Rettich anbauen – Satzanbau, gleichmäßige Feuchte und rechtzeitige Ernte
Rettich anbauen mit Fokus auf gleichmäßige Feuchte, frühes Vereinzeln und rechtzeitige Ernte. Ertrag 4-8 kg/m², Aussaat März bis August.

Rettich ist schnell, aber nicht beliebig tolerant. Unregelmäßige Wasserversorgung, zu dichter Stand und verspätete Ernte ruinieren die Qualität schneller als bei vielen anderen Kulturen. Wer in Sätzen sät, früh vereinzelt und beim richtigen Reifegrad erntet, bekommt über Monate saftige, aromatische Wurzeln.
Rettich auf einen Blick
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanze | Rettich (Raphanus sativus) |
| Nutzungsgruppe | Wurzelgemüse |
| Lebensform | einjährig (Sommer); Winterrettich frosttolerant |
| Aussaat | März–August (Direktsaat) |
| Saattiefe | 1–2 cm |
| Pflanzabstand | 5–10 cm (vereinzeln auf 8 cm) |
| Reihenabstand | 20–30 cm |
| Pflanzen pro m² | 30–50 |
| Standort | locker, steinfrei, tiefgründig, sonnig bis halbschattig |
| Boden-pH | 6,0–7,0 |
| Temperatur Keimung | 8–18 °C |
| Temperatur Wachstum | 15–20 °C (Tag), 10 °C (Nacht) |
| Zeit bis Ernte | 4–10 Wochen |
| Ernte | April–November |
| Ertrag pro m² | 4–8 kg |
| Ertrag pro Rübe | 50–300 g |
| Familienbedarf (4 Pers.) | ca. 2 m² mit 80 Pflanzen liefert ca. 10–15 kg |
| Herkunft | Asien (China/Japan) |
| Botanisch | Raphanus sativus |
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Fruchtfolge | 2–3 Jahre (alle Kreuzblütler) |
Standort und Pflege für Rettich
- Standort: sonnig bis halbschattig; lockerer, steinfreier und tiefgründiger Boden ohne Verdichtung – Steine und Hindernisse im Boden führen zu missgebildeten, verzweigten Rüben.
- Gießen: gleichmäßig feucht halten – das ist der wichtigste Pflegegriff. Austrocknung führt zu holzigen, scharfen Rüben; starke Schwankungen lösen Platzen und Risse aus.
- Düngung: Mittelzehrer; kein Stickstoffüberschuss – der führt zu viel Blattmasse und wenig Rübe. Kompost am besten im Vorjahr einarbeiten.
- Vereinzeln: früh auf 5–10 cm vereinzeln (nach dem ersten echten Blattpaar) – zu dichter Stand ist die häufigste Ursache für pelzige, kleine Rüben.
- Mulchen: hält Unkraut in Schach und bewahrt die Bodenfeuchte.
Wichtige Punkte beim Anbau von Rettich
- Satzanbau alle 2–3 Wochen sichert kontinuierliche Ernte von April bis November.
- Rettich kann als Markiersaat für langsam keimende Kulturen wie Karotten und Petersilie eingesetzt werden – er läuft schnell auf und zeigt die Reihe.
- Junge Blätter und unreife Schoten sind essbar; Blätter jung wie Spinat zubereiten.
- Winterrettich hält bei Einschlag in Sand im Keller 4–8 Wochen; Sommerrettich im Kühlschrank nur 3–5 Tage.
Rettich in der Mischkultur
- Gut: Salat, Karotten, Lauch, Tomaten.
- Schlecht: alle anderen Kreuzblütler (Kohl, Radieschen, Kohlrabi) – gleicher Schädlingsdruck, gleiche Fruchtfolgegruppe.
- Rettich als Markiersaat: schnell keimender Reihenzeiger für langsam aufgehende Möhren und Petersilie.
Rettich Sorten und Nutzung
- Sommer früh: Cherry Belle, French Breakfast, Münchner Bier (mild, rund, ideal für Anfänger).
- Sommer spät: Daikon (japanisch, bis 40 cm lang, mild), Round Black Spanish.
- Winter: China Rose (lagerfähig), Winter Giant, Nero Tondo (scharf, intensiv).
- Küche: roh im Salat oder als Rohkost, eingelegt, fermentiert (Kimchi), gedünstet als Beilage. Senfölglycoside erzeugen die Schärfe und wirken antibakteriell; Raphanin wirkt antimikrobiell.
- Schärfe-Tipp: Winterrettich ist deutlich schärfer als Sommerrettich; Daikon ist besonders mild.
Nährwerte (pro 100 g roher Rettich)
- Energie: ca. 16 kcal.
- Wasser: ca. 95 g.
- Kohlenhydrate: ca. 2,8 g.
- Eiweiß: ca. 0,7 g.
- Fett: ca. 0,1 g.
- Ballaststoffe: ca. 1,2 g.
- Vitamine: Vitamin C ca. 15 mg, Folat ca. 25 µg, Vitamin B6 vorhanden.
- Mineralstoffe: Kalium und Calcium vorhanden.
- Sekundäre Inhaltsstoffe: Senfölglycoside und Glucosinolate (Schärfe und Aroma, antibakteriell), Raphanin (antimikrobiell).
Ernte und Lagerung von Rettich
Ernten bei Golfball- bis Tennisballgröße (sortenabhängig); zu spät geernteter Rettich wird holzig und scharf. Rüben ausreißen oder mit einer Grabgabel lockern. Sommerrettich im Kühlschrank 3–5 Tage; Winterrettich im Sand eingeschlagen im Keller 4–8 Wochen.
Ertrag von Rettich im Hausgarten
Für eine vierköpfige Familie reichen ca. 2 m² mit rund 80 Pflanzen, was ungefähr 10–15 kg Rettich ergibt. Mit Satzanbau alle 2–3 Wochen lässt sich die Ernte von April bis November strecken.
Krankheiten und Schädlinge bei Rettich
Physiologische Probleme:
- Holzigkeit: zu spät ernten oder Hitze und Trockenheit während der Entwicklung.
- Pelzigkeit: zu dichter Stand, nicht ausreichend vereinzelt.
- Schossen: Hitze und lange Tage bei Sommerrettich; Früh- und Herbstsätze sind robuster.
Schädlinge:
- Erdflöhe: kleine Löcher in Blättern; Vlies oder Kulturschutznetze ab der Saat, Holzasche.
- Kohlfliege: Larven befallen Wurzeln; Kulturschutznetze.
Krankheiten:
- Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae): Kalkung des Bodens, Fruchtfolge einhalten.
Häufige Fehler beim Anbau von Rettich
- Nicht vereinzelt – pelzige, verformte Rüben bei zu dichtem Stand
- Zu spät geerntet – holzig und scharf; Rüben bei Golfballgröße ernten
- Unregelmäßig gegossen – platzt auf oder wird holzig
- Verdichteter oder steiniger Boden – verformte, gabelige Rüben
Weiterlesen
- Gemüsegarten im März – erste Rettichsaat ab März.
- Pflanzen Übersicht – Gemüse, Kräuter & Beeren anbauen.
Infografik