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Weinrebe anbauen – Standort, Schnitt und Ernte

Weinrebe anbauen: ab Mitte April pflanzen, Spalier als Pflicht, Zapfenschnitt im Februar – Ertrag 5–10 kg Trauben pro Rebe ab Jahr 3–5.

Weinreben brauchen Geduld – 3 bis 5 Jahre bis zur ersten nennenswerten Ernte – aber wer einmal eine gut etablierte Rebe am Spalier hat, erntet jahrzehntelang. Der Schnitt entscheidet über Qualität und Ertrag: Zu viele Triebe bedeuten viele kleine, wässrige Trauben. Der Zapfenschnitt im Februar hält die Rebe kompakt und produktiv.

Weinrebe auf einen Blick

MerkmalWert
BotanischVitis vinifera
FamilieWeinrebengewächse (Vitaceae)
HerkunftMittelmeerraum
Wuchsformlaubabwerfend, rankend, bis 10 m
PflanzzeitMitte April; Containerware bis Sommer
Pflanzabstand1,5–2 m
RankhilfeSpalier – Pflicht!
Standortvollsonnig, warm, windgeschützt
Boden-pH6,0–7,0
Jahre bis Ertrag3–5 Jahre
ErntezeitraumSeptember–Oktober
Ertrag5–10 kg Trauben pro Rebe und Jahr
FruchtfolgeDauerkultur (permanent)

Temperaturen

Wert
Tagtemperatur (optimal)20–30 °C
Winterhärtebis ca. −20 °C (sortenabhängig)

Weinreben sind überraschend winterhart, aber junge Reben im ersten Winter sind empfindlicher. Stamm im ersten und zweiten Winter mit Erde anhäufeln oder mit Vlies schützen.

Standort und Boden

Spalier – unbedingt vor dem Pflanzen aufstellen

Ein stabiles Spalier muss vor der Pflanzung stehen. Geeignet sind:

Triebe von Anfang an gleichmäßig am Spalier verteilen – das verbessert Luftzirkulation und Lichteinfall in die Traubenzone.

Pflanzung

Düngung

Pflege

Ernte

Trauben sind reif wenn sie voll ausgefärbt sind, die Beeren weich nachgeben und die Kerne braun gefärbt sind. Im Zweifel kosten – Zuckergehalt und Aromabildung laufen bis Oktober weiter. Bei Tafelsorten Traubenrispe vollständig mit Rebschere abschneiden.

Krankheiten bei Weinreben

KrankheitErregerMaßnahmen
Echter Mehltau (Oidium)Uncinula necatorGute Luftzirkulation durch Laubschnitt; schwefelhaltige Mittel; resistente Sorten
Falscher Mehltau (Peronospora)Plasmopara viticolaBlätter trocken halten; Kupferpräparate; weite Abstände
Grauschimmel (Botrytis)Botrytis cinereaTraubenzone belüften; bei dichten Trauben Beeren ausdünnen
SchwarzfäuleGuignardia bidwelliiFruchtfolge; befallene Triebe entfernen

Schädlinge bei Weinreben

SchädlingMaßnahmen
Traubenwickler (Lobesia botrana)Pheromonfallen zur Überwachung; Bacillus thuringiensis
SpinnmilbenNützlinge fördern; bei Trockenheit gießen
Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae)Nur reblausfeste Unterlagen verwenden

Weinrebe in der Mischkultur

Weinreben-Sorten

TypSortenBesonderheit
TafeltraubenPalatina, FannyFrischverzehr, mild-aromatisch
WeintraubenSolaris, RegentFür Most und Selbstpressung
KlimaeignungSolaris, Regent, PalatinaNRW- und kühlklimageeignet, pilzwiderstandsfähig (PIWI)

PIWI-Sorten (pilzwiderstandsfähig) sind für den Hausgarten besonders empfehlenswert – weniger Pflanzenschutzaufwand und robuster gegenüber Mehltau und Peronospora.

Ertrag für den Hausgarten

Für vier Personen (Richtwert):

RebenErtragNutzung
2–3 Rebenca. 15–20 kg TraubenFrischverzehr, Saft, Marmelade, Most

Pro Rebe 5–10 kg bei guter Kultur. Ertrag ab dem 3.–5. Standjahr. Erträge variieren stark nach Sorte, Schnitt und Witterung.

Nährwerte (pro 100 g, frische Trauben)

NährstoffMenge
Energie69 kcal
Vitamin K14 µg
Vitamin C3 mg

Trauben enthalten außerdem Resveratrol – ein antioxidatives Polyphenol, das vor allem in der Schale dunkler Beeren vorkommt.

Verwendung in der Küche

Frisch vom Stock, als Saft, Marmelade oder Gelee. Überschuss lässt sich zu Most pressen oder einfrieren. Weintraubensorten wie Solaris und Regent eignen sich für Selbstpressung und Hauswein.

Lagerung von Weintrauben

Häufige Fehler beim Weinreben-Anbau

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