Andenbeere anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Andenbeere auf einen Blick
- Aussaat
- Aussaat (Vorkultur) Januar–Februar im Haus (lange Vorlaufzeit)
- Pflanzzeit
- ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen)
- Standort
- vollsonnig, geschützt, warm
- Abstand
- Pflanzabstand 80–100 cmReihenabstand 100–120 cm
- Ernte
- ab September bis zum ersten Frost
Weitere Anbaudaten und Botanik
Andenbeere anbauen: Vorkultur ab Februar, Pflanzung nach Eisheiligen; Abstand 80 cm; orange Früchte in Lampion-Hüllen, Ernte ab September bis erstem Frost.
- Boden-pH
- 6,0–7,0
- Temperatur
- wärmebedürftig; frostempfindlich
- Temperatur Keimung
- 20–25 °C (optimal 25 °C)
- Keimdauer
- 10–21 Tage
- Ertrag
- ca. 1–3 kg pro Pflanze (reiche Ernte über Wochen)
- Wachstumshöhe
- 50–150 cm (sortenabhängig)
- Pflanze
- Andenbeere (Physalis peruviana)
- Nutzungsgruppe
- Fruchtgemüse / Beerenobst
- Lebensform
- botanisch perennial, in DE meist einjährig kultiviert (Überwinterung möglich)
- Botanisch
- Physalis peruviana
- Familie
- Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Inhalt7 Abschnitte
Die Andenbeere (Physalis peruviana), auch Cape Gooseberry, Goldbeere oder Inkapflaume, ist die größte und bekannteste Physalis-Art aus der Familie der Nachtschattengewächse. Aus den Anden stammend, liefert sie süß-säuerliche orange Früchte in Lampion-Hüllen. In Mitteleuropa wird sie wegen der sehr langen Reifezeit einjährig kultiviert; eine Überwinterung im hellen, frostfreien Raum ist möglich.
Standort und Pflege für die Andenbeere
- Standort: vollsonnig, warm, vor einer Hauswand oder im Folientunnel ideal
- Boden: locker, humos, gut drainiert; nicht zu nährstoffreich (sonst überwiegend Blattmasse)
- Stützen: Pflanzen werden hoch und tragend — Stab oder Tomatenkäfig
- Düngung: moderat; zu viel Stickstoff verzögert die Fruchtbildung
- Vorlaufzeit: sehr lang — Aussaat im Januar oder Anfang Februar empfohlen, damit die Ernte vor dem Frost beginnt
- Überwinterung: möglich im hellen Raum bei 10–15 °C; im Folgejahr früher Ertrag
- Fruchtfolge: mindestens 3–4 Jahre keine anderen Nachtschattengewächse auf derselben Fläche
Wichtige Punkte beim Anbau von Andenbeere
- Sehr lange Reifezeit — späte Aussaat führt zu Ernteausfall
- Reife Früchte fallen ab; vom Boden einsammeln
- Frucht reift nach: Lampion-Hüllen aufbewahren, Früchte reifen darin nach
- Frucht ist reif, wenn die Hülle papierartig trocken und die Frucht goldgelb-orange wird
Andenbeere in der Mischkultur
- Gute Nachbarn: Bohnen (liefern Stickstoff), Erdbeeren, Salate, Feldsalat, Spinat, Zwiebeln und Knoblauch; Ringelblumen als Blühpartner
- Schlechte Nachbarn: alle anderen Nachtschattengewächse (Tomate, Kartoffel, Paprika — gleiche Krankheiten); auch in der Fruchtfolge keine Nachtschatten-Vorfrucht
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Nährwerte (pro 100 g Andenbeere)
- Energie: ca. 53 kcal.
- Wasser: ca. 85 g.
- Kohlenhydrate: ca. 11 g.
- Eiweiß: ca. 1,9 g.
- Fett: ca. 0,7 g.
- Ballaststoffe: ca. 2 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 11 mg, Niacin ca. 2,8 mg, Beta-Carotin (Provitamin A).
- Mineralstoffe: Eisen ca. 1,0 mg, Phosphor ca. 40 mg, Kalium ca. 320 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Withanolide (Physaline) – traditionell entzündungshemmend und immunstärkend eingesetzt.
- Hinweis: Nur vollreife, orangefarbene Früchte essen – unreife Früchte und alle grünen Pflanzenteile enthalten Solanin. Den klebrigen Fruchtüberzug vor dem Verzehr abwaschen.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Grauschimmel (Botrytis cinerea): grauer, pelziger Belag an Trieben und Früchten bei dichtem Stand und feuchter Witterung; luftig pflanzen, beim Gießen das Laub trocken halten.
Schädlinge:
- Weiße Fliege und Blattläuse: Kolonien an Triebspitzen und Blattunterseiten, klebriger Honigtau; Gelbtafeln, Nützlinge fördern, Mischkultur mit Zwiebeln/Knoblauch und Ringelblumen wirkt vorbeugend.
Häufige Fehler beim Anbau von Andenbeere
- Zu späte Aussaat – Reifezeit reicht im Mitteleuropa-Sommer nicht aus
- Zu viel Dünger – Pflanze wird hoch und blühfaul
- Zu kühler Standort – kein Fruchtansatz unter ca. 15 °C Nachttemperatur