Kohlrabi anbauen – Pflanzabstand, Saatzeit und Tipps
Kohlrabi anbauen: von Januar bis Juli möglich, kompakter Abstand von 25–30 cm und schnelle Ernte schon ab Juni. Ertrag 3–5 kg/m².

Kohlrabi ist eine der schnellsten und dankbarsten Kulturen im Gemüsegarten: Die Ernte beginnt schon 8–10 Wochen nach der Pflanzung, und von Januar bis Juli lassen sich laufend neue Sätze starten. Der entscheidende Hebel für knackige Knollen ist gleichmäßige Feuchtigkeit – wer die Pflanze durch Trockenheit oder Hitzestress zwingt, bekommt holzige, bittere Ergebnisse.
Kohlrabi auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) |
| Nutzungsgruppe | Knollen- und Kohlgemüse |
| Lebensform | einjährig |
| Voranzucht | Januar–März |
| Direktsaat Freiland | April–Juli |
| Saattiefe | 1 cm |
| Pflanzabstand Frühsorten | 25–30 cm |
| Pflanzabstand Riesensorten | 40–50 cm |
| Reihenabstand | 30–40 cm |
| Pflanzen pro m² | 8–12 |
| Standort | humos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht, sonnig bis halbschattig |
| Boden-pH | 6,5–7,5 |
| Frosthart | Jungpflanzen bis −8 °C |
| Zeit bis Ernte | 55–200 Tage (sortenabhängig) |
| Ertrag pro m² | 3–5 kg |
| Ertrag pro Knolle | 200–800 g |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 3 m² mit 30 Pflanzen liefert ca. 8–12 kg |
| Herkunft | Deutschland / Nordeuropa (Züchtung) |
| Botanisch | Brassica oleracea var. gongylodes |
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Fruchtfolge | 3–4 Jahre (alle Kreuzblütler) |
Standort und Pflege für Kohlrabi
- Standort: sonnig bis halbschattig; humusreicher, nährstoffreicher Boden; pH 6,5–7,5. Kohlrabi ist anpassungsfähiger als die meisten Kohlgewächse und kommt auch mit halbschattigen Plätzen zurecht.
- Gießen: gleichmäßig feucht halten – das ist der wichtigste Pflegegriff. Unregelmäßige Wasserversorgung führt zum Platzen der Knolle; Mulchen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
- Düngung: Mittelzehrer mit hohem Stickstoffbedarf; Kompost vor dem Pflanzen einarbeiten. Ab Beginn der Knollenbildung Kalium nachdüngen für feste, wohlschmeckende Knollen.
- Pflanzen nicht zu tief setzen: Die Knolle muss Licht bekommen und darf nicht zu tief im Boden sitzen, da sie sich sonst nicht ordentlich ausbildet.
- Fruchtfolge: Mindestens 3–4 Jahre keine anderen Kreuzblütler (Kohl, Radieschen, Rettich, Senf) auf derselben Fläche.
Wichtige Punkte beim Anbau von Kohlrabi
- Jungpflanzen sind bis etwa −8 °C frosthart und können deshalb früh ins Beet – das macht Kohlrabi zum idealen Lückenfüller für den frühen Frühling.
- Frühsorten wie Blaro schaffen es in rund 55 Tagen zur Ernte; Riesensorten wie Gigant brauchen bis zu 200 Tage, werden aber kaum holzig.
- Ernte bei 8–10 cm Durchmesser (tennisballgroß) – wer zu lange wartet, bekommt holzige, faserige Knollen.
- Junge Blätter sind essbar und können wie Spinat zubereitet werden.
- Vor der Einlagerung unbedingt die Blätter entfernen, da sie der Knolle Feuchtigkeit entziehen.
Kohlrabi in der Mischkultur
- Gut: Salat, Radieschen, Spinat als schnellwüchsige Reihenpartner, die die Fläche zwischen den Kohlrabipflanzen nutzen. Bohnen und Erbsen als Vorfrüchte hinterlassen einen stickstoffreichen Boden.
- Schlecht: Kartoffeln, Tomaten und andere Kreuzblütler – sie erhöhen den Krankheits- und Schädlingsdruck und teilen teilweise die gleiche Fruchtfolgegruppe.
Kohlrabi Sorten und Nutzung
- Frühsorten: Blaro (ca. 55 Tage, hellgrün), Belana (frosthart), Kolibri F1 (violett, dekorativ).
- Mittlere Sorten: Largo, Korintha – gute Allrounder für Sommer und Frühherbst.
- Riesensorten: Gigant, Superschmelz – bis 3 kg schwer, kaum holzig; ideal für späte Ernte und Lagerung.
- Küche: roh knackig in Scheiben, geraspelt im Salat oder als Snack; gedünstet oder gegart als Beilage; gefüllt im Ofen; junge Blätter wie Spinat.
Nährwerte (pro 100 g roher Kohlrabi)
- Energie: ca. 24 kcal.
- Wasser: ca. 90 g.
- Kohlenhydrate: ca. 3,8 g.
- Eiweiß: ca. 1,9 g.
- Fett: ca. 0,1 g.
- Ballaststoffe: ca. 1,4 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 65 mg, Niacin ca. 1,8 mg, Folat ca. 50 µg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 380 mg, Magnesium ca. 45 mg, Calcium ca. 70 mg, Eisen ca. 0,5 mg.
Ernte und Lagerung von Kohlrabi
Knollen bei 8–10 cm Durchmesser mit einem Messer am Stiel abschneiden. Nicht zu lange warten – Standard-Frühsorten werden ab etwa 10 cm Durchmesser holzig. Riesensorten (Gigant, Superschmelz) sind gutmütiger. Im Kühlschrank bei 0–2 °C hält Kohlrabi 3–4 Wochen; Blätter vorher entfernen.
Ertrag von Kohlrabi im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen ca. 3 m² mit rund 30 Pflanzen, was ungefähr 8–12 kg Knollen ergibt. Dank der langen Aussaatzeit von Januar bis Juli und der kurzen Kulturdauer lassen sich über die ganze Saison mehrere Sätze nacheinander pflanzen.
Krankheiten und Schädlinge bei Kohlrabi
Krankheiten:
- Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae): warzige Wurzelverdickungen; befallene Pflanzen entfernen; Kalkung und mindestens 6 Jahre Fruchtfolge.
- Alternaria-Blattflecken (Alternaria spp.): braune Flecken auf Blättern; Fruchtfolge einhalten, gute Belüftung.
Schädlinge:
- Erdflöhe: kleine Löcher in Blättern und Knolle; Kulturschutznetze, Holzasche, Vlies ab dem Pflanzen.
- Kohlweißling: Raupen fressen Blätter kahl; Netze oder Bacillus thuringiensis.
- Schnecken: besonders bei Jungpflanzen; Bierfallen.
- Blattläuse: Nützlinge fördern, Seifenlösung.
Häufige Fehler beim Anbau von Kohlrabi
- Zu eng pflanzen – führt zu kleinen, harten Knollen und fördert Pilzkrankheiten
- Zu spät ernten – holzige, bittere Knollen ab 10 cm Durchmesser bei Frühsorten
- Unregelmäßig gießen – Knolle platzt auf
- Neben Kartoffeln oder Tomaten setzen – erhöhter Krankheits- und Schädlingsdruck
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