Lauchmotte — die Fensterfraß-Raupe im Lauchherz
Lauchmotte — die Fensterfraß-Raupe im Lauchherz
Du schaust im Hochsommer nach deinem Lauch und stutzt: Die Herzblätter sind durchlöchert, eingerollt und verkrüppelt, auf den Blättern liegen helle, durchscheinende Stellen, als hätte jemand das Grün von innen ausgeschabt und nur die dünne Haut stehen lassen. Ziehst du die jungen Blätter im Herzen vorsichtig auseinander, findest du kleine, gelblich-grüne Raupen und feine Kotkrümel — und dort, wo sie sich bis in den Schaft gefressen haben, wird das Gewebe matschig und beginnt zu faulen. Das ist das typische Bild der Lauchmotte, eines unscheinbaren Kleinschmetterlings, dessen Raupen sich auf Lauchgewächse spezialisiert haben.
Bevor du den ganzen Bestand abschreibst, lohnt es sich, diesen kleinen Falter genau zu verstehen. Denn die Lauchmotte folgt einem berechenbaren Muster: Sie fliegt nachts in mehreren Generationen übers Jahr, ihre Weibchen legen die Eier an die Blätter, und die geschlüpften Räupchen arbeiten sich von außen ins Herz vor — und genau an diesen Punkten kannst du sie sehr wirksam ausbremsen. Auf dieser Seite erfährst du, wie du den braunen Nachtfalter und vor allem sein verräterisches Schadbild sicher erkennst, warum neben Lauch auch Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch betroffen sind, wie der Lebenszyklus abläuft — und mit welchen abgestuften Maßnahmen vom Kulturschutznetz bis zum gezielten Bacillus-Einsatz du den Befall in den Griff bekommst.
Was ist die Lauchmotte?
Die Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) ist ein kleiner, nachtaktiver Kleinschmetterling aus der Familie der Halmmotten oder Lauchmotten (Acrolepiidae). Mit einer Flügelspannweite von nur etwa zwölf bis sechzehn Millimetern ist sie ein unscheinbares, bräunlich gefärbtes Faltertierchen, das du tagsüber kaum entdeckst. Wie bei vielen Schmetterlingen ist nicht der Falter selbst der Schädling, sondern seine Raupe — die gelblich-grüne Larve frisst sich in die Lauchgewächse hinein und richtet dort den eigentlichen Schaden an. Erkannt wird die Art im Garten deshalb fast immer nicht am Tier, sondern an ihrem unverwechselbaren Schadbild im Lauchherz.
Die Lauchmotte ist eng auf Lauchgewächse (Gattung Allium) spezialisiert. Hauptwirt ist der Lauch (Porree), darüber hinaus befällt sie aber regelmäßig auch Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten und Schnittlauch, gelegentlich Zierlauch. Allen gemeinsam ist der charakteristische Lauch- beziehungsweise Zwiebelgeruch dieser Pflanzen — und genau dieser Duft ist es, an dem die Weibchen ihre Wirtspflanzen aufspüren und an dem sich die jungen Raupen orientieren. Wo Lauchgewächse im Beet stehen, ist die Motte also nie weit.
Das eigentlich Schädliche ist die Raupe. Aus den an die Blätter gelegten Eiern schlüpfen winzige Räupchen, die sich zunächst oberflächlich in die Blätter minieren und dort schaben, später bohren sie sich tiefer und fressen bis ins Herz und in den Schaft. Die Raupen sind etwa ein bis anderthalb Zentimeter lang, schlank, gelblich-grün mit kleinen dunklen Pünktchen und einem braunen Kopf. An den geschabten Stellen bleibt nur die durchscheinende Blatthaut stehen — das sind die typischen Fensterfraß-Stellen. Wo die Raupen bis in den Schaft vordringen, öffnen sie dem Gewebe Fäulnis Tür und Tor; befallene Lauchpflanzen werden unverkäuflich und kümmern.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Acrolepiopsis assectella, Familie Halm-/Lauchmotten (Acrolepiidae) |
| Einordnung | Kleinschmetterling (Lepidoptera); nachtaktiver Falter, der Schaden macht die Raupe |
| Größe | Falter ca. 12–16 mm Flügelspannweite, bräunlich; Raupe ca. 10–15 mm, gelblich-grün |
| Wirts-/Befallspflanzen | Lauchgewächse (Allium): vor allem Lauch/Porree, dazu Zwiebel, Knoblauch, Schalotte, Schnittlauch |
| Schaden | Fensterfraß (helle, durchscheinende Schabestellen), Fraßgänge und Löcher bis ins Herz und in den Schaft, Folgefäulnis |
| Generationen/Jahr | meist 2–3 (etwa Mai bis September) |
| Überwinterung | meist als Falter in geschützten Verstecken |
| Hauptgegenspieler | Schlupfwespen, insektenfressende Vögel |
Erkennen & Schadbild
Den erwachsenen Falter siehst du im Garten kaum, weil er klein, unscheinbar braun und nachtaktiv ist. Wenn du ihn doch entdeckst — etwa wenn er beim Gießen in der Dämmerung kurz auffliegt —, erkennst du ihn an der geringen Flügelspannweite von zwölf bis sechzehn Millimetern, der bräunlichen, unauffälligen Färbung und den schmalen, am Hinterrand fein gefransten Flügeln, die er in Ruhe dachartig über dem Körper zusammenlegt. Verlässlich bestimmbar ist die Lauchmotte im Hausgarten daher fast nie am Tier, sondern erst am Schaden in der Pflanze.
Die eigentliche Schadensverursacherin ist die Raupe. Sie ist schlank, etwa ein bis anderthalb Zentimeter lang, gelblich-grün mit feinen dunklen Pünktchen und einem braunen Kopf. Du findest sie nicht an der Außenseite, sondern versteckt im Herzen der Pflanze, in den Miniergängen und tief zwischen den jungen Blättern. Ziehst du ein verdächtiges Lauchherz vorsichtig auseinander, findest du dort die Raupen, ihre feinen Kotkrümel und die frischen Fraßgänge.
Das verlässlichste Erkennungszeichen sind die Fensterfraß-Stellen: helle, durchscheinende Flecken auf den Blättern, an denen die Raupe das Blattgewebe von innen ausgeschabt und nur die dünne Oberhaut stehen gelassen hat. Hältst du ein befallenes Blatt gegen das Licht, erkennst du diese “Fensterchen” sofort. Dazu kommen längs verlaufende Fraßgänge sowie durchlöcherte, eingerollte und verkrüppelte Herzblätter — denn die Raupe sitzt im Wachstumspunkt und beschädigt das jüngste Gewebe, das später aufgerollt und mit Löchern aus dem Herzen herauswächst. Dringt die Raupe bis in den Schaft vor, beginnt das Gewebe dort zu faulen.
| Schadbild | Wie es entsteht | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| Fensterfraß-Stellen | Raupe schabt das Blattgewebe von innen aus, nur die Oberhaut bleibt stehen | helle, durchscheinende “Fensterchen” auf den Blättern, gut gegen das Licht zu sehen |
| Längs-Fraßgänge | junge Raupen minieren und fressen Gänge im Blatt | helle, oft hellbraune Streifen und Gänge entlang der Blattnerven |
| Durchlöcherte, eingerollte Herzblätter | Fraß im Wachstumspunkt; geschädigtes Gewebe wächst später aus | jüngste Blätter mit Lochreihen, verkrüppelt, eingerollt, oft asymmetrisch |
| Raupen & Kotkrümel im Herz | Raupe lebt versteckt zwischen den jungen Innenblättern | gelblich-grüne Raupen und feine Kotkörnchen, wenn du das Herz auseinanderziehst |
| Fäulnis im Schaft | Fraßgänge bis in den Schaft öffnen Eintrittspforten für Erreger | weiche, faulende, übelriechende Stellen im Inneren des Schafts |
| Netzartiger Kokon | ausgewachsene Raupe verpuppt sich in einem feinen Gespinst | länglicher, durchsichtig-netziger Kokon außen am Blatt oder Schaft |
Der zeitliche Ablauf ist wichtig: Der unsichtbare Teil — Eiablage und beginnender Fraß der jungen Raupen — fällt in die Flugzeit der Falter, der auffällige Schaden mit durchlöcherten Herzblättern und Fäulnis zeigt sich oft erst Wochen später. Je früher du die ersten Fensterfraß-Stellen bemerkst, desto eher kannst du noch eingreifen, solange die Raupen klein sind. Wer dagegen erst auf das verkrüppelte, faulende Herz reagiert, kommt für diese Pflanze meist zu spät — die Musik spielt schon beim Flug und beim ersten Schaben der jungen Raupen.
Lebensweise & Vermehrung
Die Lauchmotte durchläuft eine vollständige Verwandlung (Holometabolie): vom Ei über die Raupe zur Puppe und schließlich zum Falter. Sie bildet dabei in unseren Breiten in der Regel zwei bis drei Generationen pro Jahr, die sich über die warme Jahreszeit von etwa Mai bis September verteilen. Diese mehreren, sich teils überlappenden Flugschübe sind der Grund, warum der Befall sich über den Sommer aufschaukeln kann — und zugleich der Schlüssel für jede Abwehr.
Die Falter sind nachtaktiv und unauffällig. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an die Blätter der Lauchgewächse, oft an der Blattunterseite oder in den Blattachseln nahe dem Herzen. Aus den Eiern schlüpfen nach einigen Tagen winzige Räupchen, die sich zunächst oberflächlich ins Blatt minieren und schaben (Fensterfraß) und sich mit zunehmendem Wachstum tiefer ins Herz und in den Schaft vorarbeiten. Ist die Raupe ausgewachsen, verpuppt sie sich in einem charakteristischen netzartigen, durchsichtigen Kokon außen am Blatt oder Schaft. Aus der Puppe schlüpft der Falter der nächsten Generation, und der Kreislauf beginnt von vorn.
| Stadium | Zeitraum | Was passiert |
|---|---|---|
| Überwinterung | Herbst bis Frühjahr | meist als Falter in geschützten Verstecken (Hohlräume, Laub, Gebäude), teils als Puppe |
| 1. Flug & Eiablage | etwa Mai | überwinterte Falter legen Eier an die Blätter junger Lauchgewächse |
| 1. Raupen-Generation | Früh-/Hochsommer | Räupchen minieren, schaben Fensterfraß und fressen ins Herz, danach Verpuppung |
| 2. (und 3.) Flug & Eiablage | etwa Juli bis September | weitere, sich überlappende Flugschübe; oft stärkster Befall im Hoch-/Spätsommer |
| Folge-Raupen-Generationen | Hoch- bis Spätsommer | Raupen fressen in Herz und Schaft, Fäulnis dringt ein; letzte Generation überwintert als Falter |
Die letzte Generation überdauert den Winter überwiegend als Falter in geschützten Verstecken — in Hohlräumen, unter Laub, in Schuppen oder an Gebäuden — und wird im folgenden Frühjahr wieder aktiv. Weil die Tiere als bewegliche Falter überwintern und kein an einen festen Bodenort gebundenes Dauerstadium haben, fliegen sie im Frühjahr aus ihren Verstecken zu den nächsten Lauchgewächsen.
Diese Biologie hat zwei praktische Folgen. Erstens: Weil mehrere Generationen über den Sommer aktiv sind, reicht eine einmalige Maßnahme nicht — der Schutz muss die ganze Saison über greifen. Zweitens: Weil die Weibchen ihre Eier an die Blätter legen, lässt sich der Befall am wirksamsten verhindern, indem du den Faltern den Zugang zur Pflanze von vornherein versperrst — genau hier setzt das Kulturschutznetz an.
Natürliche Gegenspieler
Wie bei vielen versteckt im Pflanzengewebe lebenden Raupen sind die natürlichen Gegenspieler der Lauchmotte begrenzt — schlicht, weil die Raupe geschützt im Herz und in den Miniergängen sitzt und für viele Räuber schwer erreichbar ist. Eine verlässliche biologische Selbstregulierung allein durch Nützlinge gibt es daher nicht; sie kann den Befall dämpfen, aber im Hausgarten meist nicht zuverlässig unter die Schadschwelle drücken.
Trotzdem hat die Lauchmotte einige wichtige Feinde. Die bedeutendste Gruppe sind die parasitischen Schlupfwespen: Diese winzigen Schlupfwespen legen ihre Eier in oder an die Raupen beziehungsweise Puppen der Lauchmotte, ihre Larven fressen den Wirt von innen auf und dämpfen so die nächste Generation. Daneben picken insektenfressende Vögel Falter und freiliegende Raupen ab, und allgemeine Räuber wie Florfliegen-Larven, Raubwanzen oder spinnenartige Jäger greifen Eier und junge, noch außen sitzende Räupchen ab. In der Summe reicht das im Hausgarten aber meist nicht aus, um befallsfreien Lauch zu garantieren — die Hauptarbeit liegt bei der Vorbeugung.
| Gegenspieler | Wirkprinzip | Besonderheit |
|---|---|---|
| Schlupfwespen | Parasitoide | legen Eier in Raupen/Puppen der Lauchmotte und sind der wichtigste natürliche Feind |
| Insektenfressende Vögel | Räuber | erbeuten nachtaktive Falter und freiliegende Raupen am Bestand |
| Florfliegen-Larven & Raubwanzen | Räuber | greifen Eier und junge, noch außen sitzende Räupchen ab |
| Spinnen & Weberknechte | Räuber | fangen umherfliegende Falter und freilaufende Raupen |
Die praktische Konsequenz ist klar: Beim Schutz deiner Lauchgewächse kannst du dich nicht allein auf die Nützlinge verlassen — die Hauptarbeit liegt bei dir, vor allem beim Netz, bei der Mischkultur und beim Unterbrechen des Lebenszyklus durch Fruchtfolge. Das heißt aber nicht, dass Nützlingsförderung sinnlos wäre: Ein blüten- und strukturreicher Garten zieht Schlupfwespen und andere Helfer an, die Eier, Raupen und Puppen zusätzlich abgreifen und deine eigenen Maßnahmen sinnvoll ergänzen.
Vorbeugen & Regulieren
Bevor du loslegst, steht auch hier die Abwägung: Wie stark ist der Befall, und lohnt der Aufwand? Ein paar Fensterfraß-Stellen an einzelnen Blättern sind kein Drama, und nicht jedes Beet braucht die volle Maßnahmenkette. Wenn dagegen Jahr für Jahr ein Großteil der Lauchpflanzen verkrüppelte, faulende Herzen zeigt, lohnt das konsequente Eingreifen sehr. Frag dich also, ob die Schadschwelle für dich überschritten ist, und gehe dann in abgestufter Reihenfolge vom Schonendsten zum Stärksten vor — wobei das Kulturschutznetz die mit Abstand wirksamste Einzelmaßnahme ist.
- Vorbeugen über Fruchtfolge, Standort und Pflanzenhygiene.
- Mechanisch/kulturell mit Kulturschutznetz, Mischkultur und konsequentem Entfernen befallener Teile.
- Biologisch über Bacillus thuringiensis im jungen Raupenstadium und die Förderung von Nützlingen.
- Letztes Mittel nur bei massivem, wiederkehrendem Befall.
| Maßnahme | Stufe | Wann / wie |
|---|---|---|
| Kulturschutznetz / Vlies | Mechanisch | engmaschiges Netz früh und dicht abschließend über die ganze Kultur spannen — die wichtigste Maßnahme |
| Fruchtfolge | Vorbeugen | Lauchgewächse nicht jährlich am selben Platz, Anbaupause einhalten und Abstand zum Vorjahr |
| Mischkultur mit Möhren | Kulturell | Möhren zwischen den Lauch setzen; der Möhrenduft überlagert den Lauchgeruch und verwirrt die Falter |
| Pheromonfallen zum Monitoring | Mechanisch | Fallen zeigen die Flugzeit der Falter an, damit du Netz und Bt-Einsatz richtig timst |
| Befallene Pflanzenteile entfernen | Mechanisch | befallene Blätter, Herzen und Pflanzen samt Raupen herausschneiden und über den Restmüll entsorgen |
| Pflanzenhygiene | Vorbeugen | Ernterückstände und Lauchstrünke aus dem Beet räumen, in denen Raupen und Puppen sitzen können |
| Bacillus thuringiensis (Bt) | Biologisch | biologisches Raupenmittel gezielt im jungen Raupenstadium ausbringen, bevor sie tief ins Herz fressen |
| Nützlinge fördern | Biologisch | blüten- und strukturreicher Garten zieht Schlupfwespen und andere Helfer an |
| Stärkere Mittel | Letztes Mittel | im Hausgarten kaum nötig und gegen die versteckten Raupen schlecht wirksam |
Die wirksamste Maßnahme im Hausgarten ist eindeutig das engmaschige Kulturschutznetz (oder ein feines Vlies). Es muss früh — also schon vor dem ersten Flug der Falter — über der ganzen Kultur liegen, ringsum dicht abschließen und am Boden gut beschwert sein, sonst kommen die nachtaktiven Falter doch an die Blätter und legen ihre Eier ab. Weil das Netz die ganze Saison über schützt, deckt es alle Generationen ab und ist die einzige Maßnahme, die nahezu sicher befallsfreien Lauch liefert. Achte nur darauf, dass keine Lücke bleibt, durch die ein Falter zur Eiablage schlüpfen kann.
Daneben hilft eine ganze Reihe kultureller Maßnahmen. Eine Mischkultur mit Möhren ist hier die klassische Partnerschaft: Der Möhrenduft überlagert den verräterischen Lauchgeruch und verwirrt die eierlegenden Falter — umgekehrt verwirrt der Lauchduft die Möhrenfliege, beide Kulturen schützen sich also gegenseitig. Eine konsequente Fruchtfolge mit Anbaupause und Abstand zum Vorjahresbeet senkt den Befallsdruck, und das gründliche Entfernen befallener Blätter, Herzen und Ernterückstände nimmt der Motte Brutstätten und Verstecke. Pheromonfallen dienen vor allem dem Monitoring: Sie zeigen dir, wann die Falter fliegen, damit du Netz und biologische Behandlung richtig timst. Reicht das nicht, kannst du biologisch mit Bacillus thuringiensis (Bt) eingreifen — einem für Nützlinge schonenden Raupenmittel, das aber nur wirkt, wenn du es früh im jungen Raupenstadium ausbringst, bevor sich die Raupen tief und unerreichbar ins Herz gefressen haben. Chemische Mittel sind im Hausgarten kaum sinnvoll und gegen die versteckten Raupen schlecht wirksam — die Kombination aus Netz, Mischkultur und Fruchtfolge ist hier klar überlegen.
Häufige Fehler und Mythen
“Die Löcher im Herz kommen vom Wetter oder von einem Nährstoffmangel.” Nein. Die durchlöcherten, eingerollten Herzblätter und die hellen Fensterfraß-Stellen sind kein Mangelsymptom, sondern der Fraß der Raupen. Ohne die Lauchmotte gäbe es sie nicht — wer das versteht, sucht die Lösung nicht beim Dünger, sondern bei Netz, Mischkultur und Hygiene.
“Wenn ich die Raupen im Herz sehe, sprühe ich jetzt schnell Bt.” Dann ist es oft schon spät. Bacillus thuringiensis wirkt nur, wenn die Raupen das Mittel auch fressen — sitzen sie bereits tief und geschützt im Herz und im Schaft, erreicht es sie kaum noch. Bt gehört früh ins junge Raupenstadium, idealerweise nach Monitoring mit Pheromonfallen, bevor sich die Raupen einbohren.
“Ein locker aufgelegtes Netz reicht schon.” Gerade nicht. Die Lauchmotte ist ein nachtaktiver Falter, der durch jede Lücke schlüpft und an die Blätter kommt. Das Kulturschutznetz muss engmaschig, gespannt und ringsum dicht beschwert sein und früh aufliegen — sonst ist die Pflanze nur scheinbar geschützt und die Falter legen trotzdem ihre Eier ab.
“Nur der Lauch ist betroffen.” Falsch. Die Lauchmotte befällt alle Lauchgewächse — neben Lauch/Porree auch Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten und Schnittlauch. Wer nur den Lauch schützt, daneben aber ungeschützte Zwiebeln zieht, bietet der Motte weiter eine Brutstätte im selben Garten.
“Befallene Pflanzen kann ich einfach auf den Kompost werfen.” Besser nicht unbedacht. In befallenen Blättern, Herzen und Strünken sitzen oft noch Raupen und Puppen. Schneide stark befallene Teile heraus und entsorge sie über den Restmüll statt offen über den Kompost, sonst verschleppst du die nächste Generation gleich wieder ins Beet.
Abgrenzung zu Zwiebelfliege, Lauchminierfliege und Porreerost
Schäden an Lauch und Zwiebeln werden leicht verwechselt — und die richtige Diagnose entscheidet über die Gegenmaßnahmen. Die Lauchmotte hinterlässt ein sehr typisches Bild: helle Fensterfraß-Stellen, Fraßgänge und gelblich-grüne Raupen im Herz. Wer das von anderen Lauchschädlingen und -krankheiten unterscheidet, vermeidet, an der falschen Stelle anzusetzen. Diese Übersicht hilft dir, den tatsächlichen Verursacher zu bestimmen, bevor du loslegst.
| Verursacher | Schadbild | Wie du es von der Lauchmotte unterscheidest |
|---|---|---|
| Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) | helle Fensterfraß-Stellen, Fraßgänge, durchlöcherte Herzblätter, gelblich-grüne Raupen | Schabe- und Fensterfraß mit Raupen und Kotkrümeln im Herz; Schmetterlingslarve |
| Zwiebelfliege (Delia antiqua) | weiße, beinlose Maden in Zwiebel und Schaft, Pflanzen welken und faulen von der Basis | weiße Fliegenmaden in der Zwiebel statt grüner Raupen; kein Fensterfraß an den Blättern |
| Lauchminierfliege (Phytomyza gymnostoma) | feine, oft weiße Miniergänge, charakteristische rote, reiskornartige Puppen in Blatt und Schaft | rote, reiskornartige Fliegenpuppen statt grüner Raupen; andere, schmalere Miniergänge |
| Thrips (Thrips) | silbrig-weiße Saugstellen und Sprenkel an den Blättern, keine Fraßgänge | flächige Saug-Sprenkelung statt ausgeschabter Fensterstellen; winzige Insekten, keine Raupen |
| Porreerost (Pilz, Puccinia allii) | rostfarbene, pulvrige Pusteln auf den Blättern | leuchtend rostbraune Pusteln statt Fraßstellen; Pilzkrankheit ohne Raupen oder Gänge |
Merke dir die wichtigste Unterscheidung: Die Lauchmotte hinterlässt Fensterfraß und Fraßgänge mit grünen Raupen im Herz — die Zwiebelfliege dagegen setzt weiße Maden in die Zwiebel und den Schaft, ganz ohne Fensterfraß. Feine Gänge mit roten, reiskornartigen Puppen weisen auf die Lauchminierfliege, silbrige Saugsprenkel ohne Fraßgänge auf Thrips. Rostfarbene, pulvrige Pusteln schließlich sind Porreerost, eine Pilzkrankheit — hier helfen keine Insektenmaßnahmen, sondern luftiger Stand, Fruchtfolge und das Entfernen befallener Blätter.
Mitnehmen
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Die Lauchmotte ist ein Kleinschmetterling. Acrolepiopsis assectella ist ein kleiner, bräunlicher, nachtaktiver Falter; den Schaden macht nicht er, sondern seine gelblich-grüne Raupe, die sich auf Lauchgewächse spezialisiert hat.
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Fensterfraß ist das Leitsymptom. Helle, durchscheinende Schabestellen, Fraßgänge und durchlöcherte, eingerollte Herzblätter mit Raupen und Kotkrümeln im Herz sind das verlässlichste Erkennungszeichen — fressen die Raupen bis in den Schaft, dringt Fäulnis ein.
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Betroffen sind alle Lauchgewächse. Neben Lauch/Porree befällt die Motte auch Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten und Schnittlauch — wer nur eine Kultur schützt, lässt der Motte daneben offene Brutstätten.
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Mehrere Generationen, Überwinterung als Falter. Es gibt meist zwei bis drei Generationen von etwa Mai bis September; die Tiere überwintern überwiegend als Falter in geschützten Verstecken, weshalb der Schutz die ganze Saison über greifen muss.
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Das Kulturschutznetz ist die Nummer eins. Ein engmaschiges, früh aufgelegtes und ringsum dicht abschließendes Netz hält die nachtaktiven Falter von der Eiablage ab und schützt über alle Generationen — die mit Abstand wirksamste Maßnahme.
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Halte die Stufenfolge ein. Erst Schadschwelle abwägen, dann vorbeugen (Fruchtfolge, Hygiene), dann mechanisch-kulturell sperren (Netz, Mischkultur mit Möhren, Monitoring per Pheromonfalle), dann biologisch mit Bacillus thuringiensis im jungen Raupenstadium eingreifen — chemische Mittel sind hier kaum sinnvoll.
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