Paprika anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Paprika auf einen Blick
- Aussaat
- Aussaat (Vorkultur) Februar–März im Haus oder beheizten Gewächshaus
- Pflanzzeit
- ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland oder ungeheiztes Gewächshaus
- Standort
- locker, humos, gut drainiert, nährstoffreich, vollsonnig
- Abstand
- Pflanzabstand 40-50 cm in der ReiheReihenabstand 50-60 cm
- Ernte
- Juli–Oktober (je nach Region)
Weitere Anbaudaten und Botanik
Paprika anbauen: Feb.-März Vorkultur, Pflanzung ab Mitte Mai; Abstand 40-50 cm; Ertrag 4-8 kg/m² (Familie 4 Pers.: 1 m² ≈ 5-8 kg).
- Pflanzen pro m²
- typischerweise 4-6 Pflanzen
- Boden-pH
- ca. 6,0–7,0
- Temperatur Tag
- ca. 22-30 °C
- Temperatur Nacht
- mindestens ca. 15 °C
- Frostempfindlichkeit
- sehr frostempfindlich; <10 °C bremsen das Wachstum deutlich
- Ertrag
- ca. 4-8 kg/m², etwa 1-2 kg pro Pflanze
- Familienbedarf (4 Pers.)
- ca. 1 m² mit 4-6 Pflanzen liefert etwa 5-8 kg Früchte
- Pflanze
- Paprika (Capsicum annuum)
- Nutzungsgruppe
- Fruchtgemüse
- Lebensform
- botanisch mehrjährig, in frostigen Klimaten einjährig im Anbau
- Herkunft
- Mittel- und Südamerika
- Botanisch
- Capsicum annuum
- Familie
- Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Inhalt10 Abschnitte
Paprika ist ein wärmeliebendes Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse, das in unseren Breiten einjährig kultiviert wird. Die buschigen Pflanzen werden je nach Sorte etwa 50-100 cm hoch und tragen nach 10-14 Wochen ab der Pflanzung ab Mai die ersten reifen Früchte.
Standort und Pflege für die Paprika
- Temperatur: Paprika ist stark wärmebedürftig; optimale Werte liegen tags bei etwa 22-30 °C und nachts nicht unter ca. 15 °C, kühle, nasse Witterung führt zu schlechtem Fruchtansatz.
- Boden/Standort: lockerer, humoser, gut drainierter und nährstoffreicher Boden an vollsonnigem, geschütztem Platz (z. B. vor einer Hauswand oder im Gewächshaus).
- Gießen: gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe; insbesondere während Blüte und Fruchtansatz auf ausreichende Wasserversorgung achten.
- Düngung: Paprika ist ein Starkzehrer ähnlich Tomaten; eine gute Grundversorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium ist wichtig, während der Fruchtbildung sollte die Kaliumversorgung gesichert sein (reifer Kompost/organischer Gemüsedünger vor der Pflanzung, ggf. zusätzliche Flüssigdüngergaben).
- Fruchtfolge: mindestens 3-4 Jahre keine anderen Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln, Auberginen) auf derselben Fläche anbauen.
Wichtige Punkte beim Anbau von Paprika
- In kühleren Regionen und in Nächten mit Temperaturen unter etwa 10 °C Pflanzen mit Vlies schützen oder in geschützte Lagen setzen.
- Bei starker Fruchtlast Stäbe oder Schnüre zum Stützen nutzen, damit Triebe nicht abbrechen.
- Voll ausgefärbte Früchte (rot, gelb, orange) sind aromatischer und vitaminreicher als grüne, unausgereifte Früchte.
- Frühzeitig befallene oder beschädigte Früchte entfernen, um die Pflanze zu entlasten und Folgeinfektionen zu reduzieren.
Paprika in der Mischkultur
- Gut: Basilikum, Zucchini, Zwiebeln, Salate.
- Schlecht bzw. ungünstig: Kartoffeln sowie direkt benachbarte Tomaten und Auberginen (erhöhter Krankheits- und Schädlingsdruck).
- In Mischkultur profitieren Paprika von Nachbarn, die den Boden beschatten, ohne zu stark zu konkurrieren (z. B. Salate).
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Paprika Sorten und Nutzung
- Süße Block- und Salatpaprika: z. B. California Wonder, Kapia.
- Scharfe Chilis und scharfe Paprika: z. B. Habanero, Jalapeño.
- Spitzpaprika: z. B. Puszta Gold.
- Küche: gefüllt und im Ofen gegart, gebraten oder gegrillt, roh in Salaten und als Snack, sowie für Paprikapulver und Pasten (vor allem spezielle Sorten).
- Hinweis: Rote, vollreife Früchte sind geschmacklich süßer und meist vitaminreicher als grüne.
Nährwerte (pro 100 g rohe rote Paprika)
- Energie: ca. 31 kcal.
- Wasser: ca. 92,2 g.
- Kohlenhydrate: ca. 6,0 g, davon Zucker ca. 4,2 g.
- Eiweiß: ca. 1,0 g.
- Fett: ca. 0,3 g.
- Ballaststoffe: ca. 2,1 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 128 mg, Vitamin A (Äquivalent) ca. 157 µg, Vitamin B6 ca. 0,3 mg, Folat ca. 46 µg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 211 mg, Magnesium ca. 12 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: bei scharfen Sorten Capsaicin als Träger der Schärfe, in milden Gemüsepaprika kaum vorhanden.
- Anmerkung: Werte gerundet nach typischen Tabellen für rohe rote Paprika; rote Früchte enthalten deutlich mehr Vitamin C und Carotinoide als grüne.
Ertrag von Paprika im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reicht etwa 1 m² mit rund 4-6 Pflanzen, was im Hobbygarten ungefähr 5-8 kg Früchte ergibt. Damit lassen sich über den Sommer und Frühherbst hinweg regelmäßig frische Paprika für Küche und Vorrat ernten.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Blütenendfäule: Frucht mit großem eingesunkenem schwarz-braunem ledrigem Fleck am Blütenende; physiologisch durch Calcium-Mangel/Wasserschwankungen — gleichmäßige Wasserversorgung, Mulch, ausgeglichene Düngung.
Schädlinge:
- Blattläuse (Aphidoidea): kleine grüne Blattläuse an den oberen Triebspitzen und jüngsten Blättern; Nützlinge fördern, mit Wasserstrahl abspülen, milde Seifenlösung.
Häufige Fehler beim Anbau von Paprika
- Zu früh auspflanzen – Paprika ist kälteempfindlich, ein Frost zerstört die Pflanze
- Zu wenig Wärme – unter 15 °C Nachttemperatur wächst Paprika kaum
- Zu trockener Standort – gleichmäßige Feuchtigkeit für Fruchtansatz wichtig
Weiterlesen
- Gemüsegarten im Februar – Die Paprika startet gerne früh in die Saison, im Februar beginnt die geschütze Vorzucht.
- Gemüsegarten im Mai – Die Paprika kommt in das Beet, wenn kein Frost mehr droht- ab Mai.
- Gemüsegarten im Juli – Je nach Region beginnt die Paprika Ernte ab Juli und geht bis in den Oktober.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Infografik