Monat für Monat wissen, was im Gemüsegarten sinnvoll ist

Tomaten nach den Eisheiligen auspflanzen

Nach den Eisheiligen (11.–15. Mai, regional variabel) beginnt das eigentliche Tomatenjahr. Wer die Vorzucht sauber geführt hat, hat jetzt kräftige Jungpflanzen — was jetzt aus ihnen wird, entscheidet sich in den ersten zwei Wochen nach dem Auspflanzen.

Der richtige Zeitpunkt

Die Eisheiligen sind ein statistischer Orientierungspunkt, kein Freifahrtschein. Vor dem Auspflanzen prüfen:

In höheren Lagen oder kühlen Regionen lieber bis Ende Mai warten.

Standort: die wichtigste Entscheidung

Tomaten mögen Sonne — aber nicht jede sonnige Stelle ist gut.

Idealer Standort:

Fruchtfolge: Keine Tomaten dort wo in den letzten 3–4 Jahren Tomaten, Kartoffeln, Paprika oder Auberginen standen (Kraut- und Knollenfäule, Nematoden).

Pflanztiefe: tiefer als fast jedes andere Gemüse

Tomaten können tief in die Erde — das ist einer ihrer großen Vorteile. Der vergrabene Stängelbereich bildet Wurzeln und macht die Pflanze stabiler und robuster.

So tief pflanzen:

Tiefes Einpflanzen fördert ein dichtes Wurzelnetz und verankert die Pflanze besser gegen Wind.

Pflanzabstände

SortentypAbstand in der ReiheReihenabstand
Stabtomaten (indeterminiert)50–60 cm80–100 cm
Buschtomaten (determiniert)40–50 cm60–80 cm
Cocktail- und Cherrytomaten50 cm80 cm
Flaschentomaten (San Marzano)50–60 cm80 cm

Lieber etwas weiter pflanzen als zu eng — Luftzirkulation zwischen den Pflanzen ist der günstigste Schutz gegen Krautfäule.

Stützsystem direkt beim Pflanzen setzen

Stützen im Juli nachträglich einzuschlagen beschädigt die Wurzeln. Beim Pflanzen sofort:

Bambusstab (einfachste Lösung):

Spiralstab:

Schnursystem (für mehrere Pflanzen):

Tomatenturm (für Buschtomaten):

Die ersten zwei Wochen nach dem Pflanzen

Das ist die kritischste Phase. Die Pflanze baut ihr Wurzelsystem neu auf — oberirdisch passiert erst mal wenig.

Täglich angießen in den ersten 7–10 Tagen: direkt an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter. Der Boden rund um den Stängel darf nicht austrocknen.

Nicht düngen in der ersten Woche: zu viel Nährstoff stresst beim Anwachsen.

Auf Kälteschäden achten: Blaue oder lila Verfärbung der Blätter bedeutet Kältestress — kein Schaden, wächst sich aus wenn es wärmer wird.

Keine großen Triebe ausgeizen in den ersten 10 Tagen: erst anwachsen lassen, dann führen.

Erstes Ausgeizen ab Woche 2–3 wenn die Pflanze Wachstum zeigt: Seitentriebe in den Blattachseln entfernen bei Stabtomaten, bei Buschtomaten stehen lassen.

Typische Fehler

Zu früh auspflanzen — eine in Kälte gewachsene Tomate erholt sich, aber der Rückstand ist oft nie ganz aufgeholt.

Nicht abgehärten — direkt von der warmen Fensterbank ins Freiland führt fast immer zu Sonnenbrand an den Blättern.

Zu flach pflanzen — schwacher Halt, schlechte Wasseraufnahme, anfälliger gegen Wind.

Stütze vergessen — im Juli einschlagen zerstört Wurzeln.

Blätter nass gießen — erhöht Krautfäule-Risiko erheblich, besonders bei fehlender Luftzirkulation.

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