Monat für Monat wissen, was im Gemüsegarten sinnvoll ist

Was im März im Garten geerntet werden kann

Der März ist kein Erntemonat im klassischen Sinn. Trotzdem ist der Garten nicht leer – wer genau schaut, findet fünf Kulturen, die jetzt geerntet werden können. Keine Massenernten, aber frische Zutaten aus dem eigenen Garten, bevor die Hauptsaison beginnt.

Was im März geerntet werden kann

Feldsalat

Feldsalat der im Herbst gesät wurde, überwintert im Beet und ist im März noch erntereif – solange er noch nicht schosst. Mit dem längeren Tag treibt die Pflanze zügig durch, deshalb jetzt regelmäßig kontrollieren. Einzelne Rosetten aus dem Beet heben, nicht abschneiden – so bleibt der Wurzelstock erhalten.

Woran du erkennst, dass es Zeit wird: Die Rosetten bleiben kompakt, Blätter dunkelgrün und glatt. Sobald der Stängel sich streckt und hellere Blätter erscheinen, ist der Schosszeitpunkt da – Geschmack und Textur lassen dann nach.

Schnittlauch

Schnittlauch ist eine der ersten Kulturen, die im März wieder austreibt. Die frischen Halme sind intensiver und zarter als die im Sommer. Großzügig abschneiden – etwa 3–4 cm über dem Boden – regt den Neuaustrieb an. Nicht zögerlich abzupfen.

Wer im Herbst noch keinen Schnittlauch im Beet hat: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine erste Pflanzung aus dem Topf oder als Teilung.

Bärlauch

Bärlauch treibt ab März aus – je nach Lage auch schon Ende Februar. Er ist eine der unverwechselbarsten Frühjahrsernten: kräftiger Knoblauchgeruch, zarte Blätter. Geerntet werden die Blätter einzeln oder in kleinen Büscheln, bevor die Pflanze blüht. Nach der Blüte werden die Blätter zäh und der Geschmack flacher.

Wichtiger Hinweis: Bärlauch verwechseln mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen ist ein ernstes Risiko. Die Unterscheidung: Bärlauch riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch – die giftigen Doppelgänger nicht. Im Zweifel kein Blatt probieren, sondern genau prüfen.

Bärlauch breitet sich über Jahre aus und lässt sich dann als verlässliche Frühjahrsernte nutzen, ohne jedes Jahr neu pflanzen zu müssen.

Schwarzwurzel

Schwarzwurzel die im Vorjahr gesät wurde, kann im März geerntet werden – der Boden ist noch locker genug. Die Wurzeln brauchen vorsichtiges Ausstechen mit der Grabegabel, nicht Ziehen: Die langen Wurzeln brechen leicht und der weiße Milchsaft verfärbt sich an der Luft schnell braun. Handschuhe tragen, Hände einfetten oder gleich unter Wasser schälen.

Alternativ: Schwarzwurzel kann auch noch bis in den April stehen bleiben – sie leidet nicht unter leichtem Frost. Wer sie im Beet lässt und im Frühjahr blühen lässt, bekommt im nächsten Jahr Selbstaussaat.

Brennnessel (junge Triebe)

Junge Brennnesselspitzen im März sind eine unterschätzte Küchenzutat – nussig, mild, reich an Mineralstoffen. Nur die obersten 5–8 cm der frischen Triebe ernten, bevor die Pflanze kräftig wird. Handschuhe tragen. Kurz blanchieren macht sie unschädlich und weich.

Brennnessel wächst an fast jedem halbschattigen Rand und braucht keine Pflege. Wer eine kontrollierte Ecke im Garten hat, nutzt sie im März als erste grüne Ernte.

Was noch nicht geerntet werden kann

Spargel, der im März schon austreibt, sollte nicht geerntet werden – im ersten und zweiten Jahr nach der Pflanzung. Die Pflanzen brauchen alle Energie für den Wurzelaufbau. Erst ab dem dritten Jahr beginnt die Ernte, und dann nur im April–Juni.

Die März-Ernte richtig nutzen

Im März geht es nicht um Mengen, sondern um den richtigen Moment. Wer Feldsalat kurz vor dem Schossen erntet, Schnittlauch regelmäßig schneidet und Bärlauch rechtzeitig einsammelt, bekommt die beste Qualität. Eine Woche Unterschied macht hier mehr aus als in der Hauptsaison.

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