Ananaskirsche anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Ananaskirsche anbauen: Vorkultur Feb.–März, Pflanzung nach Eisheiligen Mitte Mai; Abstand 60 cm; süße kleine Früchte in Lampion-Hüllen, Ernte August–Oktober.
Inhalt7 Abschnitte
Die Ananaskirsche (Physalis pruinosa), auch Erdkirsche oder Erdbeertomate genannt, ist eine niedrigwüchsige Verwandte von Tomatillo und Andenbeere aus der Familie der Nachtschattengewächse. Sie liefert kleine, süß-aromatische Früchte in trockenen Lampion-Hüllen, die in der vollreifen Phase auf den Boden fallen. In Deutschland wird die Ananaskirsche einjährig kultiviert.
Ananaskirsche auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Ananaskirsche (Physalis pruinosa) |
| Nutzungsgruppe | Fruchtgemüse / Beerenobst |
| Lebensform | botanisch perennial (frostfrei), in DE einjährig kultiviert |
| Aussaat (Vorkultur) | Februar–März im Haus |
| Pflanzzeit | ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) |
| Pflanzabstand | 50–60 cm |
| Reihenabstand | 60–80 cm |
| Standort | vollsonnig, locker-humoser Boden |
| Boden-pH | 6,0–7,0 |
| Temperatur | wärmebedürftig; frostempfindlich |
| Temperatur Keimung | 22–25 °C (Lichtkeimer, Samen nur andrücken) |
| Keimdauer | 7–14 Tage |
| Ertrag | 100–300 Früchte (ca. 0,5–1 kg) pro Pflanze |
| Botanisch | Physalis pruinosa |
| Familie | Nachtschattengewächse (Solanaceae) |
Standort und Pflege für die Ananaskirsche
- Standort: vollsonnig, geschützt
- Boden: locker, humos, gut drainiert
- Wuchs: niedrig (30–50 cm), buschig, ggf. dichte Bodendeckung
- Bestäubung: selbstfertil (im Gegensatz zu Tomatillo) — eine Pflanze reicht für Fruchtansatz
- Selbstaussaat: liegen gebliebene Früchte können im Folgejahr keimen
- Fruchtfolge: mindestens 3–4 Jahre keine anderen Nachtschattengewächse auf derselben Fläche
Wichtige Punkte beim Anbau von Ananaskirsche
- Reife Früchte fallen von selbst ab — vom Boden einsammeln
- Niedriger Wuchs: Mulch unter den Pflanzen schützt die fallenden Früchte vor Schmutz
- Lange Vorkultur (10–12 Wochen) erforderlich
Ananaskirsche in der Mischkultur
- Gute Nachbarn: Schwachzehrer wie Salate, Spinat, Zwiebelgewächse, Bohnen und Erdbeeren; Basilikum gilt als schädlingsabwehrender Beetnachbar
- Schlechte Nachbarn: alle anderen Nachtschattengewächse (Kartoffel, Tomate, Paprika, Aubergine)
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Nährwerte (pro 100 g Ananaskirsche)
- Energie: ca. 50 kcal.
- Wasser: ca. 85 g.
- Kohlenhydrate: ca. 11 g.
- Eiweiß: ca. 1,9 g.
- Fett: ca. 0,7 g.
- Ballaststoffe: ca. 2 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 11 mg, Niacin, Beta-Carotin (Provitamin A) – Werte ähnlich der eng verwandten Andenbeere.
- Mineralstoffe: Eisen ca. 1 mg, Kalium ca. 300 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Pektine (verdauungsfördernd); der ananasartig-süße Geschmack macht sie zur beliebten Naschfrucht für Kinderbeete.
- Hinweis: Nur vollreife, goldgelbe Früchte essen – unreife Früchte und grüne Pflanzenteile enthalten Solanin. In der Lampion-Hülle halten die Früchte bei Zimmertemperatur mehrere Wochen.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Grauschimmel (Botrytis cinerea): bei dichtem, feuchtem Stand grauer Belag an Trieben und Fruchthüllen; luftig pflanzen, Mulch trocken halten, befallene Teile entfernen.
Schädlinge:
- Blattläuse und Weiße Fliege: Kolonien an Triebspitzen; Nützlinge fördern, Basilikum als abwehrender Nachbar, Gelbtafeln im Gewächshaus.
- Schnecken: fressen an bodennah liegenden reifen Früchten; Früchte zeitnah aufsammeln, Mulchschicht kontrollieren.
Häufige Fehler beim Anbau von Ananaskirsche
- Zu spät säen – die Vorkultur braucht 10–12 Wochen Vorlaufzeit
- Mulch fehlt – fallende Früchte werden auf nacktem Boden schmutzig
- Zu viel Stickstoff – fördert Blattmasse statt Fruchtansatz