Aubergine anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Aubergine anbauen: Aussaat Feb.-März (drinnen!); Pflanzzeit nach Eisheiligen (Mitte Mai); Abstand 50-70 cm; Ertrag 3-6 kg/m²; Familie 4 Pers.: 1 m² ≈ 4-8 kg.

Die Aubergine ist ein wärmeliebendes Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse, das ursprünglich aus Indien stammt und seit mindestens 1.500 Jahren kultiviert wird. In Deutschland wird sie einjährig angebaut. Die buschigen Pflanzen werden 50–100 cm hoch und tragen ab Juli die ersten reifen Früchte – vorausgesetzt, sie bekommen ausreichend Wärme und Sonne.
Aubergine auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Aubergine (Solanum melongena) |
| Nutzungsgruppe | Fruchtgemüse |
| Lebensform | einjährig im deutschen Anbau |
| Aussaat (Vorkultur) | Februar–März im Haus bei 25–28 °C |
| Pflanzzeit | ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland oder Gewächshaus |
| Pflanzabstand | 50–70 cm in der Reihe |
| Reihenabstand | 60–80 cm |
| Pflanzen pro m² | 2–4 Pflanzen |
| Standort | locker, humos, tiefgründig, vollsonnig, windgeschützt |
| Boden-pH | 6,0–7,0 |
| Temperatur Tag | 25–30 °C |
| Temperatur Nacht | mindestens 15 °C |
| Frostempfindlichkeit | sehr frostempfindlich; unter 10 °C Wachstumsstopp |
| Ertrag | ca. 3–6 kg/m², etwa 1–3 kg pro Pflanze |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 1 m² mit 4 Pflanzen liefert etwa 4–8 kg Früchte |
| Herkunft | Indien / Südostasien |
| Botanisch | Solanum melongena |
| Familie | Nachtschattengewächse (Solanaceae) |
Standort und Pflege für die Aubergine
- Temperatur: Aubergine ist noch wärmebedürftiger als Paprika; ideal sind 25–30 °C tagsüber und mindestens 15 °C nachts. Unter 10 °C stoppt das Wachstum vollständig – kühle Nächte führen zu Blütenfall und schlechtem Fruchtansatz.
- Boden/Standort: lockerer, humoser, tiefgründiger Boden an vollsonnigem, windgeschütztem Platz – ideal vor einer Hauswand oder im Folientunnel. Im Kölner Klima ist Vliesschutz bei Kälterückschlägen besonders wichtig.
- Gießen: gleichmäßig feucht halten; Trockenheit führt zu Blütenfall. Keine Staunässe.
- Düngung: Aubergine ist ein Starkzehrer wie Tomaten. Tomatendünger ist gut geeignet; auf ausreichende Kaliumversorgung für die Fruchtbildung achten. Hoher NPK-Bedarf.
- Stützen: Pfahl oder Spirale einsetzen, da die Früchte schwer werden können.
- Ausgeizen: Seitentriebe auf 2–3 Früchte begrenzen, um größere Einzelfrüchte zu erzielen.
- Bestäubung: Bei Gewächshausanbau Blüten leicht schütteln oder Hummeln einsetzen.
- Fruchtfolge: Mindestens 4 Jahre keine anderen Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln) auf derselben Fläche anbauen.
Wichtige Punkte beim Anbau von Aubergine
- Lange Vorkultur einplanen: 10–12 Wochen vom Aussäen bis zum Auspflanzen; Keimdauer 10–20 Tage bei 25–28 °C.
- Erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) auspflanzen – Frost zerstört die Pflanze.
- Im Kölner Klima Vliesschutz bereit halten; Freilandanbau gelingt am besten an geschützten, wärmespeichernden Standorten.
- Früchte ernten, wenn die Schale glänzt und beim Daumendrucktest leicht nachgibt – matte Schale bedeutet überreif.
- Nicht im Kühlschrank lagern (Kälteschäden unter 10 °C); bei 10–12 °C hält sich die Aubergine 5–7 Tage.
- Nur reife Früchte verwenden: Blätter, Stängel und unreife Früchte enthalten Solanin und sind giftig.
Aubergine in der Mischkultur
- Gut: Bohnen, Basilikum, Paprika, Thymian.
- Schlecht bzw. ungünstig: Kartoffeln, Tomaten (gleiche Krankheiten), Fenchel.
- Bohnen lockern den Boden und liefern Stickstoff; Basilikum kann Schädlinge abwehren.
Aubergine Sorten und Nutzung
- Lila, klassisch: Black Beauty, Violetta di Firenze, Bonica F1 (ertragreich und frühreif).
- Weiß-gestreift: Listada de Gandia – dekorativ und aromatisch.
- Klein, Thai: Thai Round Green, Thai Long Purple.
- Küche: gebraten, gebacken, gegrillt, als Parmigiana, Moussaka oder Baba Ganoush, sowie eingelegt.
- Hinweis: Moderne Sorten sind kaum noch bitter – ein Einsalzen vor der Zubereitung ist in der Regel nicht mehr nötig.
Nährwerte (pro 100 g rohe Aubergine)
- Energie: ca. 25 kcal.
- Wasser: ca. 92 g.
- Kohlenhydrate: ca. 3,6 g.
- Eiweiß: ca. 1,0 g.
- Fett: ca. 0,2 g.
- Ballaststoffe: ca. 2,5 g.
- Vitamine: Vitamin K ca. 3,5 µg, Vitamin C, B6 und Folat vorhanden.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 230 mg, Magnesium ca. 15 mg, Calcium ca. 9 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Nasunin (Anthocyan in der Schale, antioxidativ), Chlorogensäure (antioxidativ).
- Anmerkung: Werte gerundet für rohe Aubergine. Die violette Schale ist besonders wertvoll – möglichst mitessen.
Ertrag von Auberginen im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reicht etwa 1 m² mit rund 4 Pflanzen, was im Hobbygarten ungefähr 4–8 kg Früchte ergibt. Die Erntesaison läuft von Juli bis Oktober – mit regelmäßiger Ernte produzieren die Pflanzen kontinuierlich nach.
Häufige Fehler beim Anbau von Aubergine
- Zu früh auspflanzen – Aubergine ist kälteempfindlicher als Paprika; ein Frost vernichtet die Pflanze
- Zu wenig Vorlaufzeit – die lange Vorkultur (10–12 Wochen) wird unterschätzt; Aussaat spätestens Anfang März
- Zu dunkler oder windiger Standort – Auberginen brauchen maximale Sonnenstunden und Windschutz
- Unregelmäßiges Gießen – führt zu Blütenfall und Fruchtschäden
- Überreife Früchte stehen lassen – matte Schale signalisiert Überreife und hemmt Nachproduktion
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- Gemüsegarten im Februar – Die Aubergine braucht einen frühen Start: Vorkultur bei Wärme schon ab Februar.
- Gemüsegarten im Mai – Nach den Eisheiligen kommen die Auberginen ins Beet.
- Gemüsegarten im Juli – Ab Juli beginnt die Erntesaison und geht bis zum ersten Frost.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.

