Gründüngungs-Finder: Welche Pflanzen passen ins Beet?

Vergleiche 26 ausgewählte Pflanzen für freie Beete. Wähle Saatmonat und Ziel, prüfe die vorherige und nächste Kultur und gib bei Bedarf an, wie lange das Beet frei bleibt. Zu jeder Pflanze findest du Aussaat- und Pflegehinweise.

Inhalt6Abschnitte

Gründüngung vergleichen

Monat und Ziel grenzen die Auswahl ein. Vor- und Folgekultur prüfen die direkte Pflanzenfamilie; die freie Zeit wird mit hinterlegten Standzeiten verglichen. Die Ergebnisse stehen alphabetisch. Mehrjährige Anbaupausen, Standort und bekannte Krankheiten musst du zusätzlich prüfen.

Wochenwerte gelten bei wüchsigen Bedingungen und enthalten einen Puffer nach Einarbeitung. Bei Herbstsaat und Winterbegrünung ist zusätzlich der Frühjahrstermin zu prüfen.

Die Vergleichsliste wird geladen.

So funktioniert Gründüngung

Gründüngung bedeckt freie Erde und liefert Pflanzenmasse für Mulch und Bodenleben. Wurzeln können die Bodenstruktur verbessern; die Wirkung hängt von Standort und Aufwuchs ab. Hülsenfrüchtler können mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff binden. Andere Pflanzen halten bereits vorhandene Nährstoffe im Bestand fest. Gründüngung ersetzt keine bedarfsgerechte Düngeplanung und keine Sanierung stark verdichteter Böden.

Gemüse zur Doppelnutzung darf teilweise geerntet werden. Die Ernte entfernt aber auch Nährstoffe und Pflanzenmasse; die Wirkung ist anders als bei einem vollständig belassenen Bestand. Frostempfindliche Pflanzen können abfrieren und als Mulch bleiben. Wintergrüne Arten müssen vor der Folgekultur beendet werden. Überwinterung in milder Lage ist keine allgemeine Winterhärte.

Senf und Ölrettich zählen zur Kohlfruchtfolge. Als Kreuzblütler können sie vorhandene Kohlhernie-Erreger vermehren. Prüfe deshalb frühere und geplante Kohl-, Radieschen-, Rettich- und Raukekulturen sowie deren Anbaupausen. Das gilt auch für die Bestandteile einer Saatmischung. Der Fruchtfolge-Planer hilft bei der Planung über mehrere Beetjahre.

So säst und beendest du Gründüngung

  1. Freie Zeit und Boden prüfen. Das Beet muss lange genug frei sein, damit ein Bestand wächst und rechtzeitig beendet werden kann. Bei Winterbegrünung bis zum Frühjahr planen. Standortansprüche stehen in den Ergebnissen.
  2. Saatbett vorbereiten. Erntereste und störende Beikräuter entfernen, die Oberfläche flach lockern. Saatmenge und Saattiefe richten sich nach Art und Saatgut; die Packung beachten. In der Keimphase bei Trockenheit wässern.
  3. Blüte oder frühes Beenden wählen. Für Blütennahrung ausreichend Zeit bis zur Blüte lassen. Spätestens vor Samenreife beenden, damit Gründüngung nicht zum unerwünschten Aufwuchs wird.
  4. Lebende Pflanzen zuverlässig beenden. Flach abtrennen oder lichtdicht abdecken und Wiederaustrieb kontrollieren. Vor allem wintergrüne Bestände treiben nach frühem Mähen unter Umständen weiter.
  5. Reste nutzen und Abstand einplanen. Zerkleinert als Mulch belassen oder flach einarbeiten. Frische Masse nicht tief vergraben. Nach Einarbeitung meist zwei bis drei Wochen Abstand halten; vor Direktsaat nach Winterroggen etwa vier Wochen. Bei Kälte oder viel Pflanzenmasse kann es länger dauern.

Im No-Dig-Beet bleiben abgestorbene Reste auf der Oberfläche. Einarbeiten ist dafür nicht nötig. Vor einer feinen Direktsaat die Saatreihe freimachen. Eine dichte Pflanzendecke kann Schnecken begünstigen; junge Folgekulturen kontrollieren.

Vogelmiere wird hier nicht gezielt zur Aussaat empfohlen. Vorhandene Bestände können Boden bedecken und überwintern, sich aber stark versamen und bestimmte Schädlinge erhalten. Bei bekanntem Befall nicht pauschal als harmlosen Lebendmulch behandeln.

Zwei Beispiele für die Auswahl

Eine längere Sommerlücke vor Kohl: Vergleiche zum Beispiel Buchweizen oder Sommerhafer. Beim Buchweizen sind etwa acht Wochen Aufwuchs plus Abstand nach Einarbeitung zu berücksichtigen; seine Saat braucht frostfreie Wärme. Prüfe vorherige Kulturen und Bodenansprüche zusätzlich.

Ein Beet wird erst Anfang Oktober frei: Prüfe Winterroggen und den Termin der nächsten Kultur im Frühjahr. Für Winterwicke ist die hier empfohlene Herbstsaat dann bereits vorbei. Wenn kaum Wachstum zu erwarten ist, kann eine Mulchabdeckung sinnvoller sein. Mehr dazu: Gründüngung im Oktober säen.

26 ausgewählte Pflanzen im Überblick

Die Auswahl umfasst klassische Gründüngung und ergänzende Gemüse- oder Blühpflanzen. Saatmonate sind eine Orientierung; die genauen Grenzen und Bedingungen stehen in den Ergebnissen. Mehrjährige Gartenlupinen sind nicht mit der hier aufgeführten einjährigen Gründüngungslupine gleichzusetzen.

Auswahl nach Pflanzenfamilie, Saatmonat und Winterverhalten
PflanzeFamilieSaatmonateWinterverhalten
Asiasalat Kreuzblütler März–September Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Blaue Gründüngungslupine Hülsenfrüchtler April–August Frostempfindlich – kann abfrieren
Borretsch Raublattgewächse April–Juni Frostempfindlich – kann abfrieren
Buchweizen Knöterichgewächse Mai–August Frostempfindlich – kann abfrieren
Buschbohnen Hülsenfrüchtler Mai–Juli Frostempfindlich – kann abfrieren
Chicorée Korbblütler Mai–Juni Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Dicke Bohnen Hülsenfrüchtler Februar–Mai Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Erbsen Hülsenfrüchtler März–Juli Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Feldsalat Geißblattgewächse August–September Winterhart bei geeigneter Aussaat
Gelbsenf Kreuzblütler April–September Frostempfindlich – kann abfrieren
Gewürz-Tagetes Korbblütler Mai–Juni Frostempfindlich – kann abfrieren
Inkarnatklee Hülsenfrüchtler März–September Winterhart bei geeigneter Aussaat
Kapuzinerkresse Kapuzinerkressengewächse Mai–Juni Frostempfindlich – kann abfrieren
Kresse Kreuzblütler Mai–September Frostempfindlich – kann abfrieren
Mairübe Kreuzblütler Mär, Apr, Mai, Aug Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Ölrettich Kreuzblütler April–September Frostempfindlich – kann abfrieren
Phacelia Raublattgewächse April–September Frostempfindlich – kann abfrieren
Ringelblume Korbblütler März–September Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Rucola Kreuzblütler April–September Überwinterung abhängig von Art, Sorte und Lage
Sommerhafer Süßgräser März–August Frostempfindlich – kann abfrieren
Sommerwicke Hülsenfrüchtler Mai–August Frostempfindlich – kann abfrieren
Sonnenblume Korbblütler April–Mai Frostempfindlich – kann abfrieren
Stangenbohnen Hülsenfrüchtler Mai–Juli Frostempfindlich – kann abfrieren
Studentenblume (Tagetes patula) Korbblütler Mai–August Frostempfindlich – kann abfrieren
Winterroggen Süßgräser September–Oktober Winterhart bei geeigneter Aussaat
Winterwicke Hülsenfrüchtler August–September Winterhart bei geeigneter Aussaat

Häufige Fragen

Welche Gründüngung vor oder nach Kohl?

Wähle möglichst eine andere Pflanzenfamilie und prüfe auch die mehrjährige Beetgeschichte. Senf, Ölrettich, Rauke und andere Kreuzblütler können vorhandene Kohlhernie-Erreger vermehren. Phacelia, Buchweizen oder Sommerhafer können je nach Jahreszeit und Standort Alternativen sein. Bei bekanntem Krankheitsbefall genügt ein Familienwechsel allein nicht.

Welche Gründüngung friert ab?

Buchweizen, Sommerhafer, Senf und einjährige Gründüngungslupinen sind frostempfindlich. Das Abfrieren hängt von Froststärke, Sorte und Entwicklungsstadium ab; in milden Wintern können Pflanzen überleben. Die abgestorbenen Reste dürfen als Mulch liegen bleiben. Lebende Reste vor der nächsten Kultur beenden und auf Wiederaustrieb prüfen.

Ersetzt eine Leguminosengründüngung die Düngung?

Hülsenfrüchtler können mit passenden Knöllchenbakterien zusätzlichen Stickstoff aus der Luft binden. Wie viel die Folgekultur erhält, hängt vom Aufwuchs, den belassenen Pflanzenresten und deren Zersetzung ab. Auch andere Gründüngungen halten bereits vorhandene Bodennährstoffe fest. Nach einer Gemüseernte ist die Wirkung anders als bei einem vollständig belassenen Gründüngungsbestand. Die Düngung der Folgekultur bleibt bedarfsgerecht zu planen.

Was kann ich im Oktober noch säen?

In dieser Auswahl ist Winterroggen für den frühen Oktober hinterlegt. Ob die Saat noch sinnvoll ist, hängt von Lage, Bodenfeuchte, Temperatur und Saatgut ab. Winterwicke sollte für sicheren Aufwuchs früher gesät werden. Bei sehr später Räumung kann eine Mulchdecke hilfreicher sein als eine schwach entwickelte Einsaat.

Wie beende ich Gründüngung ohne Umgraben?

Abgestorbene Pflanzenreste kannst du zerkleinert als Mulch auf der Oberfläche belassen. Lebende Bestände flach abtrennen oder mit einer lichtdichten Abdeckung beenden; je nach Art kann Nacharbeit gegen Wiederaustrieb nötig sein. Flaches Einarbeiten ist eine zusätzliche Möglichkeit, gehört aber nicht zur Bodenbearbeitung eines No-Dig-Beets. Nach Einarbeitung frischer Masse meist etwa zwei bis drei Wochen warten; vor Direktsaat nach Roggen etwa vier Wochen. Die tatsächliche Zersetzung hängt vom Wetter und der Pflanzenmasse ab.

Hilft jede Tagetes gegen Nematoden?

Nein. Zuerst muss bekannt sein, welche pflanzenschädigende Nematodenart vorkommt. Für Pratylenchus penetrans ist Tagetes patula mit mindestens drei Monaten Standzeit und konsequenter Beikrautkontrolle hinterlegt. Für Heterodera schachtii kommen nachgewiesen resistente Ölrettichsorten infrage. Gewürz-Tagetes und Ringelblume werden hier nicht als gezielte Bekämpfung empfohlen. Für andere Arten oder unbekannten Befall nennt das Tool keine Bekämpfungsempfehlung.

Weiterführende Seiten

Datengrundlage: ausgewählte Nutzungsformen, auffällige Angaben am 1. Oktober 2026 überarbeitet. Saatmengen für dichte Gründüngung können von Gemüseanbau oder einzelnen Sorten abweichen; die Saatgutpackung geht vor. Fehlende Wochenwerte werden ausdrücklich benannt.