Spinat anbauen – schnell, kühl und in mehreren Sätzen
Spinat anbauen im Frühjahr und Herbst. Mit Aussaatfenster, Abstand, Schossgefahr und Links zu allen Detailseiten.
Spinat ist ein schnelles Blattgemüse für kühle Phasen im Gartenjahr. Er liefert früh im Jahr Ernte und funktioniert im Herbst oft noch besser als im Sommer. Kritisch ist vor allem Hitze: dann schießt Spinat rasch in Blüte.
Auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Aussaat | Februar–Mai (Frühling), August–Oktober (Herbst) |
| Saattiefe | 1–2 cm |
| Pflanzabstand | 10–20 cm (dicht für Baby-Leaf, weiter für Bundspinat) |
| Reihenabstand | 20–30 cm |
| Standort | sonnig bis halbschattig; im Sommer eher halbschattig |
| Ernte | 30–50 Tage bis Ernte |
| Erntezeitraum | kontinuierlich |
| Nutzungsgruppe | Blattgemüse |
| Lebensform | einjährig, schnellwüchsig, kälteverträglich |
| Herkunft | Persien/Zentralasien |
| Botanisch | Spinacia oleracea |
| Familie | Amaranthgewächse (Amaranthaceae) |
Temperaturen
- Wachstum (Tag): 10–20 °C
- Wachstum (Nacht): 5–10 °C
- Keimung: ab ca. 4–10 °C möglich
- Schossgrenze: über ca. 25 °C steigt die Schossneigung stark an
- Hinweis: Spinat ist ein typisches Frühjahrs- und Herbstgemüse – Sommerhitze möglichst vermeiden
Entscheidend bei Spinat
- Keimt schon bei 4–10 °C
- Wächst ideal bei 10–20 °C
- Wird bei >25 °C problematisch (schießt in Blüte)
- Braucht gleichmäßige Feuchte statt Staunässe
- Eignet sich gut für Staffel-Aussaaten (z. B. alle 2 Wochen kleine Flächen säen)
Boden und Düngung
Boden: Nährstoffreicher, humoser, gut feuchthaltender Boden mit einem pH-Wert von 6,0–7,0. Staunässe vermeiden. Standort sonnig bis halbschattig – bei Frühjahrs- und Sommerkultur eher halbschattig wählen.
Düngung: Mittlerer Nährstoffbedarf. Eine ausgewogene Grunddüngung mit Kompost reicht meist aus. Stickstoff nur moderat einsetzen – zu starke Gaben erhöhen den Nitratgehalt im Blatt.
Mischkultur
Gute Nachbarn: Radieschen, Salat, Zwiebeln, Erbsen, Bohnen
Schlechte Nachbarn: Rote Bete, Mangold, andere Gänsefußgewächse auf engem Raum
Fruchtfolge
Spinat gehört zu den Gänsefußgewächsen. Nicht direkt nach oder vor Mangold, Roter Bete oder anderen Gänsefußgewächsen auf derselben Fläche anbauen.
Ertrag für den Hausgarten
- Pro m²: ca. 2–3 kg frische Blätter
- Pro Pflanze: ca. 50–150 g je nach Pflanzdichte und Erntestrategie
- Familienbedarf (4 Personen): ca. 3–4 m² liefern rund 6–10 kg pro Saison
Mit gestaffelten Sätzen (z. B. alle 2 Wochen eine kleine Fläche säen) lässt sich über längere Zeit frisch ernten.
Sorten
Winter- und frostharte Sorten: Matador, Amazon, Renegade
Sommer- und schosstolerante Sorten: Butterflay, Giant Winter
Baby-Leaf und Schnitt: Catalina, Tortuga
Robuste Hochertragssorten: Gorilla F1, Andromeda F1
Hinweis: Perpetual Spinach ist botanisch meist Mangold (Beta vulgaris) und kein echter Spinat.
Pflege
Gießen: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Spinat wurzelt flach und reagiert empfindlich auf Austrocknung.
Vereinzeln: Keimlinge nach dem ersten echten Blatt auf den gewünschten Abstand vereinzeln.
Ernte: Äußere Blätter einzeln pflücken oder ganze Pflanzen schneiden, wenn sie 10–15 cm Blattlänge erreicht haben.
Schosskontrolle: Bei einsetzender Blütenbildung betroffene Pflanzen rasch abernten und die Fläche für eine neue Kultur nutzen.
Ernte und Lagerung
Ernte: Kontinuierlich Blatt für Blatt oder durch Teil- und Schnittnutzung, solange die Pflanzen nicht schossen. Erntezeitraum je nach Aussaatzeitpunkt.
Lagerung: Ungewaschen in einem perforierten Beutel oder feuchten Tuch im Kühlschrank bei 0–4 °C lagern. Haltbarkeit: 5–7 Tage, bei sehr frischer Ware bis ca. 10 Tage. Spinat welkt schnell.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Falscher Mehltau (Peronospora-Arten): Luftige Bestände, weite Fruchtfolge und angepasste Sorten wählen; Blätter nicht lange feucht halten.
- Echter Mehltau: Seltener problematisch; Befallsdruck steigt bei dichter, warmer und trockener Luft.
- Viruskrankheiten (z. B. Mosaikviren): Vorbeugung durch sauberes Saatgut, Vektorbekämpfung und Fruchtfolge.
Schädlinge:
- Blattläuse: Nützlinge fördern; bei starkem Befall milde Seifenlösungen einsetzen.
- Raupen und Spanner: Absammeln, Schutznetze oder biologische Präparate verwenden.
- Schnecken: Vor allem Jungpflanzen gefährdet – Barrieren, Absammeln und Nützlinge einsetzen.
Nährwerte (pro 100 g, roh)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Energie | 23 kcal |
| Wasser | 91,0 g |
| Kohlenhydrate | 3,6 g |
| davon Zucker | 0,4 g |
| Eiweiß | 2,9 g |
| Fett | 0,4 g |
| Ballaststoffe | 2,2 g |
| Vitamin C | 28,0 mg |
| Vitamin A | 469 µg |
| Vitamin K | 483 µg |
| Folat | 190 µg |
| Vitamin B6 | 0,2 mg |
| Kalium | 466 mg |
| Magnesium | 79 mg |
| Calcium | 99 mg |
| Eisen | 2,7 mg |
Hinweis Oxalsäure: Spinat enthält nennenswerte Mengen Oxalsäure. Bei Neigung zu Nierensteinen und bei sehr großen Verzehrmengen ist Vorsicht angebracht. Blanchieren und Abgießen reduziert den Oxalatgehalt etwas; die Kombination mit calciumreichen Lebensmitteln (z. B. Milchprodukte) kann die Aufnahme beeinflussen.
Weiterlesen
- Gemüsegarten im März – jetzt beginnen frühe Direktsaaten von Spinat im Freiland.
- Gemüsegarten im September – Herbstaussaaten von Spinat gelingen oft besonders sicher.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.