Feldsalat anbauen – Standort, Pflege und Winterernte
Feldsalat auf einen Blick
- Aussaat
- Hauptaussaat (Herbst) Meist August–September; spätere Termine nach Sorte und WitterungFrühjahrsaussaat Februar–März (unter Vlies)
- Standort
- sonnig bis halbschattig; nahezu jeder Boden
- Abstand
- Pflanzabstand 3–5 cmReihenabstand 10–15 cm
- Ernte
- Oktober–März; bei Frühjahrssaat erste Ernte ab März/April
Weitere Anbaudaten und Botanik
Feldsalat anbauen: August-Oktober (Hauptaussaat) oder Februar-März; Abstand 3-5 cm; Ertrag 0,5-1,5 kg/m²; Familie 4 Pers.: 2 m² ≈ 1-3 kg; Ernte: Oktober bis März.
- Pflanzen pro m²
- Rechnerisch etwa 130–330 bei den genannten Reihenabständen; tatsächliche Belegung nach Sorte und Beetmaß
- Saattiefe
- 0,5–1 cm
- Boden-pH
- 6,0–7,0
- Winterhärte
- Wintergeeignete Sorten sind frostverträglich; Sorte, Abhärtung und Frostdauer beachten
- Ertrag
- ca. 0,5–1,5 kg/m²
- Familienbedarf (4 Pers.)
- ca. 2 m² liefern etwa 1–3 kg
- Pflanze
- Feldsalat (Valerianella locusta)
- Nutzungsgruppe
- Blattsalat / Wintersalat
- Lebensform
- einjährig (überwinternde Formen)
- Herkunft
- Mittelmeerraum; auch wild in Europa
- Botanisch
- Valerianella locusta
- Familie
- Baldriangewächse (Caprifoliaceae)
Inhalt10 Abschnitte

Feldsalat – auch Vogerlsalat (Österreich), Nüsslisalat (Schweiz) oder Rapunzel genannt – eignet sich häufig als Nachkultur auf rechtzeitig frei werdenden Flächen. Für die Herbst- und Winterernte wird meist im August oder September gesät; spätere Termine nach Sorte und Witterung wählen. Wintergeeignete Sorten vertragen Frost, eine bestimmte Temperatur garantiert aber keine schadlose Überwinterung. Gleichmäßige Feuchte zur Keimung und ein durchlässiger Boden bleiben wichtig.
Standort und Pflege für Feldsalat
- Standort: sonnig bis halbschattig; Feldsalat ist einer der genügsamsten Salate – fast jeder Boden funktioniert, auch nährstoffarme.
- Gießen: in der Keimphase feucht halten; danach winterhart und wenig anspruchsvoll.
- Düngung: Schwachzehrer; kein frischer Dünger; Kompost im Vorjahr reicht.
- Unkraut: regelmäßig jäten – Feldsalat wächst anfangs langsam und wird von Unkraut leicht überwuchert.
- Winterschutz: Vlies kann bei Kahl- und Dauerfrost helfen. Schutzbedarf nach Sorte, Abhärtung, Frostdauer und Feuchte beurteilen; gefrorene Blätter nicht ernten.
- Fruchtfolge: Als vorsichtige Planungsorientierung 2 volle Jahre Pause nach dem letzten Anbau; häufig gut als Nachkultur geeignet. Bei bekannten Krankheiten nicht pauschal freigeben.
Wichtige Punkte beim Anbau von Feldsalat
- Nach Saatgutangabe säen und gegebenenfalls vereinzeln; 3–5 cm Pflanzen- und 10–15 cm Reihenabstand unterscheiden.
- Keimphase ist kritisch: gleichmäßig feucht halten bis die Rosetten sichtbar sind.
- Für Herbst- und Winterernte meist im August oder September säen. Späte Saat keimt und wächst bei Kälte langsamer; den Termin nach Sorte und Ernteziel wählen.
- Frühjahrssaat (Februar–März) unter Vlies für erste Ernte ab März/April.
- Wärme und längere Tage fördern im Frühjahr das Schossen; Zeitpunkt und Ausprägung hängen auch von der Sorte ab.
- Im Kühlschrank bei 0–4 °C bis zu 3–7 Tage haltbar.
Feldsalat als Nachkultur
Feldsalat kann nach vielen Sommerkulturen stehen, wenn die Fläche rechtzeitig frei wird und Anbaupausen berücksichtigt sind. Eine erst im Oktober geräumte Tomatenfläche ist für eine Herbsternte aus Direktsaat häufig zu spät. Zwischen noch stehenden Pflanzen braucht Feldsalat ausreichend Licht, Wasser und Raum; passende Jungpflanzen können je nach Termin eine Alternative sein.
Feldsalat Sorten und Nutzung
- Ertragreich: Vit – Standardsorte, großblättrig.
- Saisonwahl: Saatgut für den geplanten Frühjahrs- oder Wintersatz nach Anbieterangabe wählen. ‘Astro’ wird hier nicht als Feldsalatsorte empfohlen; dokumentiert ist dieser Name für Salatrauke.
- Früh: Dundee, Favor – für frühe Herbstaussaat.
- Küche: roh als Wintersalat (mild-nussig), in Mischsalaten, kurz gedünstet.
- Hinweis: handtellergroße Rosetten ernten – ganze Pflanze oder einzelne Blätter.
Nährwerte (pro 100 g roher Feldsalat)
- Energie: ca. 13 kcal – sehr kalorienarm.
- Wasser: ca. 94 g.
- Kohlenhydrate: ca. 1,3 g.
- Eiweiß: ca. 1,5 g.
- Fett: ca. 0,2 g.
- Ballaststoffe: ca. 1,3 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 35 mg, Beta-Carotin ca. 200 µg, Vitamin K ca. 300 µg, Folat ca. 50 µg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 400 mg, Calcium ca. 40 mg, Eisen ca. 1,2 mg.
Ertrag von Feldsalat im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen ca. 2 m², was 1–3 kg Ernte von Oktober bis März ergibt. Feldsalat schließt die Winterlücke im Garten, wenn andere Salate nicht mehr wachsen.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Falscher Mehltau (Peronospora valerianellae): blassgelbe Flecken auf der Blattoberseite, grauer flaumiger Belag auf der Unterseite; weite Pflanzung, robuste Sorten, Fruchtfolge.
Schädlinge:
- Blattläuse (Nasonovia ribisnigri u. a.): kleine grüne Blattläuse an den jüngsten Blättern und am Wachstumszentrum; Nützlinge fördern, milde Seifenlösungen.
Häufige Fehler beim Anbau von Feldsalat
- Zu spät säen – nach Oktober keimt Feldsalat kaum noch zuverlässig; bis Oktober abgeschlossen haben
- Zu wenig gießen in der Keimphase – Keimung scheitert bei Trockenheit; bis Rosetten sichtbar sind feucht halten
- Unkraut nicht jäten – Feldsalat wächst anfangs langsam und wird leicht überwuchert
- Zu früh im Frühjahr aussäen ohne Vlies – unter Vlies ab Februar; ohne Schutz erst ab März
Weiterlesen
- Gemüsegarten im August – Hauptaussaatzeit für den Wintervorrat.
- Gemüsegarten im Oktober – Erste Ernte; Nachernte bis März.
- Gemüsegarten im Januar – Feldsalat ist auch jetzt noch erntereif.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Infografik