Pimpinelle anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Pimpinelle (Kleine Bibernelle) anbauen: Aussaat April–Mai oder August–September; Abstand 25–30 cm; mehrjährig, immergrün; Gurkenaroma; Frankfurter Grüne Soße.

Die Pimpinelle (Kleine Bibernelle, Sanguisorba minor) ist eines der sieben klassischen Kräuter der Frankfurter Grünen Soße und überzeugt durch ihr feines, gurkenähnliches Aroma. Mehrjährig, immergrün und winterhart – fast das ganze Jahr über frisch erntbar. Sie bevorzugt magere, kalkhaltige Böden in voller Sonne und ist äußerst pflegeleicht. Wegen ihres Aromas frisch verwendet, da sie beim Trocknen oder Erhitzen schnell an Geschmack verliert.
Pimpinelle auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Pimpinelle / Kleine Bibernelle (Sanguisorba minor) |
| Nutzungsgruppe | Kräuter / Salatpflanze |
| Lebensform | mehrjährig, immergrün |
| Voranzucht | März–April |
| Direktsaat Freiland | April–Mai oder August–September |
| Pflanzung | April–Mai |
| Pflanzabstand | 25–30 cm |
| Reihenabstand | 30 cm |
| Pflanzen pro m² | 9–12 |
| Saattiefe | 0,5–1 cm (Lichtkeimer) |
| Standort | sonnig bis halbschattig; mager, kalkhaltig, durchlässig |
| Boden-pH | 6,5–8,0 |
| Düngung | sehr gering – verträgt mageren Boden |
| Erntezeit | April bis Oktober (in milden Wintern fast ganzjährig) |
| Wuchshöhe | 30–60 cm |
| Familienbedarf (4 Pers.) | 3–5 Pflanzen |
| Herkunft | Europa, Westasien |
| Botanisch | Sanguisorba minor |
| Familie | Rosengewächse (Rosaceae) |
Standort und Pflege für Pimpinelle
- Standort: sonnig bis halbschattig; magere, kalkhaltige, durchlässige Böden – verträgt sogar trockene, steinige Standorte.
- Düngung: nicht düngen – Pimpinelle gedeiht auf nährstoffarmen Böden besser als auf reichen.
- Gießen: sparsam; verträgt Trockenheit gut, mag keine Staunässe.
- Schnitt: Blütenstände entfernen, um die Bildung neuer Blätter anzuregen.
- Vermehrung: Aussaat oder Teilung im Frühjahr.
- Winter: immergrün – in milden Wintern auch im Januar/Februar erntbar.
Wichtige Punkte beim Anbau von Pimpinelle
- Lichtkeimer: Samen nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken.
- Magere Böden bevorzugt – auf reichem Boden treibt sie Blätter, das Aroma leidet.
- Junge Blätter sind die besten – ältere werden ledrig und bitter.
- Nicht trocknen oder kochen – das Gurkenaroma verschwindet beim Erhitzen.
- Blütenstände abschneiden – fördert kontinuierliche Blattbildung.
Pimpinelle in der Mischkultur
- Gut: klassische Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Borretsch, Sauerampfer (Frankfurter Grüne-Soße-Mischung).
- Keine schlechten Nachbarn bekannt – sehr verträgliche Pflanze.
- Im Kräuterbeet als Begleitpflanze ideal.
Pimpinelle Sorten und Nutzung
- Sorten: Wildform meist im Handel; einzelne Selektionen mit höherem Ertrag.
- Küche: junge Blätter frisch in Salaten, Quark, Frischkäse, Kräuterbutter, Suppen, Saucen; zentraler Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße (zusammen mit Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Borretsch, Kerbel, Kresse).
- Konservierung: nur frisch oder eingefroren – beim Trocknen geht das Aroma verloren.
- Tee: medizinisch bei Verdauungsbeschwerden, allerdings nicht der Hauptverwendungszweck.
Nährwerte (pro 100 g frische Pimpinelle-Blätter)
- Energie: ca. 35 kcal.
- Wasser: ca. 88 g.
- Kohlenhydrate: ca. 5 g.
- Eiweiß: ca. 4 g.
- Fett: ca. 1 g.
- Vitamine: Vitamin C (sehr hoch), Vitamin A, B-Vitamine.
- Mineralstoffe: Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Gerbstoffe (Tannine), Saponine, ätherische Öle (Gurkenaroma).
Ertrag von Pimpinelle im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen 3–5 Pflanzen vollkommen aus. Eine etablierte Pflanze liefert von April bis Oktober kontinuierlich Blätter, in milden Wintern sogar fast ganzjährig. Wegen der Mehrjährigkeit lohnt sich die einmalige Anlage besonders.
Häufige Fehler beim Anbau von Pimpinelle
- Mit Erde abdecken – Lichtkeimer, nur andrücken.
- Düngen – Pimpinelle gedeiht auf magerem Boden besser; Düngung schwächt das Aroma.
- Zu spät ernten – ältere Blätter werden bitter und ledrig.
- Trocknen oder kochen – Aroma geht verloren; immer frisch verwenden.
- Blütenstände stehen lassen – kostet Kraft und mindert die Blattbildung.
Infografik