Giersch anbauen – Standort, Pflege und Verwendung
Giersch auf einen Blick
- Aussaat
- Voranzucht nicht nötig
- Pflanzzeit
- Pflanzung März bis Mai (Rhizomstücke) oder Samenaussaat
- Standort
- halbschattig bis schattig; humos, frisch bis feucht
- Abstand
- Pflanzabstand 30 cm (eingegrenzt)Reihenabstand 30 cm
- Ernte
- Erntezeitraum Blätter April bis Oktober
- Blüte
- Blütezeit Juni bis Juli
Weitere Anbaudaten und Botanik
Giersch (Aegopodium podagraria) anbauen oder kontrolliert nutzen: Pflanzung Frühjahr; Abstand 30 cm; mehrjähriges Wildgemüse mit Petersilien-Aroma; sehr ausläuferfreudig.
- Pflanzen pro m²
- 9–12
- Saattiefe
- 0,5–1 cm
- Boden-pH
- 6,0–7,5
- Düngung
- nicht nötig – kommt mit nährstoffarmen wie -reichen Böden zurecht
- Wuchshöhe
- 30–100 cm (Blütenstand)
- Familienbedarf (4 Pers.)
- ca. 1 m² mit Wurzelsperre
- Pflanze
- Giersch (Aegopodium podagraria)
- Nutzungsgruppe
- Wildgemüse / Heilkraut / Bienenweide
- Lebensform
- mehrjährig, winterhart, rhizombildend
- Herkunft
- Europa, Westasien
- Botanisch
- Aegopodium podagraria
- Familie
- Doldenblütler (Apiaceae)
Inhalt10 Abschnitte

Giersch (Aegopodium podagraria) – im Volksmund auch Geißfuß, Zipperleinkraut oder Dreiblatt – gilt als gefürchtetes “Unkraut” und gleichzeitig als hochwertiges Wildgemüse mit petersilien- bis selleriartigem Aroma. Die mehrjährige Pflanze breitet sich über lange unterirdische Rhizome rasant aus und ist kaum noch zu entfernen – darum: nur mit konsequenter Wurzelsperre, in Kübeln oder als bewirtschaftete “Giersch-Ecke” anbauen. Wer ihn ohnehin im Garten hat, sollte ihn ernten statt bekämpfen.
Standort und Pflege für Giersch
- Standort: halbschattig bis schattig; humoser, frischer Boden – perfekt für nutzbare Flächen unter Bäumen.
- Düngung: nicht nötig.
- Gießen: in der Anwuchsphase und bei Trockenheit gießen; etablierte Bestände sind sehr robust.
- Pflanzung: Wurzelsperre (mind. 30 cm tief, besser 50 cm) ist Pflicht – Rhizome durchstoßen jedes Beet.
- Alternative: im großen Kübel oder Mörtelkübel halten – verhindert Ausbreitung.
- Pflücken: junge, hellgrüne Blätter mit Schere oder mit der Hand ernten; zwei- bis dreimal pro Saison nach Schnitt erneuter Austrieb.
- Vor Blüte schneiden: Blütenstände entfernen, sonst versamt er sich zusätzlich.
Wichtige Punkte beim Anbau von Giersch
- NIEMALS ohne Wurzelsperre pflanzen – Rhizome breiten sich mehrere Meter pro Jahr aus und sind extrem hartnäckig.
- Schon kleinste Rhizomreste treiben neu aus – kein Komposthaufen, sondern Restmüll oder solare Solarisation (1–2 Jahre unter schwarzer Folie).
- Erkennungsmerkmal: dreizählig geteiltes Blatt, dreikantiger Stängel (“3-3-3-Regel”: drei Blätter, dreikantiger Stiel, drei Teile pro Blatt).
- Verwechslungsgefahr mit Hundspetersilie (giftig) und Riesenbärenklau – auf Stängel und Blattform achten.
- Junge, hellgrüne Blätter sind am mildesten; ältere werden bitter und intensiv.
- Als “Zipperleinkraut” traditionell bei Gicht und Rheuma genutzt.
Giersch in der Mischkultur
- Im Gemüsebeet: niemals! – Giersch verdrängt jede andere Kultur.
- Verträglich: unter Bäumen und Sträuchern, in Wildkräuterbeeten mit ähnlich konkurrenzstarken Stauden (z. B. Funkien, Brennnessel).
- Tipp: in einer eigenen, separaten “Giersch-Ecke” mit Wurzelsperre als Wildgemüseflache.
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Giersch Sorten und Nutzung
- Wildform: Aegopodium podagraria – grünblättrig, Standardform.
- Panaschiert: Aegopodium podagraria ‘Variegata’ – weißgrün gestreift, dekorative Bodendeckerstaude; weniger invasiv als die Wildform, aber dennoch ausbreitungsfreudig.
- Küche: junge Blätter wie Petersilie/Sellerie in Salaten, Suppen, Smoothies, Kräuterquark, Pesto, Spinat-Ersatz; Blütendolden frittiert wie Holunderpfannkuchen.
- Heilpflanze: traditioneller Tee bei Gicht und Rheuma; junger Frühlingstrieb als Frühjahrskur.
Nährwerte (pro 100 g junge Blätter)
- Energie: ca. 28 kcal.
- Wasser: ca. 88 g.
- Kohlenhydrate: ca. 4 g.
- Eiweiß: ca. 3,5 g.
- Fett: ca. 0,4 g.
- Vitamine: Vitamin C 120–200 mg (sehr hoch!), Provitamin A, Vitamin B-Komplex.
- Mineralstoffe: Eisen, Kalium, Magnesium, Mangan, Zink, Kupfer, Bor.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: ätherische Öle (für das petersilienartige Aroma), Flavonoide.
Ertrag des Giersches im Hausgarten
Bei eingegrenzter Kultur (1 m² mit Wurzelsperre) sind über die Saison 1–3 kg junge Blätter realistisch – also reichlich für regelmäßige Küchennutzung. Mehrere Schnitte pro Saison sind möglich, da Giersch nach jedem Schnitt frisch austreibt. Praktisch wächst er meist von selbst – das “Anbauen” beschränkt sich auf das Bewirtschaften vorhandener Bestände.
Häufige Fehler beim Anbau von Giersch
- Ohne Wurzelsperre pflanzen – Garten wird in 2–3 Jahren komplett überwuchert
- Auf den Kompost werfen – Rhizome überleben und verbreiten sich von dort weiter
- Mit Hundspetersilie verwechseln – sehr giftig! Stängel-/Blattform genau prüfen
- Erst ältere Blätter ernten – werden bitter und scharf; immer junge, hellgrüne Triebe nehmen
Infografik
Weiterlesen
- Wildkräuter kontrolliert wachsen lassen – Selbstaussaat und Wurzelausläufer im Garten begrenzen.
- Pflanzenübersicht – weitere essbare Wildpflanzen sowie Gemüse, Kräuter und Beeren.