Kellerassel erkennen: Nutzen, Fraßschäden und Hilfe im Haus

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Unter einem Blumentopf, einem Brett oder im Kompost findest du kleine, graue Tiere, die bei Licht schnell in eine Ritze fliehen. Oft sind es Landasseln. Die Kellerassel (Porcellio scaber) ist eine häufige Art, doch nicht jede graue Assel gehört zu ihr.

Im Garten helfen Kellerasseln beim Abbau abgestorbener Pflanzenreste. Gelegentlich fressen sie auch sehr weiches lebendes Pflanzengewebe. Im Haus können sie auf feuchte Verstecke aufmerksam machen und unter ungünstigen Lagerbedingungen pflanzliche Vorräte anknabbern. Entscheidend ist deshalb, wo du sie findest und ob du tatsächlich Schäden beobachtest.

Was ist die Kellerassel?

Illustration einer grauen, abgeflachten Kellerassel auf Laub und Holz
Die Kellerassel hat einen flach-ovalen Körper und einen rauen Rücken.

Die Kellerassel gehört zu den Krebstieren, zur Ordnung der Asseln (Isopoda) und zur Gruppe der Landasseln (Oniscidea). Sie ist kein Insekt. Erwachsene Kellerasseln tragen an den sieben Brustsegmenten jeweils ein Laufbeinpaar; dahinter folgt der kürzere Hinterleib. Erwachsene Insekten haben dagegen drei Beinpaare.

Für die Luftatmung besitzt Porcellio scaber Pleopodenlungen, auch Pseudotracheen genannt, an den ersten beiden Paaren der Hinterleibsanhänge. Trotz dieser Anpassung an das Landleben verliert die Kellerassel leicht Wasser und braucht geschützte, ausreichend feuchte Rückzugsorte. Ihr Artname scaber bedeutet „rau“ und beschreibt den fein gehöckerten Rücken.

MerkmalAngabe
EinordnungKrebstiere, Ordnung Asseln, Gruppe Landasseln
Wissenschaftlicher NamePorcellio scaber
GrößeErwachsene bis etwa 17 mm nach dem verwendeten britischen Bestimmungsleitfaden; Jungtiere kleiner
Lebensdauerkann etwa zwei Jahre erreichen; abhängig von den Lebensbedingungen
Vorkommenweit verbreitet; örtlich viele Tiere in feuchten, deckungsreichen Verstecken
Nahrungüberwiegend abgestorbenes Pflanzenmaterial und Pilze, auch Aas und Kot; gelegentlich weiches lebendes Pflanzengewebe
RolleStreuzersetzer und Teil des Nährstoffkreislaufs; im Garten überwiegend nützlich
Aktivitätmeist in der Dämmerung und nachts; abhängig von Feuchte und Temperatur
Bei Trockenheit und KälteRückzug in geschützte Verstecke und geringere Aktivität; bei milden Bedingungen auch im Winter aktiv

Kellerassel erkennen und von ähnlichen Arten unterscheiden

Illustration: ungerollte Kellerassel neben einer zur Kugel gerollten Rollassel
Die Kellerassel kann sich nicht zur Kugel einrollen; die Gemeine Rollassel kann es.

Typisch sind ein ovaler, leicht abgeflachter Körper, ein rauer, fein gehöckerter Rücken und meist eine schiefergraue bis graubraune Färbung. Es kommen auch deutlich gefleckte Farbformen vor. Am Kopf sitzen ein auffälliges Fühlerpaar und kleine zusammengesetzte Augen. Ein weiteres, stark verkleinertes Fühlerpaar ist mit bloßem Auge kaum zu sehen. Am Hinterende ragen spitze Anhänge, die Uropoden, hervor.

Die Kellerassel kann sich nicht zur geschlossenen Kugel einrollen. Bei Störung drückt sie sich an den Untergrund oder sucht ein Versteck. Das unterscheidet sie von der Gemeinen Rollassel, reicht aber nicht zur sicheren Abgrenzung von allen anderen Landasseln.

ArtTypische MerkmaleEinrollenHäufige Fundorte
Kellerassel (Porcellio scaber)rauer, gehöckerter Rücken; meist grau, auch geflecktkeine geschlossene Kugelunter Töpfen, Holz und Steinen, im Mulch und Kompost; auch im Haus
Mauerassel (Oniscus asellus)flacher, breiter, weniger stark gehöckert; oft helle Fleckenkeine geschlossene Kugelfeuchte Laubstreu, Totholz, Mauern und Kompostränder
Gemeine Rollassel (Armadillidium vulgare)stärker gewölbt; meist dunkelgrau, Färbung variabelgeschlossene Kugel möglichauch vergleichsweise trockene, kalkreiche Standorte
Kleine Landasseln (z. B. Trichoniscus)wenige Millimeter lang, oft unscheinbarabhängig von der Artfeuchte Laubstreu, unter Rinde und im Mulch

„Rau und nicht einrollbar“ ist eine Orientierung, kein sicherer Artnachweis. Für eine genauere Bestimmung braucht es eine Lupe und weitere Merkmale: Bei Porcellio scaber ist die Geißel am Ende des großen Fühlers zweigliedrig, und auf der Unterseite liegen zwei Paare Pleopodenlungen. Ähnlich aussehende Arten sind zum Beispiel Porcellio spinicornis und Trachelipus rathkii. Nutze bei Unsicherheit einen Bestimmungsschlüssel. Einen Überblick über Gartenasseln findest du auf Assel.

Kellerasseln sind anpassungsfähig und vertragen trockenere Bedingungen besser als Mauerasseln. Daraus folgt aber keine allgemeine Rangfolge: Die Gemeine Rollassel ist beispielsweise ebenfalls gut an trockenere Standorte angepasst.

Lebensweise und Vermehrung

Tagsüber sammeln sich Kellerasseln oft unter Steinen, Brettern, Rindenstücken oder in feuchter Streu. Die Gruppenbildung kann ihren Wasserverlust verringern. Meist suchen sie in der Dämmerung und nachts nach Nahrung; bei geeigneten Bedingungen sind sie auch tagsüber unterwegs. Bei Trockenheit ziehen sie sich in feuchtere Verstecke zurück. Ein leerer, ausgetrockneter Fundplatz sagt daher wenig über den Bestand im Garten aus.

Das Weibchen trägt Eier und frühe Jungstadien in einer flüssigkeitsgefüllten Bruttasche (Marsupium) an der Bauchseite. Die freigesetzten Jungtiere ähneln kleinen Asseln, sind aber noch nicht vollständig entwickelt: Im Manca-Stadium besitzen sie zunächst sechs Beinpaare. Das siebte entwickelt sich bei weiteren Häutungen. Eine frei schwimmende Larve gibt es nicht.

Je nach Temperatur, Nahrung und Alter des Weibchens sind eine bis mehrere Bruten pro Jahr möglich, häufig mit mehreren Dutzend Nachkommen. Bruten sind nicht dasselbe wie Generationen: Mehrere Würfe eines Weibchens bedeuten nicht, dass deren Nachwuchs im selben Jahr schon wieder Nachwuchs bekommt. Die Häutung erfolgt in zwei Etappen, zuerst an der hinteren und danach an der vorderen Körperhälfte.

Was Kellerasseln für Boden und Kompost leisten

Illustration: Kellerasseln zerkleinern Pflanzenreste, daneben dunkles Kompostmaterial
Kellerasseln unterstützen den Streuabbau; die weitere Umsetzung leisten auch Mikroorganismen.

Kellerasseln fressen vor allem bereits angewittertes oder mikrobiell besiedeltes Pflanzenmaterial. Sie zerkleinern Laub und morsches Holz und verändern das Material durch ihre Verdauung. Pflanzenreste und Kot werden anschließend von Mikroorganismen weiter umgesetzt. Dieser Abbau beginnt auch ohne Asseln; sie sind ein Teil der Zersetzergemeinschaft.

Beim Abbau von Streu wird ein Teil des Kohlenstoffs als Kohlendioxid freigesetzt, und Nährstoffe können durch Mineralisierung verfügbar werden. Ein anderer Teil der organischen Substanz kann länger im Boden erhalten bleiben. Mehr zu Bildung und Erhalt von Humus erklärt die Humifizierung. Asselfraß ist deshalb ein Beitrag zum Stoffkreislauf, keine direkte Umwandlung sämtlicher Pflanzenreste in dauerhaften Humus.

BeitragEinordnung
Streuzerkleinerungkleinere Pflanzenreste und veränderte Oberflächen für die weitere Zersetzung
PilzfraßPilze auf abgestorbenem Material sind ebenfalls Nahrung
Kotabgabeorganisches Material und Mikroorganismen gelangen zurück in die Streu; Nährstoffe sind nicht automatisch sofort pflanzenverfügbar
KompostierungMitarbeit am Abbau, besonders in kühleren, geschützten Bereichen; siehe Kompostierung
BodenlebenTeil der biologischen Prozesse an der Bodenoberfläche; siehe Bodenstruktur und Bodengare

Kellerasseln sind außerdem Nahrung für andere Gartentiere, etwa Spinnen, Laufkäfer, Hundertfüßer und Kröten. Ihr Nutzen umfasst deshalb auch ihre Rolle im Nahrungsnetz. Viele oder wenige sichtbare Asseln sind für sich genommen kein zuverlässiger Test der Bodenqualität.

Kellerasseln im Garten unterstützen

Illustration von Kellerasseln an Pflanzenresten im Kompost mit dem Wort harmlos
Im Kompost sind Kellerasseln meist willkommene Helfer. An weichem Pflanzengewebe ist gelegentlich Fraß möglich.

In vielen Gärten kommen Kellerasseln von selbst vor; eine gezielte Ansiedlung ist gewöhnlich nicht nötig. Erhalte passende Lebensräume und schütze empfindliche Kulturen bei Bedarf gezielt.

Laub und Totholz erhalten. Eine schattige Ecke mit Laub, morschem Holz oder einigen Steinen bietet Nahrung und Rückzugsorte. Lege angehobene Steine oder Holzstücke nach der Beobachtung vorsichtig zurück. Solche Strukturen helfen auch anderen Nützlingen.

Passend mulchen. Laub und andere geeignete Mulchmaterialien halten die Oberfläche länger feucht und liefern Nahrung. Beachte bei Rasenschnitt und anderen Materialien die Hinweise zum Mulchen. Direkt an empfindlichen Sämlingen kann weniger Versteckmaterial sinnvoll sein, wenn du dort Fraß beobachtest.

Unnötige Belastungen vermeiden. Verzichte auf unnötigen Pestizideinsatz und dünge nach Bedarf. Wirkung und Belastung hängen von Mittel, Menge und Anwendung ab. Auch mit organischen Düngern ist Überdüngung möglich.

Was tun bei Fraß an Keimlingen oder Früchten?

Gesunde, festere Pflanzengewebe werden meist nicht geschädigt. Sehr weiche Keimlinge und bodennahe Früchte, etwa Erdbeeren, können jedoch angeknabbert werden. Viele Asseln können den Schaden verstärken; Massenauftreten ist aber keine notwendige Voraussetzung für jeden einzelnen Fraßschaden.

  1. Verursacher prüfen. Asseln an einer Schadstelle beweisen nicht, dass sie den ersten Schaden verursacht haben. Beobachte möglichst abends oder nachts, ob sie tatsächlich an gesundem Gewebe fressen. Prüfe auch Schnecken und andere mögliche Verursacher.
  2. Verstecke unmittelbar an gefährdeten Pflanzen reduzieren. Entferne dort dicht anliegendes, feuchtes Material oder stelle betroffene Anzuchttöpfe vorübergehend an einen luftigeren Platz. Erhalte Rückzugsorte in anderen Gartenbereichen.
  3. Früchte vom feuchten Boden fernhalten. Geeignete Unterlagen oder Stützen können den direkten Kontakt verringern. Beschädigte und faulende Früchte zeitnah entfernen.
  4. Weiter bedarfsgerecht gießen. Ziel ist weniger dauerhaft feuchte Deckung direkt an der Pflanze. Sämlinge und das gesamte Beet auszutrocknen wäre keine sinnvolle Lösung.

Solche Maßnahmen können Schäden verringern, sind aber keine Garantie. Eine flächige Bekämpfung der Streuzersetzer ist im Garten gewöhnlich nicht erforderlich.

Kellerasseln im Haus: Feuchte, Zugänge und Vorräte prüfen

Kellerasseln gelten nicht als gesundheitsgefährlich und schädigen gewöhnlich keine Bausubstanz. Gelegentlich können sie jedoch pflanzliche Vorräte wie Kartoffeln oder Äpfel anknabbern, wenn diese feucht gelagert werden.

Ein einzelnes eingewandertes Tier beweist noch keinen Feuchteschaden. Wiederholt viele Tiere sind ein Anlass, feuchte Verstecke und Zugangsmöglichkeiten zu prüfen. Dauerhaft feuchte Räume können unabhängig von den Asseln auch Schimmel begünstigen.

Damit werden die Bedingungen für die Tiere ungünstiger. Dass sie sofort und vollständig verschwinden, lässt sich nicht versprechen. Chemische Bekämpfung beseitigt die Feuchteursache nicht; bei anhaltenden Problemen helfen je nach Ursache eine Bau- oder Schädlingsfachberatung.

Häufige Irrtümer über Kellerasseln

Kellerasseln und andere Bodentiere unterscheiden

TierTypische MerkmaleRolle und Hinweis zur Unterscheidung
Kellerasselkurzer, flach-ovaler, rauer Panzer; Erwachsene mit sieben Beinpaarenüberwiegend Streuzersetzer; keine geschlossene Kugel
Mauerasselflach-oval, weniger stark gehöckert, oft hell geflecktStreuzersetzer; keine geschlossene Kugel
Gemeine Rollasselgewölbter Körper, sieben Beinpaare bei ErwachsenenStreuzersetzer; geschlossene Kugel möglich
Tausendfüßer, z. B. Schnurfüßeroft lang und walzenförmig; an den meisten Rumpfringen zwei Beinpaaremeist Zersetzer; Schnurfüßer rollen sich oft spiralig ein
Hundertfüßer, z. B. Steinläuferlänglicher Körper, ein Beinpaar je beintragendem RumpfsegmentRäuber; Beine seitlich deutlich sichtbar
Erwachsene Insekten, z. B. Käferdrei Beinpaareje nach Art unterschiedliche Rolle
Insektenlarvenje nach Gruppe ohne Beine, mit drei echten Beinpaaren oder zusätzlich mit BauchfüßenBeinzahl allein genügt nicht zur Einordnung

Die Faustregel mit sieben Beinpaaren gilt für erwachsene Asseln. Junge Asseln können zunächst sechs Paare haben. Einen Überblick über weitere Gartenhelfer findest du bei den Nützlingen; ein weiterer wichtiger Streuverwerter ist der Regenwurm.

Das Wichtigste zur Kellerassel

  1. Überwiegend nützlich: Kellerasseln zerkleinern abgestorbenes Pflanzenmaterial und unterstützen den Nährstoffkreislauf zusammen mit anderen Bodenorganismen.
  2. Nicht einrollbar: Die Kellerassel bildet keine geschlossene Kugel. Für eine sichere Artbestimmung sind weitere Merkmale nötig.
  3. Gelegentlicher Fraß möglich: Bei Schäden an Sämlingen oder weichen Früchten zunächst den Verursacher prüfen und gezielt schützen.
  4. Im Haus die Bedingungen ändern: Feuchte, Zugänge und Vorratslagerung kontrollieren, statt allein die sichtbaren Tiere zu bekämpfen.

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Einordnung

Fachlich geprüft am 1. Oktober 2026. Die Seite beschreibt Porcellio scaber. Die Größenangabe orientiert sich am britischen BMIG-Bestimmungsleitfaden; andere Quellen nennen auch etwas größere Tiere. Entwicklung und Brutzahl hängen von den Lebensbedingungen ab. Die Illustrationen zeigen Merkmale vereinfacht und ersetzen keinen Bestimmungsschlüssel.

Infografik

Infografik zur Kellerassel: rauer Rücken, sieben Beinpaare bei Erwachsenen, sechs bei frühen Jungtieren, Streuzersetzung und kein Einrollen zur Kugel
Die Kellerassel im Überblick: Merkmale, Nahrung, Entwicklung und Hinweise für Garten und Haus.