Knollensellerie anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Knollensellerie auf einen Blick
- Aussaat
- Aussaat (Vorkultur) Februar–März im Haus/Gewächshaus (Fein- und Lichtkeimer)
- Pflanzzeit
- ab Mitte Mai nach den Eisheiligen, wenn keine Spätfröste mehr drohen
- Standort
- feuchter, humoser, nährstoffreicher Boden, gute Wasserhaltefähigkeit, keine Staunässe
- Abstand
- Pflanzabstand ca. 30-40 cmReihenabstand ca. 35-40 cm
- Ernte
- Erntezeitraum etwa September bis November, für Lagerung eher spät ernten
Weitere Anbaudaten und Botanik
Knollensellerie anbauen: Feb.-März Vorkultur, Pflanzung ab Mitte Mai; Abstand 30-40 cm; Ertrag 3-5 kg/m² (Familie 4 Pers.: 1 m² ≈ 4-5 kg).
- Pflanztipp
- Jungpflanzen nicht zu tief setzen; Knollenansatz knapp über dem Boden
- Pflanzen pro m²
- typischerweise 5-7 Pflanzen
- Boden-pH
- ca. 6,5–7,5
- Temperatur
- optimal ca. 15-20 °C; Jungpflanzen frostempfindlich
- Ertrag
- ca. 3-5 kg/m² (bis etwa 6 kg möglich), ca. 0,5-1,0 kg je Knolle
- Pflanze
- Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum)
- Nutzungsgruppe
- Wurzel- und Knollengemüse
- Lebensform
- zweijährig, im Anbau einjährig
- Herkunft
- Mittelmeerraum
- Botanisch
- Apium graveolens var. rapaceum
- Familie
- Doldenblütler (Apiaceae)
Inhalt10 Abschnitte
- Knollensellerie auf einen Blick
- Standort und Pflege bei der Knollensellerie
- Wichtige Punkte für den Anbau von Knollensellerie
- Knollensellerie in der Mischkultur
- Knollensellerie Sorten und Nutzung
- Nährwerte (pro 100 g rohe Knollensellerie)
- Lagerung
- Ertrag für den Hausgarten
- Krankheiten und Schädlinge
- Infografik
Knollensellerie braucht Geduld: Von der Pflanzung bis zur Ernte ausgewachsener Knollen vergehen rund 20–30 Wochen. Die zweijährige, im Gemüsegarten meist einjährig gezogene Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, wurzelt flach und trägt etwa 30–50 cm hohes Laub. Gleichmäßig kühle Temperaturen und konstante Bodenfeuchte fördern Qualität und Knollengröße.
Standort und Pflege bei der Knollensellerie
- Temperatur: optimal ca. 15-20 °C; Jungpflanzen sind frostempfindlich, eingewachsene Pflanzen vertragen leichten Herbstfrost.
- Boden/Standort: feuchter, humoser, nährstoffreicher Boden mit guter Wasserhaltefähigkeit ohne Staunässe; gleichmäßige Bodenfeuchte ist essenziell, Hitze und Trockenstress mindern Knollenqualität.
- Gießen: gleichmäßig feucht halten, besonders in Trockenphasen; nicht austrocknen lassen, aber auch keine dauerhafte Staunässe.
- Düngung: Knollensellerie ist ein Starkzehrer mit hohem Nährstoffbedarf, besonders an Kalium und moderatem Stickstoff; gut verrotteter Kompost oder Stallmist im Vorjahr bzw. vor der Pflanzung sowie kaliumbetonte Düngung fördern die Knollenbildung.
- Fruchtfolge: mindestens 3-4 Jahre Anbaupause mit anderen Doldenblütlern (Möhre, Pastinake, Petersilie, Stangensellerie) auf derselben Fläche einhalten.
Wichtige Punkte für den Anbau von Knollensellerie
- Jungpflanzen beim Auspflanzen nicht zu tief setzen, damit der Knollenansatz knapp über dem Boden liegt und sich eine runde, gut geformte Knolle entwickelt.
- Im Spätsommer lockeren Boden vom Knollenansatz etwas abziehen (Knollen freilegen), um glatte, gleichmäßige Knollen zu fördern.
- Nur stark beschädigte oder bodenaufliegende Blätter entfernen; ein zu starker Blattentzug schwächt die Pflanze und reduziert die Knollenbildung.
- Für eine gute Lagerfähigkeit eher spät im Herbst ernten und Knollen sorgfältig behandeln.
Knollensellerie in der Mischkultur
- Gut: Kohl, Lauch, Zwiebeln.
- Knollensellerie lässt sich gut in gemischte Beete mit anderen Starkzehrern integrieren, solange der Boden ausreichend tiefgründig und nährstoffreich vorbereitet ist.
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Knollensellerie Sorten und Nutzung
- Klassische Sorten: Monarch, Balder, Balaro.
- Hinweis: Sorten unterscheiden sich in Knollengröße, Neigung zu Hohlherzigkeit und Lagerfähigkeit, was bei der Sortenwahl für Lagerknollen beachtet werden sollte.
- Küche: ideal für Suppen und Eintöpfe (Suppengrün), Schmorgerichte und Ofengemüse, Pürees und Stampf (z. B. gemischt mit Kartoffeln) sowie fein geraspelt in Rohkostsalaten in kleinen Mengen.
- Lagerungshinweis: gut lagerfähig bei kühlen, feuchten Bedingungen; das Entfernen des Laubs vor der Einlagerung verbessert die Lagerdauer.
Nährwerte (pro 100 g rohe Knollensellerie)
- Energie: ca. 42 kcal.
- Kohlenhydrate: ca. 9,2 g.
- Eiweiß: ca. 1,5 g.
- Fett: ca. 0,3 g.
- Ballaststoffe: ca. 1,8 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 8 mg, Vitamin K ca. 40 µg.
- Mineralstoffe: Kalium ca. 300 mg, Phosphor ca. 115 mg, Vitamin B6 ca. 0,2 mg.
- Anmerkung: Werte gerundet nach typischen Tabellen für rohen Knollensellerie; genaue Gehalte variieren je nach Sorte und Standort.
Lagerung
- Bedingungen: kühl (etwa 0-2 °C), dunkel und mit hoher Luftfeuchtigkeit.
- Dauer: unter guten Bedingungen mehrere Monate lagerfähig.
- Praxis: Knollen am besten in Kisten mit leicht feuchtem Sand oder Erde lagern; vor dem Einlagern groben Schmutz entfernen, aber nicht waschen.
Passendes Werkzeug: Lager-Finder
Ertrag für den Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen etwa 1 m² mit rund 6 Pflanzen, was ungefähr 4-5 kg Knollensellerie ergibt. Diese Menge deckt den Bedarf für Suppen, Eintöpfe und Winterküche eines durchschnittlichen Haushalts gut ab.
Weiterlesen
- Gemüsegarten im Februar – Aussaat und Vorkultur von Knollensellerie beginnt schon im Februar.
- Gemüsegarten im Mai – Ab Mitte Mai kommt die Knollensellerie ins Beet, es ist Pflanzzeit.
- Stangensellerie anbauen – Standort, Pflege und Ernte.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Septoria-Blattflecken (Septoria apiicola): kleine runde braune Flecken mit blassen Zentren auf den grünen Blättern; Fruchtfolge, weite Pflanzung, befallene Blätter entfernen.
Schädlinge:
- Möhrenfliege (Psila rosae): beige-braune Tunnel und rostige Oberflächennarben an der Knolle; Kulturschutznetze ab Pflanzung.
Infografik