Tomatillo anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Tomatillo anbauen: Vorkultur Feb.–März, Pflanzung nach Eisheiligen Mitte Mai; Abstand 60–80 cm; Ernte August bis Frost. Mindestens zwei Pflanzen für Bestäubung.
✓ Gute Nachbarn:
Zuckermais ·
Buschbohnen ·
Kuerbis ·
Knoblauch
✗ Schlechte Nachbarn:
Kartoffel ·
Tomaten ·
Paprika ·
Auberginen
Inhalt7 Abschnitte
Die Tomatillo (Physalis ixocarpa / Physalis philadelphica) ist ein wärmeliebendes Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse, eng verwandt mit Tomate, Andenbeere und Ananaskirsche. Die Früchte wachsen in einer dünnen Lampion-Hülle und werden in der mexikanischen Küche für Salsa Verde verwendet. In Deutschland wird Tomatillo einjährig kultiviert.
Tomatillo auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Tomatillo (Physalis ixocarpa) |
| Nutzungsgruppe | Fruchtgemüse |
| Lebensform | botanisch mehrjährig (Tropen), in DE einjährig kultiviert |
| Aussaat (Vorkultur) | Februar–März im Haus bei 20–25 °C |
| Pflanzzeit | ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) |
| Pflanzabstand | 60–80 cm |
| Reihenabstand | 80–100 cm |
| Standort | vollsonnig, geschützt, locker-humoser Boden |
| Boden-pH | 6,0–7,5 (leicht sauer bis leicht alkalisch) |
| Temperatur | wärmebedürftig wie Tomate; frostempfindlich |
| Temperatur Keimung | 20–27 °C (optimal 22–24 °C) |
| Keimdauer | 5–7 Tage (bis 14) |
| Reifezeit | ca. 60–85 Tage ab Auspflanzung |
| Ertrag | ca. 1–1,5 kg pro Pflanze (60–200 Früchte) |
| Botanisch | Physalis ixocarpa / philadelphica |
| Familie | Nachtschattengewächse (Solanaceae) |
Standort und Pflege für die Tomatillo
- Standort: vollsonnig, geschützt
- Boden: locker, humos, gut drainiert
- Bestäubung: mindestens zwei Pflanzen anbauen — Tomatillo ist selbststeril und braucht Fremdbestäubung
- Stützen: Pflanzen werden 80–120 cm hoch und brauchen eine leichte Stütze
- Fruchtfolge: mindestens 3–4 Jahre keine anderen Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika, Aubergine) auf derselben Fläche
Wichtige Punkte beim Anbau von Tomatillo
- Tomatillo ist selbststeril: ohne mindestens zwei Pflanzen → keine Früchte
- Reife Früchte sprengen die Lampion-Hülle und fallen ab — am Boden einsammeln
- Frucht ist reif, wenn Hülle papierartig trocken und Frucht hellgrün bis gelb wird
Tomatillo in der Mischkultur
- Gute Nachbarn: Mais, Bohnen und Kürbis — das klassische Milpa-Prinzip („Drei Schwestern”) aus der mexikanischen Heimat der Tomatillo; auch Knoblauch und Zwiebeln
- Schlechte Nachbarn: wie alle Nachtschattengewächse — Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen (gemeinsame Krankheiten)
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Nährwerte (pro 100 g Tomatillo)
- Energie: ca. 32 kcal.
- Wasser: ca. 92 g.
- Kohlenhydrate: ca. 5,8 g.
- Eiweiß: ca. 1,0 g.
- Fett: ca. 1,0 g.
- Ballaststoffe: ca. 1,9 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 12 mg, Niacin ca. 1,9 mg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 270 mg, Magnesium ca. 20 mg.
- Hinweis: Verzehrt werden nur die Früchte – unreif gekocht als Basis für Salsa Verde oder vollreif roh. Grüne Pflanzenteile und ganz unreife Früchte enthalten Solanin und sind nicht essbar.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Tomatillos sind deutlich robuster als Tomaten — Kraut- und Braunfäule tritt selten auf. Bei feuchter Witterung gelegentlich Grauschimmel (Botrytis); luftiger Stand und trockenes Laub beugen vor.
Schädlinge:
- Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata): frisst als Nachtschatten-Liebhaber auch Tomatillo-Laub; absammeln, nicht neben Kartoffeln pflanzen.
- Blattläuse und Schnecken: vor allem an Jungpflanzen; Nützlinge fördern, Jungpflanzen schützen.
Häufige Fehler beim Anbau von Tomatillo
- Nur eine Pflanze setzen – ohne Fremdbestäubung keine Früchte
- Zu früh auspflanzen – frostempfindlich wie Tomate
- Zu spät ernten – überreife Früchte fallen ab und ziehen Schädlinge an