Spinat anbauen – schnell, kühl und in mehreren Sätzen
Auf einen Blick
- Aussaat
- Februar–April und August–Oktober als Orientierung; Mai nur mit geeigneter Sorte und Bedingungen
- Standort
- sonnig bis halbschattig; im Sommer eher halbschattig
- Abstand
- Pflanzabstand 10–20 cm (dicht für Baby-Leaf, weiter für Bundspinat)Reihenabstand 20–30 cm
- Ernte
- Ernte 30–50 Tage bis ErnteErntezeitraum kontinuierlich
Weitere Anbaudaten und Botanik
Spinat anbauen im Frühjahr und Herbst. Mit Aussaatfenster, Abstand, Schossgefahr und Links zu allen Detailseiten.
- Saattiefe
- 1–2 cm
- Nutzungsgruppe
- Blattgemüse
- Lebensform
- einjährig, schnellwüchsig, kälteverträglich
- Herkunft
- Persien/Zentralasien
- Botanisch
- Spinacia oleracea
- Familie
- Amaranthgewächse (Amaranthaceae)
Inhalt13 Abschnitte
Spinat ist ein schnelles Blattgemüse für kühle Phasen im Gartenjahr. Er liefert früh im Jahr Ernte und funktioniert im Herbst oft noch besser als im Sommer. Kritisch ist vor allem Hitze und die zunehmende Tageslänge: dann schießt Spinat rasch in Blüte (mehr dazu unter Gemüse schosst). Nebenbei führt er die Dirty Dozen an – bei kaum einer anderen Kultur zahlt sich der Eigenanbau so schnell aus.
Temperaturen
- Wachstum (Tag): 10–20 °C
- Wachstum (Nacht): 5–10 °C
- Keimung: ab ca. 4–10 °C möglich
- Schossrisiko: lange Tage, Wärme und Trockenstress wirken zusammen; eine feste Temperaturgrenze gilt nicht für alle Sorten
- Hinweis: Spinat ist ein typisches Frühjahrs- und Herbstgemüse – Sommerhitze möglichst vermeiden
Entscheidend bei Spinat
- Keimt schon bei 4–10 °C
- Wächst ideal bei 10–20 °C
- Im späten Frühjahr und Sommer steigt das Schossrisiko; Saisonfenster der Sorte beachten
- Braucht gleichmäßige Feuchte statt Staunässe
- Eignet sich gut für Staffel-Aussaaten (z. B. alle 2 Wochen kleine Flächen säen)
Boden und Düngung
Boden: Nährstoffreicher, humoser, gut feuchthaltender Boden mit einem pH-Wert von 6,0–7,0. Staunässe vermeiden. Standort sonnig bis halbschattig – bei Frühjahrs- und Sommerkultur eher halbschattig wählen.
Düngung: Mittlerer Nährstoffbedarf. Eine ausgewogene Grunddüngung mit Kompost reicht meist aus. Stickstoff nur moderat einsetzen – zu starke Gaben erhöhen den Nitratgehalt im Blatt.
Mischkultur
Gute Nachbarn: Radieschen, Salat, Zwiebeln, Erbsen, Bohnen
Schlechte Nachbarn: Rote Bete, Mangold, andere Gänsefußgewächse auf engem Raum
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Fruchtfolge
Spinat gehört zu den Gänsefußgewächsen. Nicht direkt nach oder vor Mangold, Roter Bete oder anderen Gänsefußgewächsen auf derselben Fläche anbauen.
Passendes Werkzeug: Fruchtfolge-Planer
Ertrag für den Hausgarten
- Pro m²: ca. 2–3 kg frische Blätter
- Pro Pflanze: ca. 50–150 g je nach Pflanzdichte und Erntestrategie
- Familienbedarf (4 Personen): ca. 3–4 m² liefern rund 6–10 kg pro Saison
Mit gestaffelten Sätzen (z. B. alle 2 Wochen eine kleine Fläche säen) lässt sich über längere Zeit frisch ernten.
Sorten
Winter- und frostharte Sorten: Matador, Amazon, Renegade
Saison und Schosstoleranz: Butterflay ist für Frühjahr, Herbst und Überwinterung beschrieben. Winterriesen/Giant Winter nicht pauschal als Sommersorte einordnen. Für späte Frühjahrssätze ausdrücklich geeignete, spät schossende Sorten nach Anbieterangabe wählen.
Baby-Leaf und Schnitt: Catalina, Tortuga
Robuste Hochertragssorten: Gorilla F1, Andromeda F1
Hinweis: Perpetual Spinach ist botanisch meist Mangold (Beta vulgaris) und kein echter Spinat.
Pflege
Gießen: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Spinat wurzelt flach und reagiert empfindlich auf Austrocknung.
Vereinzeln: Keimlinge nach dem ersten echten Blatt auf den gewünschten Abstand vereinzeln.
Ernte: Äußere Blätter einzeln pflücken oder ganze Pflanzen schneiden, wenn sie 10–15 cm Blattlänge erreicht haben.
Schosskontrolle: Bei einsetzender Blütenbildung betroffene Pflanzen rasch abernten und die Fläche für eine neue Kultur nutzen.
Ernte und Lagerung
Ernte: Kontinuierlich Blatt für Blatt oder durch Teil- und Schnittnutzung, solange die Pflanzen nicht schossen. Erntezeitraum je nach Aussaatzeitpunkt.
Lagerung: Ungewaschen in einem perforierten Beutel oder feuchten Tuch im Kühlschrank bei 0–4 °C lagern. Haltbarkeit: 5–7 Tage, bei sehr frischer Ware bis ca. 10 Tage. Spinat welkt schnell.
Passendes Werkzeug: Lager-Finder
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Falscher Mehltau (Peronospora-Arten): Luftige Bestände, weite Fruchtfolge und angepasste Sorten wählen; Blätter nicht lange feucht halten.
- Echter Mehltau: Seltener problematisch; Befallsdruck steigt bei dichter, warmer und trockener Luft.
- Viruskrankheiten (z. B. Mosaikviren): Vorbeugung durch sauberes Saatgut, Vektorbekämpfung und Fruchtfolge.
Schädlinge:
- Blattläuse: Nützlinge fördern; bei starkem Befall milde Seifenlösungen einsetzen.
- Raupen und Spanner: Absammeln, Schutznetze oder biologische Präparate verwenden.
- Schnecken: Vor allem Jungpflanzen gefährdet – Barrieren, Absammeln und Nützlinge einsetzen.
Nährwerte (pro 100 g, roh)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 23 kcal |
| Wasser | 91,0 g |
| Kohlenhydrate | 3,6 g |
| davon Zucker | 0,4 g |
| Eiweiß | 2,9 g |
| Fett | 0,4 g |
| Ballaststoffe | 2,2 g |
| Vitamin C | 28,0 mg |
| Vitamin A | 469 µg |
| Vitamin K | 483 µg |
| Folat | 190 µg |
| Vitamin B6 | 0,2 mg |
| Kalium | 466 mg |
| Magnesium | 79 mg |
| Calcium | 99 mg |
| Eisen | 2,7 mg |
Hinweis Oxalsäure: Spinat enthält nennenswerte Mengen Oxalsäure. Bei Neigung zu Nierensteinen und bei sehr großen Verzehrmengen ist Vorsicht angebracht. Blanchieren und Abgießen reduziert den Oxalatgehalt etwas; die Kombination mit calciumreichen Lebensmitteln (z. B. Milchprodukte) kann die Aufnahme beeinflussen.
Weiterlesen
- Gemüsegarten im März – jetzt beginnen frühe Direktsaaten von Spinat im Freiland.
- Gemüsegarten im September – Herbstaussaaten von Spinat gelingen oft besonders sicher.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Einordnung
- Saatkalender – konservative Orientierungsfenster; Sonderkulturen nach Sortenangabe.