Eisheiligen-Rechner: Frostrichtwerte für deine PLZ
Die Eisheiligen Mitte Mai sind eine grobe Faustregel. Gib deine deutsche PLZ ein und vergleiche sie mit historischen Richtwerten für den letzten Frühjahrs- und ersten Herbstfrost aus der Klimaperiode 1991–2020. Das hilft bei der Planung – für das Auspflanzen zählen zusätzlich die aktuelle Wettervorhersage, die Bodenwärme und die Ansprüche deiner Pflanzen.
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Nutze möglichst die Wohnort-PLZ deines Gartens. Ein Wert steht für einen Referenzpunkt, nicht für jedes Beet im PLZ-Gebiet.
Gib die fünfstellige Wohnort-PLZ deines Gartens ein.
Keine Wettervorhersage und keine Pflanzfreigabe: Auch nach dem Frühjahrs-Richtwert kann Frost auftreten. Die Daten beschreiben Lufttemperaturen in 2 m Höhe; bodennahe Luft und Pflanzen können kälter sein.
Frühjahrs-Richtwerte für die Frostschwellen 0 °C und −2 °C
Frostschwelle 0 °C: mittlerer Termin —, später Richtwert —.
Frostschwelle −2 °C: mittlerer Termin —, später Richtwert —.
Der letzte Frost an der −2-°C-Schwelle liegt am selben Tag oder früher als der letzte Frost an der 0-°C-Schwelle. −2 °C ist meteorologisch noch leichter Frost. Für frostempfindliche Pflanzen ist schon Frost nahe 0 °C relevant; manche reagieren bereits auf niedrige Plusgrade.
Historische Richtwerte 1991–2020. Die Berechnung der einzelnen Termine ist nicht unabhängig nachgerechnet; daraus lässt sich keine verlässlich bezifferte Frostwahrscheinlichkeit für dein Beet oder das aktuelle Jahr ableiten. Datenbasis und Grenzen
So nutzt du die Frostrichtwerte zum Auspflanzen
- Richtwert einordnen: Der spätere Frühjahrs-Termin hilft bei einer vorsichtigen Planung. Er garantiert keine Frostfreiheit.
- Vorhersage prüfen: Schau vor dem Auspflanzen auf die lokalen Tiefsttemperaturen und Hinweise auf Bodenfrost für die kommenden Nächte. Je weiter die Vorhersage reicht, desto unsicherer wird sie.
- Wärmebedarf beachten: Tomaten, Gurken, Paprika, Kürbis und Basilikum brauchen auch ohne Frost ausreichend warme Bedingungen. Prüfe die Hinweise zur jeweiligen Kultur und warte bei kalten Nächten oder kaltem Boden.
- Jungpflanzen abhärten: Gewöhne sie schrittweise an Sonne, Wind und Außentemperaturen. So härtest du Jungpflanzen ab.
- Bei Kälte reagieren: Verschiebe das Auspflanzen oder hole mobile Töpfe hinein. Vlies kann bei leichten Frösten helfen, bietet aber keine Garantie. Mehr zum Frostschutz.
Ein Minimumthermometer auf Höhe deiner Pflanzen hilft dir, kalte Stellen im eigenen Garten zu erkennen. Besonders in klaren, windstillen Nächten kann Bodenfrost auftreten, obwohl die vorhergesagte Lufttemperatur in 2 m Höhe noch über 0 °C liegt.
Was sind die Eisheiligen?
Die Eisheiligen sind eine alte Bauernregel: eine Reihe von Gedenktagen Mitte Mai, an denen erfahrungsgemäß noch einmal Kaltluft und Spätfröste durchziehen können. Erst danach galt es traditionell als sicher, wärmeliebende Pflanzen auszusetzen.
| Tag | Namenspatron |
|---|---|
| 11. Mai | Mamertus |
| 12. Mai | Pankratius |
| 13. Mai | Servatius |
| 14. Mai | Bonifatius |
| 15. Mai | Kalte Sophie |
Die Regel ist nützlich, aber pauschal. In milden Lagen ist der Frost oft schon Wochen vorher vorbei, in Höhenlagen drohen auch nach der „Kalten Sophie" noch Fröste. Der Rechner ergänzt den Kalender um einen regionalen Klimarichtwert; die Unsicherheit am einzelnen Standort bleibt.
Warum dein Datum vom 15. Mai abweicht
Region, Höhenlage, Meeresnähe, städtische Wärme und die Lage im Gelände beeinflussen Frosttermine. In Senken sammelt sich in ruhigen Nächten kalte Luft; dort kann es kälter sein als an einem höher gelegenen Hang. Eine feste Temperaturabnahme pro Höhenmeter beschreibt solche Nächte deshalb nicht zuverlässig.
Laut Datenbeschreibung beruhen die Richtwerte auf dem 1-km-Raster des DWD, dessen Temperaturmodell unter anderem die Höhe berücksichtigt. Ein Rasterpunkt ist jedoch keine Messstation in deinem Garten. Die Rasterweite garantiert keine Genauigkeit für ein einzelnes Beet; auch innerhalb einer PLZ können die Bedingungen deutlich abweichen.
Häufige Fragen
Was bedeuten der mittlere und der spätere Frühjahrs-Termin?
Der mittlere Termin ist laut Datensatz der Median des letzten Frühjahrsfrosts: ungefähr die Hälfte der historischen Jahre lag früher, die andere Hälfte später. Der spätere Richtwert soll spätere Frostereignisse berücksichtigen und eignet sich eher für eine vorsichtige Planung. Da die Berechnung weder vollständig dokumentiert noch unabhängig nachgerechnet ist, zeigen wir keine bestätigte Prozentwahrscheinlichkeit. Beide Termine sind historische Orientierung, keine Vorhersage für dieses Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen 0 °C und −2 °C?
Die Werte vergleichen zwei Schwellen der täglichen Lufttiefsttemperatur in 2 m Höhe. Der letzte Frost an der −2-°C-Schwelle liegt im Frühjahr am selben Tag oder früher als der letzte Frost an der 0-°C-Schwelle. −2 °C wird meteorologisch noch als leichter Frost bezeichnet. Ob und wie stark Pflanzen geschädigt werden, hängt unter anderem von Art, Entwicklungszustand, Temperatur und Dauer der Kälte ab. Auch niedrige Plusgrade können wärmeliebende Kulturen beeinträchtigen.
Gilt das auch für Hochbeet, Balkon oder Gewächshaus?
Die Daten beschreiben die Außenluft an einem Referenzpunkt. Hochbeet, Balkon und Gewächshaus können davon abweichen; eine pauschale frühere Pflanzfreigabe lässt sich daraus nicht ableiten. Ein ungeheiztes Gewächshaus oder ein Folientunnel kann nachts stark auskühlen. Auch mit Frostwächter zählt die tatsächlich erreichte Temperatur an den Pflanzen. Miss sie möglichst mit einem Minimumthermometer und beachte den Wärmebedarf der Kultur.
Meine PLZ wird nicht gefunden – was nun?
Der Datensatz enthält über 10.800 Einträge, darunter auch Sonder- und Firmen-PLZ. Eine vollständige Abdeckung aller aktuellen Wohnort-PLZ ist damit nicht belegt. Prüfe die fünfstellige Schreibweise einschließlich führender Nullen. Fehlt deine PLZ, kannst du selbst eine bekannte Wohnort-PLZ in der Nähe mit vergleichbarer Lage prüfen. Deren Wert bleibt eine Orientierung für diesen anderen Standort. Der Rechner ersetzt fehlende PLZ nicht automatisch.
Was sagt der frühe Herbst-Richtwert aus?
Er hilft dir, rechtzeitig Schutz oder Ernte einzuplanen. Der mittlere Termin beschreibt laut Datensatz den Median des ersten Herbstfrosts; der frühe Richtwert berücksichtigt frühere Ereignisse. Frost kann auch vor diesem Richtwert auftreten. Wärmebedürftige Kulturen und empfindliche Kübelpflanzen können schon bei niedrigen Plusgraden Schutz brauchen. Prüfe deshalb die aktuelle Vorhersage und die Ansprüche deiner Pflanzen.
Datenbasis und Grenzen
Die Datensatzmetadaten nennen DWD HYRAS-DE v6-1 für die Referenzperiode 1991–2020 als Grundlage. HYRAS stellt interpolierte Tageswerte der Lufttemperatur in 2 m Höhe auf einem 1-km-Raster bereit. Ortsnamen und Referenzkoordinaten stammen laut Metadaten aus GeoNames; die Koordinaten können geschätzt sein. Sie bilden weder die gesamte PLZ-Fläche noch die tatsächliche Lage deines Beets ab.
Die genaue Ableitung der Frostdaten ist noch nicht vollständig dokumentiert. Insbesondere sind die verwendeten Jahresabschnitte, die Behandlung fehlender Werte und frostfreier Jahre sowie die Berechnung der statistischen Termine nicht unabhängig überprüft. Deshalb sind die Ergebnisse als historische Orientierung zu verstehen. Die zusätzlichen Kennzahlen zur Zahl frostfreier Tage und zur Vegetationsperiode werden bis zur Klärung ihrer Definition nicht angezeigt.
Auch ein korrekt berechneter historischer Termin ist keine Frostgarantie: Wetterlagen, das heutige Klima und das Mikroklima im Garten können von der Referenzperiode abweichen. Bodenfrost in der bodennahen Luft und die Bodentemperatur werden hier nicht berechnet.
Weiterführende Seiten
Daten und Lizenznachweis: Deutscher Wetterdienst, HYRAS-DE-TASMIN v6-1 (Referenzperiode 1991–2020) und GeoNames für PLZ-Referenzkoordinaten, Ortsnamen und Bundesland, jeweils CC-BY 4.0. Die Frosttermine sind eine abgeleitete Auswertung, keine amtliche DWD-Pflanzempfehlung.