Lectine) – immer mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen, auch grüne Hülsen!
- Trockenbohnen vollständig an der Pflanze trocknen lassen; dann schälen und in Gläsern lagern (1+ Jahr haltbar).
- Resistente Sorten (z. B. Jutta) reduzieren das Risiko von Brennfleckenkrankheit erheblich.
Bohnen in der Mischkultur
- Gut: Mais und Kürbis (klassische Drei-Schwestern-Kombination), Salat, Gurken, Möhren.
- Schlecht bzw. ungünstig: Zwiebeln, Knoblauch, Fenchel und Kohlgewächse.
- In der Drei-Schwestern-Kombination klettern geeignete rankende Bohnen am Mais empor, während Kürbis den Boden bedeckt. Die Fixierung durch Bohnen ist keine verlässliche vollständige Düngung für Mais und Kürbis; deren Versorgung nach Bedarf planen.
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Bohnen Sorten und Nutzung
- Buschbohnen grün: Saxa (früh, ca. 60 Tage), Brillant, Jutta (Brennflecken-resistent).
- Buschbohnen Wachs: Golda, Carson – gelbe Hülsen, mild im Geschmack.
- Stangenbohnen: Blauhilde (lila Hülsen, dekorativ), Hildas Kurze Breite.
- Prunkbohnen/Feuerbohnen: Firestorm, Borlotto Rosso, Rocquencourt – höherer Ertrag, dekorativ.
- Trockenbohnen: Black Turtle, Cannellino, Borlotti – für Wintervorrat.
- Küche: grüne Hülsen als Gemüse, in Eintöpfen und Suppen, als Salat; Trockenbohnen als Hülsenfrucht.
Nährwerte (pro 100 g gekochte Bohnen)
- Energie: ca. 127 kcal (grüne Hülsen frisch ca. 31 kcal/100 g).
- Kohlenhydrate: ca. 22,8 g.
- Eiweiß: ca. 8,7 g.
- Fett: ca. 0,5 g.
- Ballaststoffe: ca. 7,4 g.
- Vitamine: Folat ca. 130 µg, Vitamin C ca. 1,2 mg (gekocht), B1 und B6 vorhanden.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 405 mg, Magnesium ca. 48 mg, Eisen ca. 2,1 mg.
- Warnung: Roh giftig (Phasine/Lectine) – immer mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen!
- Anmerkung: Werte für gekochte weiße Bohnen/Kidney; grüne Hülsen frisch sind deutlich kalorienärmer.
Ertrag von Bohnen im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen etwa 6 m² mit rund 150 Pflanzen, was ca. 12–18 kg Ernte ergibt. Stangenbohnen und Prunkbohnen liefern tendenziell etwas mehr pro Pflanze. Frisch gelagert halten sich Hülsen bei 5–10 °C bis zu 2 Wochen; Trockenbohnen sind über 1 Jahr haltbar.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Bohnenrost (Uromyces appendiculatus): viele kleine rostbraune Pusteln auf den Blattunterseiten; weite Pflanzabstände, Fruchtfolge, robuste Sorten wählen.
Schädlinge:
- Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae): glänzend schwarze Blattläuse an Triebspitzen und jungen Hülsen; Triebspitzen entspitzen, Nützlinge fördern.
Häufige Fehler beim Anbau von Bohnen
- Vor den Eisheiligen säen – Frost und kalter Boden (unter 12 °C) führen zu Fäulnis der Samen
- Roh essen – Bohnen sind roh giftig; immer vollständig garen
- Zu selten ernten – Hülsen werden grob und faserig; die Pflanze stellt die Produktion ein
- Hohe vorsorgliche Stickstoffgaben – können die Knöllchenbildung und Fixierung hemmen. Eine tatsächlich unzureichende Versorgung kann trotzdem eine bedarfsgerechte Ergänzung erfordern.
Detailseiten zu Bohnen
Weiterlesen
- Gemüsegarten im Mai – Nach den Eisheiligen beginnt die Bohnenaussaat.
- Gemüsegarten im Juli – Erste Ernte; Stangenbohnen produzieren bis in den Herbst.
- Gemüsegarten im Oktober – Trockenbohnen ernten und einlagern.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Infografik