Meerrettich anbauen – Standort, Pflege und Ernte
Meerrettich auf einen Blick
- Pflanzzeit
- März–April oder September–Oktober
- Standort
- sonnig, tiefgründig, locker
- Abstand
- Pflanzabstand 30–40 cmReihenabstand 60 cm
- Ernte
- Erntezeitraum Oktober–März (überwinternd)
Weitere Anbaudaten und Botanik
Meerrettich anbauen: mehrjährige Wurzelpflanze, Pflanzung März–April oder Sept.–Okt.; sehr robust und winterhart bis -20 °C; Vorsicht: invasiv, Wurzelsperre empfohlen.
- Vermehrung
- über Wurzelstücke (Fechser); kein Saatgut
- Boden-pH
- 6,0–7,0 (neutral bis leicht sauer)
- Frosttoleranz
- sehr winterhart (bis ca. -20 °C)
- Ertrag
- 2–3 kräftige Wurzeln (ca. 1–2 kg) pro Pflanze
- Lagerung
- ungewaschen in feuchtem Sand bei 0–5 °C mehrere Monate
- Pflanze
- Meerrettich (Armoracia rusticana)
- Nutzungsgruppe
- Wurzelgemüse / scharfes Gewürz
- Lebensform
- mehrjährig, ausdauernd
- Botanisch
- Armoracia rusticana
- Familie
- Kreuzblütler (Brassicaceae)
Inhalt7 Abschnitte
Meerrettich (Armoracia rusticana) ist eine ausdauernde Wurzelpflanze aus der Familie der Kreuzblütler mit sehr scharfen, langen weißen Wurzeln. In Mitteleuropa heimisch und sehr robust — winterhart bis -20 °C, anspruchslos, aber stark wuchernd. Wer Meerrettich pflanzt, sollte eine Wurzelsperre (wie bei Bambus) vorsehen, sonst übernimmt die Pflanze schnell ganze Beete.
Standort und Pflege für Meerrettich
- Standort: sonnig, tiefgründiger, lockerer Boden ohne Steine
- Vermehrung: Wurzelstücke (Fechser, ca. 20–30 cm lang) im Frühjahr oder Herbst flach schräg einlegen
- Wurzelsperre: dringend empfehlenswert — Meerrettich vermehrt sich über Wurzelreste sehr stark und wird invasiv
- Düngung: Mittelzehrer, Kompost im Frühjahr ausreichend
- Gießen: in Trockenphasen, sonst anspruchslos
- Fruchtfolge: beim Versetzen mindestens 4 Jahre Pause für alle Kreuzblütler
Wichtige Punkte beim Anbau von Meerrettich
- Wurzelsperre einbauen — sonst breitet sich Meerrettich unkontrolliert aus
- Ernte ab Oktober nach Frost (Frost macht die Wurzeln milder im Aroma)
- Beim Ausgraben so viel wie möglich entnehmen — verbleibende Wurzelstücke treiben im Folgejahr neu aus
- Starkes Aroma — beim Reiben Augen schützen oder im Freien arbeiten
- Im sandigen Keller bei 0–2 °C mehrere Monate lagerfähig
Meerrettich in der Mischkultur
- Gute Nachbarn: Kartoffeln — Meerrettich gilt als klassischer Begleiter, der den Kartoffelkäfer vertreibt (für Wirkung mehrseitig pflanzen); auch Knoblauch
- Schlechte Nachbarn: alle anderen Kreuzblütler (gleiche Krankheiten und Schädlinge)
- Hinweis: Meerrettich wird wegen seines invasiven Wuchses meist außerhalb klassischer Mischkulturen als Solitär in Wurzelsperre kultiviert
Passendes Werkzeug: Mischkultur-Planer
Nährwerte (pro 100 g frische Meerrettich-Wurzel)
- Energie: ca. 63 kcal.
- Wasser: ca. 76 g.
- Kohlenhydrate: ca. 11,8 g.
- Eiweiß: ca. 2,8 g.
- Fett: ca. 0,3 g.
- Ballaststoffe: ca. 7,5 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 110 mg – einer der höchsten Werte unter heimischen Gemüsen (mehr als Zitrone).
- Mineralstoffe: Kalium ca. 550 mg, Calcium ca. 105 mg, Magnesium ca. 33 mg.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Senfölglycoside (Sinigrin → Allylsenföl) – verantwortlich für die Schärfe, wirken antibakteriell und antiviral. Meerrettich war Heilpflanze des Jahres 2021 (traditionell bei Atemwegs- und Harnwegsinfekten).
- Hinweis: Wegen der reizenden Senföle in Maßen genießen; beim Reiben Augen und Schleimhäute schützen.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten:
- Weißer Rost (Albugo candida): weiße, blasenartige Sporenlager auf der Blattunterseite, verkrümmte Triebe; befallene Blätter entfernen, weiter Stand, Kreuzblütler-Fruchtfolge einhalten.
Schädlinge:
- Meerrettichblattkäfer (Phaedon cochleariae): metallisch blaugrüne Käfer und Larven skelettieren die großen Blätter; absammeln, Kulturschutznetz, Blätter im Herbst abräumen.
- Wühlmäuse und Engerlinge: fressen an den Wurzeln der Standkultur; Pflanzung im Drahtkorb bzw. Wurzelsperre schützt doppelt.
Häufige Fehler beim Anbau von Meerrettich
- Keine Wurzelsperre – Meerrettich überwuchert Beet und benachbarte Kulturen
- Zu früh ernten – ohne Frost ist das Aroma roh und unausgewogen
- Wurzelreste übersehen – jeder verbleibende Rest treibt neu aus, ggf. unerwünscht