Beifuß anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Beifuß (Artemisia vulgaris) anbauen: Aussaat April–Mai (Lichtkeimer); Abstand 40–50 cm; mehrjährig; magere Standorte; Erntezeit Juli–September vor der Blüte; klassisches Gänsegewürz.

Inhalt9 Abschnitte
Beifuß (Artemisia vulgaris) ist das klassische Gewürz für fette Fleischgerichte wie Gänse-, Enten- und Lammbraten – er regt die Verdauung an. Als robuste Wildstaude wächst er auf mageren, sonnigen Standorten und verlangt fast keine Pflege. Beifuß ist mehrjährig, kann bis 2 m hoch werden und verbreitet sich gern über Wurzelausläufer – am besten an einen Beetrand oder in eine eigene Ecke setzen. Geerntet wird vor der Blüte (Juli–September), wenn das Aroma am intensivsten ist.
Beifuß auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Beifuß (Artemisia vulgaris) |
| Nutzungsgruppe | Kräuter / Würzpflanze |
| Lebensform | mehrjährig (Staude) |
| Voranzucht | März–April |
| Direktsaat Freiland | April–Mai (Lichtkeimer) |
| Pflanzung | April–Mai oder September |
| Pflanzabstand | 40–50 cm |
| Reihenabstand | 50–60 cm |
| Pflanzen pro m² | 3–5 |
| Saattiefe | 0–0,5 cm (Lichtkeimer) |
| Standort | sonnig; mager bis mittel, durchlässig |
| Boden-pH | 6,0–7,5 |
| Düngung | keine bis sehr gering |
| Erntezeit | Juli–September (vor der Blüte) |
| Wuchshöhe | 60–200 cm |
| Familienbedarf (4 Pers.) | 1–2 Pflanzen |
| Herkunft | Europa, Asien, Nordafrika |
| Botanisch | Artemisia vulgaris |
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
Standort und Pflege für Beifuß
- Standort: vollsonnig; mager bis mittel, durchlässig. Verträgt trockene, steinige Böden.
- Düngung: keine – Beifuß gedeiht auf nährstoffarmen Böden am aromatischsten.
- Gießen: kaum nötig; trockenheitsverträglich.
- Wuchskontrolle: breitet sich über Wurzelausläufer aus – ggf. Wurzelsperre eingraben oder im Topf kultivieren.
- Rückschnitt: im Spätherbst bodennah zurückschneiden; im Sommer Blütenstände entfernen, falls keine Selbstaussaat gewünscht.
- Vermehrung: Aussaat (Lichtkeimer!), Teilung oder Ausläufer im Frühjahr.
- Winter: sehr winterhart (bis −25 °C); zieht oberirdisch ein.
Wichtige Punkte beim Anbau von Beifuß
- Lichtkeimer: Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken.
- Vor der Blüte ernten – nach der Blüte (ab Ende August) wird das Aroma bitter und schwächer.
- Nicht in der Schwangerschaft: enthält Thujon und gilt als wehenfördernd.
- Tendiert zur Ausbreitung – an einem Platz halten oder Wurzelsperre einsetzen.
- Allergiepotenzial: Pollen können Heuschnupfen auslösen (Beifußpollen ist starker Allergieauslöser).
Beifuß in der Mischkultur
- Keine guten Nachbarn besonders bekannt – Beifuß ist eher solitär.
- Schlechte Nachbarn: generell hemmend für viele Kulturpflanzen über Wurzelausscheidungen (Allelopathie). Nicht in Gemüsebeete pflanzen.
- Eigenen Platz am Beetrand, an einer Mauer oder in einer Wildkräuterecke geben.
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Beifuß Sorten und Nutzung
- Sorten: Wildform meist verwendet; einige Zierformen (z. B. ‘Variegata’ mit panaschierten Blättern).
- Küche: Gänse-, Enten-, Lammbraten; fette Schweinegerichte; Wildgerichte. Klassisch in der Bauchhöhle des Tiers mitgegart.
- Bitterstoffe regen Galle und Magensaft an – Verdauungsanregend.
- Tee: medizinisch traditionell; nicht in der Schwangerschaft.
- Räuchern: wird traditionell auch als Räucherkraut verwendet.
Nährwerte (pro 100 g frischer Beifuß)
- Energie: ca. 35 kcal.
- Wasser: ca. 87 g.
- Kohlenhydrate: ca. 5 g.
- Eiweiß: ca. 5 g.
- Fett: ca. 0,8 g.
- Vitamine: Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin A.
- Mineralstoffe: Eisen, Kalium, Magnesium, Kalzium.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Bitterstoffe, ätherische Öle (Cineol, Kampfer, Thujon), Flavonoide.
Ertrag von Beifuß im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen 1–2 Beifußpflanzen vollkommen aus – wegen der wenigen Einsatzmöglichkeiten (vorwiegend Gänsebraten und Wildgerichte) und der kräftigen Würzwirkung. Eine etablierte Staude wird ca. 1–2 m hoch und liefert ab dem zweiten Jahr genügend Triebe für den Jahresbedarf.
Häufige Fehler beim Anbau von Beifuß
- Mit Erde abdecken – Lichtkeimer, nur andrücken.
- Düngen – Aroma wird schwächer; magere Standorte bevorzugen.
- Nach der Blüte ernten – das beste Aroma haben die Triebe kurz vor und zu Blühbeginn.
- In Gemüsebeete pflanzen – verbreitet sich aggressiv und hemmt Nachbarpflanzen.
- Während der Schwangerschaft verwenden – wehenfördernde Wirkung.
Infografik