Was im April geerntet werden kann
Der April ist kein klassischer Erntemonat, aber wer genau hinschaut, findet deutlich mehr als im März. Erste Kulturen liefern jetzt regelmäßig, andere starten ihren kurzen Höhepunkt. Die April-Ernte ist überschaubar — aber frisch, geschmacklich intensiv und eine der befriedigendsten Phasen im Gartenjahr.
Was im April geerntet werden kann
Spargel
Wer ein etabliertes Spargelbeet hat (mindestens 3 Jahre alt), erntet ab April. Die Stangen stechen sobald sie 15–20 cm aus der Erde ragen — bei warmem Wetter täglich kontrollieren, Spargel wächst schnell. Ernteschluss ist traditionell der 24. Juni, damit die Pflanze den Rest der Saison Kraft für das nächste Jahr aufbauen kann.
Junges Beet (Jahr 1–2): nicht ernten. Die Pflanze braucht alle Energie für den Wurzelaufbau.
Rhabarber
Ab April ist Rhabarber erntereif, sobald die Stangen kräftig und die Blätter voll entfaltet sind. Nicht schneiden — ziehen und drehen: Stange mit leichtem Drehen aus dem Boden lösen, nicht abreißen. Erntemenge begrenzen: maximal ein Drittel der Stangen pro Pflanze auf einmal entnehmen, damit die Pflanze nicht geschwächt wird. Ernteschluss: Ende Juni.
Die Blätter sind giftig (Oxalsäure) — nicht kompostieren, entsorgen.
Feldsalat
Feldsalat der im Herbst gesät wurde, schließt seine Saison im April ab. Jetzt zügig ernten bevor er schosst — mit den längeren Tagen und wärmerem Wetter treibt er schnell durch. Die ganze Rosette herausziehen, nicht nur Blätter abschneiden.
Woran der richtige Moment erkennbar ist: Rosetten noch kompakt und dunkelgrün. Sobald der Stängel sich streckt und hellere Blätter erscheinen, lässt die Qualität nach.
Schnittlauch
Schnittlauch treibt im April kräftig aus. Die ersten Halme sind zart und intensiv im Geschmack — die besten des Jahres. Großzügig abschneiden, 3–4 cm über dem Boden, regt den Neuaustrieb an. Wer nur einzelne Halme zupft, schwächt den Bestand.
Bärlauch
Je nach Lage und Jahr erreicht Bärlauch seinen Höhepunkt Ende März bis Mitte April — vor der Blüte. Die Blätter jetzt einzeln pflücken, bevor die Blüten aufgehen. Nach der Blüte werden die Blätter zäh und der Geschmack nachlässt.
Wichtig: Vor dem Pflücken immer am Blatt riechen — Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch. Maiglöckchen und Herbstzeitlose, die zur gleichen Zeit austreiben, sind giftig und riechen nicht nach Knoblauch.
Frühe Kräuter
Petersilie überwintert und liefert im April erste kräftige Blätter. Winterheckenzwiebel und Sauerampfer treiben ebenfalls früh aus. Wer Löffelkraut im Beet hat, kann es jetzt als würzige Beigabe ernten.
Überwinternde Kulturen – letzte Chance
Feldsalat, Spinat unter Vlies oder im Frühbeet, und Asiasalate die den Winter überlebt haben: jetzt zügig ernten bevor sie schossen. April ist der letzte Moment für diese Kulturen — danach übernehmen die Sommerkulturen.
Worauf es im April beim Ernten ankommt
Regelmäßig kontrollieren statt auf einmal ernten. April-Kulturen können ihren Höhepunkt schnell überschreiten. Spargel täglich, Feldsalat alle 2–3 Tage — wer zu lange wartet, verliert Qualität.
Morgens ernten. Kurz nach Sonnenaufgang sind Blätter und Stangen am festesten und wasserreichsten. Nachmittags nach einem warmen Tag sind sie schlaffer.
Frei werdende Flächen direkt weiterdenken. Wenn Feldsalat und überwinternde Kulturen geräumt sind, entstehen erste freie Flächen. Jetzt ist der richtige Moment für Direktsaaten oder erste Pflanzungen.